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Grevesmühlen Milbenbefall: Bienen kehren nicht zurück
Mecklenburg Grevesmühlen Milbenbefall: Bienen kehren nicht zurück
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01:07 14.04.2018
Die Varroa-Milben haben es auf das Immunsystem der Bienen abgesehen. Quelle: Foto:dpa/monika Skolimowska

Manfred Retzlaff bleibt der Vorsitzende des Imkervereins Grevesmühlen und Umgebung. Auf der Mitgliederversammlung für weitere vier Jahre gewählt.

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Schädlinge bereiten Imkern Kopfzerbrechen / Vorstand des Grevesmühlener Vereins wiedergewählt

Nachwuchs gesucht

18

Mitglieder

zählt der Imkerverein Grevesmühlen und Umgebung aktuell. 2006 waren

es noch 36 lokale

Bienenzüchter.

181

Bienenvölker

sind in ihrer Obhut.

Vor zwölf Jahren hatte Retzlaff erstmals den Vorsitz in dem Verein, dem er seit 1973 angehört, übernommen. Lange habe der 78-Jährige aus Grevesmühlen nicht überlegen müssen, ob er sich zur Wiederwahl stellt, wie er im Gespräch mit der OZ erzählt. Denn er steht nicht alleine da. Es ist eine gut funktionierende Gemeinschaft, in der jeder seine Aufgaben wahrnimmt. Das trifft auch auf den Vorstand zu, in dem es nach der Neuwahl keine Veränderungen gibt. So wurden Willi Heidmann aus Damshagen als Stellvertreter, die Börzowerin Erika Bartels als Kassiererin und Marlies Jaacks aus Grevesmühlen als Schriftführerin bei der auf der von Fritz Haugwitz geleiteteten Wahl in diesen Funktionen bestätigt.

Nicht umhin kommt Retzlaff, auch auf die Probleme der Bienenzüchter hinzuweisen. Der größte Feind der Imker sind die Varroa-Milben. Nach Aussage von Retzlaff stören sie das Immunsystem der Bienen, die aus den Kisten rausfliegen und nicht mehr wiederkommen. Er selbst war davon in diesem Jahr besonders betroffen und verlor einige seiner 25 Völker. Dabei nützte es ihm auch wenig, dass er statt Medikamenten Ultra-Schall gegen die Milben einsetzte. Denn das vertrugen einige Bienen nicht.

Informationen dazu, inwieweit bei einem Milbenbefall beziehungsweise anderen Krankheiten oder Umständen hier der Bienengesundheitsdienst durch eine Beratung am Telefon oder auch vor Ort helfen kann, gab auf der Mitgliederversammlung Tobias Dittmann von der Tierseuchenkasse von Mecklenburg-Vorpommern. Außerdem verwies der Fachberater unter anderem auf die Unterstützung bei Probeentnahmen zur Früherkennung oder bei Seuchen- oder Vergiftungsverdacht sowie eine mögliche Erstattung der Schäden über eine Beihilfe.

Auch der für wenige Tage zurückgekommene Winter hat indes bei den Imkern für einiges Kopfzerbrechen gesorgt. Denn erst bei acht bis zehn Grad fliegen die Bienen aus. Für die Züchter bedeutete das, so Retzlaff, aufzupassen, dass ihnen die Bienen nicht verhungern.

Ohnehin ist es die Nahrungsaufnahme, die in den vergangenen Jahren immer mehr zu einem Problem geworden ist. Bei dem überwiegenden Anbau von Monokulturen fehlen nämlich die so dringend benötigten Zwischenfrüchte. Retzlaff wünscht sich in diesem Zusammenhang seitens der Landwirtschaft das Anlegen von Blühwiesen, deren Blüten der Planzen auch Nahrung für Bienen bieten.

Darüber hinaus haben die Grevesmühlener Imker seit Jahren durch altersbedingtes Ausscheiden mit einem Mitgliederschwund zu kämpfen. Gehörten dem Verein 2006 noch 36 Mitglieder an, so schrumpfte diese Zahl vor allem aus Altersgründen auf zuletzt 18, die 2017 insgesamt 181 Bienenvölker betreuten. Ein bisschen Hoffnung macht da, dass mit dem 24-jährigen Tino Kothe aus Börzow jetzt ein neues Mitglied gewinnen werden konnte.

Dirk H

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