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Grevesmühlen Mehr Erfolg am Markt
Mecklenburg Grevesmühlen Mehr Erfolg am Markt
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11:01 28.02.2018
Schönberg

Das Volkskundemuseum in Schönberg zieht seit dem Umzug von einer früheren Mädchenschule hinter der Kirche ins Koch’sche Haus am Markt augenscheinlich mehr Besucher an als zuvor. Nach Auskunft des Museumschefs trügt der Anschein nicht. „Wir haben mehr Besucher“, sagt Olaf Both. Der positive Trend gelte nicht nur für das Museum am Markt, sondern auch für dessen Außenstelle, den Denkmalhof „Bechelsdorfer Schulzenhaus“ in der Johann-Boye-Straße. Seine Angaben untermauert Both mit einer Zahl: 2017 waren es insgesamt 4500 Besucher –

deutlich mehr als in den Vorjahren.

Olaf Both nennt eine wesentliche Ursache dafür, dass das Museum jetzt mehr Gäste hat als zuvor: „Die Resonanz auf die neue Dauerausstellung ist durchweg sehr gut.“ Vor knapp neun Monaten eröffnete im Koch’schen Haus die Ausstellung „Zwischen Bischofsstuhl und Heimatbewegung“. Sie informiert sehr klar gegliedert über das Bistum Ratzeburg, die Stadt Schönberg, die Handwerker im Ort, die Volkskunst auf dem Land, die Trachten in der Region und vieles mehr. Zahlreiche historische Kostbarkeiten aus der Sammlung ließ das Museum für die Ausstellung aufwendig sanieren.

Auch zahlreiche Schüler haben die neue Ausstellung in den knapp neun Monaten besucht – und waren sichtlich beeindruckt. Der Lehrer Rainer Tannert sagte nach dem Besuch des Volkskundemuseums:

„Es hat mir sehr gut gefallen.“ Er finde die Ausstellung sehr anschaulich und: „Man kann sehr gut nachvollziehen, wie das Leben damals war.“

Nach Olaf Boths Auskunft kommen jetzt sowohl mehr auswärtige Besucher, als auch solche aus Schönberg und Umgebung, aber: „Es gibt bestimmt Schönberger, die noch nicht hier waren.“ Weiterhin niedrig sind die Eintrittspreise. Erwachsene zahlen drei Euro, Schüler, Studenten und Menschen mit Behinderungen zwei Euro, Familien sechs Euro.

Erfreulich findet Olaf Both nicht nur die Resonanz auf die Ausstellung. Er ergänzt. „Wir haben auch in den Abendveranstaltungen mehr Besucher.“ Den Anfang in diesem Jahr machte der Heimatbund für das Fürstentum Ratzeburg mit plattdeutschen Lesungen. Heute Abend startet das Volkskundemuseum eine Reihe mit eigenen Veranstaltungen. Um 19 Uhr lädt es ein zu „Vortrag und Gespräch zum 90.

Geburtstag Arno Eschs“, musikalisch begleitet von der Cellistin Karin Liersch. Es wird um das Leben und die Ideen des aus politischen Gründen verfolgten und 1951 hingerichteten Demokraten Arno Esch gehen – und um ein Gedenken an seine Mutter Emma Esch, die in Schönberg lebte und dort 1985 bestattet wurde.

Am kommenden Sonnabend, dem 10. Februar, folgt ein Vortrag über Backhäuser im Fürstentum Ratzeburg. Olaf Both hält ihn ab 15 Uhr. Er erläutert: „Der Lichtbildervortrag ist das Ergebnis der Masterarbeit an der Viadrina Frankfurt (Oder). Insgesamt wurden 2015 fast 50 Backhäuser in den Dörfern des ehemaligen Fürstentums Ratzeburg aufgemessen, verzeichnet und in die Auswertung einbezogen.“ Die Beschäftigung mit dem Thema Backhäuser sei neben der Bauernhausforschung bisher eher vernachlässigt worden und schließe somit eine Lücke in der Hausforschung.

Leben im Niederdeutschen Hallenhaus: Das ist am Sonnabend, dem 24. Februar, Thema eines Vortrages, den Inge Buggenthin ab 15 Uhr im Museum in Schönberg hält. Nach Auskunft von Olaf Both greift die Referentin aus Hollenstedt bei Hamburg mit zahlreichen Bildbeispielen aus volkskundlicher Sicht die Frage auf: Wie lebte es sich in diesem Haustyp? Auch werde die Frage behandelt: Wie wurde im Niederdeutschen Hallenhaus gekocht? Olaf Both ist sich sicher: „Es wird ein sehr spannender Vortrag, der für breite Publikumsschichten geeignet ist.“ Der Eintritt sei, wie bei den anderen Vorträgen, frei. Um eine Spende werde gebeten.

Am Sonnabend, dem 24. März, um 14 Uhr trifft sich der Heimatbund für das Fürstentum Ratzeburg im Museum in Schönberg, mit dem er eng verbunden ist. Es ging Anfang des vorigen Jahrhunderts aus seiner Sammlungstätigkeit hervor. Zudem ist der Heimatbund der Vorsitzende des Trägervereins „Volkskundemuseum in Schönberg“.

Am 13. Mai, dem internationalen Museumstag, öffnet nach der Winterpause auch wieder der Denkmalhof in der Johann-Boye-Straße. Für den 20. Mai plant Olaf Both eine Sonderausstellung im Rahmen der landesweiten Aktion „Kunst offen“ mit keramischen Plastiken des Künstlers Martin Lichtmann. Das Museumsfest 2018 wird nach Olaf Boths Auskunft am 26. August auf dem Denkmalhof steigen.

Die Aufgabe zu forschen, erfüllt das Volkskundemuseum in Schönberg in diesem Jahr auch mit einer wissenschaftlichen Bearbeitung eines Teilbestands seiner Sammlung: Herrenkleidung. „In diesem Bereich hatten wir einen sehr großen Zuwachs“, berichtet Olaf Both. Unter anderem habe das Museum aus einem Bauernhaus den kompletten historischen Textilbestand einer Familie bekommen. Für die wissenschaftliche Bearbeitung hat das Land Mecklenburg-Vorpommern einen Zuschuss von 5000 Euro angekündigt.

Kontakt: www.volkskundemuseumschoenberg.de, museum@aol.com, 038828 / 348993

Jürgen Lenz

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