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Mehr Leben in die Innenstadt

Fußgängerzone, Tourismusmagnet, Kultur: Wie wird Grevesmühlen attraktiver? Mehr Leben in die Innenstadt

Arbeitsgruppe Stadtmarketing will das Image Grevesmühlens aufpolieren. Die Ideen dafür sind vielfältig, wie die OZ auf ihrem Weg durch die City erfuhr.

Grevesmühlen. Die Stadt Grevesmühlen will ihr Image aufpolieren. Eigens dafür wurde Anfang dieses Jahres der Arbeitskreis Stadtmarketing gegründet. Bis Dezember soll ein Vermarktungskonzept erarbeitet werden. Eine Umfrage unter den Grevesmühlenern soll dafür Ideen sammeln. Die OSTSEE-ZEITUNG hat sich gestern schon einmal in der Wismarschen Straße dazu umgehört. Die Meinungen sind vielfältig.

„Wenn ich durch Wismar gehe, da lebt die Straße“, sagt Petra Thiele, die im Blumenladen der Gärtnerei Manfred Schulz arbeitet. Sie hält die Idee einer Fußgängerzone für sinnvoll. „So verkehrt wäre das nicht“, meint auch Katy Tarnow, Betriebsleitung bei Optiker Lühr. Urlauber würde das anlocken, Parkplätze seien ausreichend vorhanden. Ute Voß-Marzok, Leiterin des Schuhhauses Voss, dagegen hält eine autofreie Zone für weniger praktisch. „Viele Leute sind bequem und möchten schnell vom Auto in den Laden gehen“, sagt sie. „Auch wir haben viele ältere Gäste, die lieber vorfahren“, sagt Lutz Körner, Inhaber des Restaurants Café Körner.

Die Innenstadt muss attraktiver werden. Darin sind sich alle einig. Vor allem die steigende Zahl leerstehender Geschäfte sei ein großes Problem. „Das macht die Innenstadt unattraktiv für Besucher“, sagt Maren Wieduckel, Filialleiterin beim Kaufhaus NKD.

Dass der Bahnhof und das Bahnhofsumfeld neu gestaltet werden, wird überwiegend positiv bewertet. Nur in Bezug auf die Auswirkungen auf die Innenstadt herrscht Uneinigkeit. „Für die City ist das schlecht“, sagt Lutz Körner. Mit dem Wegzug von Markant gehe eine Einkaufsmöglichkeit für die Anwohner des Ploggenseerings verloren. „Es kommt auf das Angebot der Märkte an, die sich dort ansiedeln“, sagte Ute Voß-Marzok. Die Innenstadt benötige eine gewisse Exklusivität. Grevesmühlen brauche ein Alleinstellungsmerkmal, forderte jüngst Stadtsprecherin Regina Hacker. Das Piraten-Open-Air-Theater sei nach Meinung vieler der Befragten eine Möglichkeit, der Werbeeffekt mehrfach betont. Allerdings profitiere die Innenstadt wenig von der Lage des Theaters am Rand der Stadt. Grundsätzlich sei ein größeres kulturelles Angebot jedoch wünschenswert. „Eine Bar mit Live-Musik wäre schön“, sagt Ute Voß-Marzok.

Und vielleicht hilft es anfangs ja schon einmal, alles etwas positiver zu sehen. So wie Anne-Christin Thiele. Sie sagt: „Grevesmühlen ist toll. Ich lebe gerne hier. Das ist nunmal nicht Hamburg oder München.“

Robert Niemeyer und Martin Fett

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