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Grevesmühlen Medical Task Force für Mecklenburg
Mecklenburg Grevesmühlen Medical Task Force für Mecklenburg
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07:46 08.05.2018
MV gehört zu den Bundesländern, die zügig mit dem Aufbau der MTF vorankommen. Quelle: Fotos: M. Prochnow
Grevesmühlen

Steffen Kuse arbeitet als Rettungsassistent am Krankenhaus Grevesmühlen. Doch das ist noch lange nicht das einzige, was er in Sachen Rettung von Menschen tut. Ehrenamtlich arbeitet er bei der Medical Task Force (MTF) mit – der Eingreiftruppe für Katastrophenfälle.

Bis 2020 soll die Katastrophen-Eingreiftruppe nicht nur in Grevesmühlen stehen

MTF 13 heißt die Truppe, die für Westmecklenburg zuständig ist. Bundesweit gibt es insgesamt 61 MTF-Standorte, einer davon ist Grevesmühlen. Rettungsassistent Kuse ist Bereitschaftsführer der Behandlungsbereitschaft der MTF 13, außerdem ist er der Stellvertreter des am Grevesmühlener Krankenhaus Hauptverantwortlichen für MTF, Christian Lojewski. Jede Menge ehrenamtliches Engagement neben einem schon anstrengenden Beruf, damit im Katastrophenfall effektiv Leben gerettet werden kann.

Freiwillig engagiert

Dabei geht es um Katastrophen vielfältiger Art: von Massenunfällen auf Autobahnen bis hin zu Giftgasangriffen oder Umweltkatastrophen. Immer geht es darum, dass Betroffene versorgt und betreut, Verletzte zu einem Behandlungsort transportiert werden, wo sie die erste medizinische Versorgung erhalten und Rettungsdienste und der Katastrophenschutz Unterstützung erhalten. „Das Ehrenamt hat seine Grenzen“, sagt Dirk Killermann, Chef der Kardiologie und Allgemeinen Inneren Medizin am DRK-Krankenhaus Grevesmühlen, der ehrenamtlich die MTF 13 leitet. Aus diesem Grund ist Steffen Kuse seit Ende März, jeweils am Dienstag, in der Zeit von 8 bis 16 Uhr auch hauptberuflich in Sachen Organisation der MTF tätig. Sein Büro befindet sich im Ärztehaus neben dem Krankenhaus, im zweiten Stock. „Wir suchen immer noch Ehrenamtler, die uns unterstützen“, sagt Kuse. „Jeder kann sich melden, jede Hand und jeder Kopf wird gebraucht. Man muss nicht unbedingt einen handwerklichen oder medizinischen Beruf ausüben.“

Mehr Gerätewagen nötig

Die MTF 13 ist zwar insgesamt schon gar nicht schlecht mit Ehrenamtlern ausgestattet – derzeit 123 von insgesamt benötigten 135 Leuten, inklusive Feuerwehren, arbeiten mit. Dennoch, so Chefarzt Killermann, von Bund und Land ist eine doppelte Besetzung vorgesehen – damit im Falle eines Falles auch wirklich genug Helfer vor Ort sind. Was Killermann besonders Sorge bereitet – hinsichtlich einer voll einsatzfähigen MTF, die 2020 komplett stehen soll – ist die Bereitstellung der Ausstattung für die Einheit. „Wir brauchen zum Beispiel weitaus mehr Gerätewagen als gedacht. Es ist eine Menge Logistik erforderlich. Sieben Behandlungsstellen müssen unter anderem mit Trinkwasser, Nutzwasser, Treibstoffen, Strom versorgt werden.“ Das Problem dabei, so Dirk Killermann weiter, ist nicht die finanzielle Ausstattung. „Geld wird von der Politik ausreichend zur Verfügung gestellt.“ Es geht eher um den Prozess der Bereitstellung – von zum Beispiel Lastkraftwagen. Es dauert einfach zu lange, bis von der jeweiligen Verwaltung Anträge bearbeitet und bewilligt werden. Auch wenn noch zwei Jahre bleiben, bis die MTF zu einhundert Prozent stehen soll, die Zeit geht schnell vorüber, weiß Dirk Killermann und befürchtet, dass der Endspurt ohne die Beschleunigung verwaltungstechnischer Prozesse nicht reibungslos zu schaffen ist. Unabhängig von diesen Problemstellungen übt die ehrenamtliche Eingreiftruppe zweimal pro Jahr auf groß angelegten Zentralübungen, die einen ganzen Tag lang dauern (von 6 bis 17 Uhr). Außerdem probt die Teileinheit Grevesmühlen an weiteren zehn Tagen den Ernstfall – baut Behandlungszelte auf, stattet sie mit allem, was es braucht, aus. Was Dirk Killermann und Steffen Kuse stolz macht – die ihr ehrenamtliches Engagement im Übrigen selbstverständlich finden und sich, was die MTF angeht, auch entsprechend von der Politik anerkannt sehen – ist, dass Mecklenburg-Vorpommern, was die Bildung der MTF angeht, ganz vorne mit spielt. „Wir haben an den verschiedenen Standorten sehr schnell, in Zusammenarbeit mit dem DRK Landesverband tragfähige Konzepte entwickelt und umgesetzt.“

MV vorn mit dabei

Nach den Pilotstandorten in Rheinland-Pfalz und Hessen, wo es natürlich am besten klappt, weil dort schon am längsten am Projekt gearbeitet wird, „kommt gleich MV“, sagt der Chefarzt. Was auch daran liegt, so Killermann, dass in Mecklenburg-Vorpommern der DRK Landesverband für alle Standorte die Verantwortung übernommen hat.

In anderen Bundesländern, die mit dem Aufbau ihrer MTF noch mehr Schwierigkeiten haben, teilen sich oft verschiedene Hilfsorganisationen die Verantwortung. Was die Koordinierung und Kommunikation bei dieser ohnehin komplexen Aufgabestellung noch schwieriger gestaltet.

Kontakt MTF

Wer sich dafür interessiert, sich ehrenamtlich für den Schutz seiner Mitmenschen im Katastrophenfall in der MTF 13 zu engagieren, kann sich jeweils am Dienstag in der Zeit von 6 bis 17 Uhr an Steffen Kuse im Ärztehaus neben dem Krankenhaus in Grevesmühlen wenden.

Adresse:
DRK-Krankenhaus Grevesmühlen,
Medical Task Force,
Steffen Kuse,
Klützer Straße 13-15,
23936 Grevesmühlen,
☎ 0 38 81 / 72 63 66

Annett Meinke

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