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Grevesmühlen Messer für Küche und Hosentasche
Mecklenburg Grevesmühlen Messer für Küche und Hosentasche
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00:18 15.05.2018
Schmied Michael Schimmel bei seiner Arbeit in der Werkstatt in Kalkhorst. Mehrere Stunden bearbeitet er die Klingen der Messer.
Klütz/Kalkhorst

Mit besonders hochwertigen Messern möchten Janos Freuschle und sein Vater Michael Schimmel gemeinsam etwas schaffen, das die Besitzer auch noch an weitere Generationen vererben können. „Wir wollen der Schnelllebigkeit etwas entgegen setzen“, sagt Janos Freuschle. Der 21-Jährige studiert im vierten Semester Produktdesign an der Hochschule in Wismar, sein Vater Michael Schimmel ist Schmied und Metallgestalter und hat seine Werkstatt in Kalkhorst. Gemeinsam hatten sie die Idee, ein Klappmesser mit einem neuartigen Mechanismus zu entwickeln.

Janos Freuschle hat mit Vater Michael Schimmel die Manufaktur Facto gegründet

„Erst hatten wir vor, alles selbst herzustellen. Das wurde dann aber bei den Einzelteilen für das Klappmesser schwierig“, sagt Michael Schimmel. Für ihren entwickelten Klappmechanismus, der sich besser als andere im Messergriff verbergen lässt, müssen Einzelteile sehr genau gefertigt werden. Das wäre in der eigenen Schmiedewerkstatt entweder sehr zeitaufwendig oder teuer geworden. Das liegt unter anderem am speziellen Stahl, den Vater und Sohn für ihre Messer verwenden. „Es ist ein Hochleistungsstahl, eine einzigartige Sonderlegierung mit dem Element Niob“, sagt Michael Schimmel. Das rostfreie Metall hat trotz seiner hohen Endhärte auch die notwendige Flexibilität und erlaubt, die Messer sehr dünn zu schleifen, ohne dass feine Ausbrüche an der Schneide entstehen. Aus Stahlplatten werden mit einem Mikrowasserstrahl die Teile des Klappmessers, aber auch Klingen für drei weitere Messer geschnitten, die dann in der Schmiede weiter bearbeitet werden.

Zu Michael Schimmels Arbeitsschritten gehört unter anderem das Härten der Klingen. Dabei wird der Stahl im Vakuum auf 1040 Grad Celsius erhitzt, im warmen Öl abgeschreckt und mit flüssigem Stickstoff oder Trockeneis schockgefroren, um schließlich wieder eine Stunde lang bei 150 Grad erwärmt zu werden. Fünf bis sechs Stunden Arbeit investiert der Schmied so in jedes Messer. Schlussendlich werden sie geschliffen, poliert und montiert.

„Wir haben am Klappmesser monatelang getüftelt und den Mechanismus entwickelt. Dabei kam uns dann die Idee, auch richtig gute Küchenmesser aus dem besonderen Stahl zu machen“, so Schimmel. Ein Schälmesser, ein großes Messer zum Gemüseschneiden und ein Allzweckmesser sind so für den Einsatz in der Küche entstanden. „Wir haben die ersten Modelle einem Koch in Hessen gegeben, der von der Form und der Schärfe begeistert war“, sagt Janos Freuschle.

Er hat im Vater-Sohn-Gespann das Design von den Messern, über die ledernen Messerhüllen bis zu Ausstellungsvitrinen und dem Logo der Manufaktur Facto übernommen. Die Messerhüllen in vier verschiedenen Farben näht Mutter Catrin Freuschle. „Ich war auch dafür zuständig den speziellen Stahl zu besorgen, für den wir uns entschieden hatten und habe mich auch um den Einkauf der Hölzer für die Griffe gekümmert“, sagt der 21-Jährige. Unter dem Namen „Facto“ gibt es jetzt das Klappmesser und die drei Küchenmesser, die sowohl mit Klingen aus dem Hochleistungsstahl, als auch mit handgeschmiedeten Klingen aus Damaszenerstahl ausgestattet werden. Für jedes Messer sind Griffe aus vier unterschiedlichen Hölzern mit natürlichen Färbungen zu bekommen. „Wir haben uns Pflaume als gelb-bräunliches heimisches Holz ausgesucht, das fast schwarze Hartholz Grenadill, das rote Holz Amaranth und das gemaserte Holz aus Wucherungen des Thuja-Nadelbaums“, zählt Janos Freuschle auf, wie verschiedene Elemente der Messerserie zu so insgesamt 32 verschiedenen Messern kombiniert werden können.

Theoretisch hätte diese ganze Arbeit, die in der Entwicklung und im Design der Messerserie steckt, auch eine Diplomarbeit für den Studenten des Produktdesigns sein können. „Aber dafür ist es noch zu früh, ich bin ja erst im vierten Semester. Zum Diplom werde ich mir was anderes überlegen“, sagt er.

Aktuell gibt es die neuen, wie auch andere von Michael Schimmel geschmiedete Messer in der Produzentengalerie von Catrin Freuschle in der Alten Molkerei in Klütz. Dort können die Messer schon für einen Preis von 295 Euro bis 895 Euro erworben werden. Außerdem arbeitet Janos Freuschle an der Internetseite der Messermanufaktur, die dann auch einen Online-Shop haben wird.

Infos und Kontakt

Kurz nach der Wende hat Michael Schimmel begonnen, sich das Schmiedehandwerk als Auto-

didakt selber beizubringen.

Inzwischen hat er sich auf das

Damastschmieden und den Messerbau spezialisiert. Als gelernter

Uhrmacher hat er eine Vorliebe

für filigrane Arbeiten und Mechaniken auf kleinstem Maßstab, was elementar vor allem bei der Entwicklung der eigenen Klappmesser ist.

Verkauf in der Produzentengalerie,

Alte Molkerei, Lübecker Str. 3 in Klütz.

Im Internet: www.facto-messer.de

Malte Behnk

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