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Grevesmühlen Ministerin Heike Polzin feierte mit Frauen in Dassow
Mecklenburg Grevesmühlen Ministerin Heike Polzin feierte mit Frauen in Dassow
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01:31 07.03.2016
Finanzministerin Heike Polzin (l.) und Landrätin Kerstin Weiss (r.) gratulierten der Vereinsvorsitzenden Hannelore Stuppy zur Feier. Quelle: Steffen Oldörp

Bis auf drei Männer waren am Sonnabend nur Frauen in der Dassower Dornbuschhalle. Der Jugend-, Kultur- und Freizeitverein hatte zur vorgezogenen Frauentagsfeier eingeladen. Zum 19. Mal feiern die Dassower diesen für viele Frauen besonderen Tag, sagte die Vorsitzende des Vereins, Hannelore Stuppy. Ihre Gäste amüsierten sich bei Kaffee und Kuchen mit Musik der Gruppe Nord und bei Sketchen von Dieter Deutsch aus Warin, der als witziger Dorfpolizist für Unterhaltung sorgte.

Prominentester Gast bei der Frauentagsparty in Dassow war Mecklenburg-Vorpommerns Finanzministerin Heike Polzin (SPD). Sie komme jedes Jahr gerne nach Dassow, „weil es hier einfach toll ist“, sagte Polzin. „Ich habe gemerkt, es werden immer mehr Frauen bei der Feier in Dassow. Das finde ich toll und denke, es ist eine gute Art, den Frauentag zu feiern.“ Polzin kam bereits zum achten Mal zur Feier in die Dornbuschhalle. Als kleines Geschenk verteilte die Finanzministerin nach der Kaffeetafel Blumen an die vielen Frauen.

Bis 1989 wurden die Frauen in der DDR jedes Jahr von ihren eigenen Kindern oder denen der „Patenklasse“ am 8. März beglückwünscht. Dazu gab es meist eine gemalte Karte, ein gebasteltes Geschenk und oft auch Blumen. Meist waren es Nelken. Die wurden auch vom Partner und im Betrieb vom Chef überreicht. In Form eines Ansteckers aus Stoff — den die Frauen zuvor für einen Solidaritätsbeitrag bei der Gewerkschaft zu erwerben hatten — wurden sie am 8. März landauf, landab am Revers oder auf der Kittelschürze getragen. Für Heike Polzin ist der Frauentag auch 26 Jahre nach der Wiedervereinigung noch sehr wichtig. „Ich merke das in vielen Orten, dass man sich wieder mehr drauf besinnt, den 8. März zu feiern“, sagte die Ministerin.

Das alles bei der Feier für die Dassower Frauen so schön geschmückt war, hat der Jugend-, Kultur- und Freizeitverein auch zwei Männern und einer Frau aus Syrien zu verdanken. Die Flüchtlinge leben in Dassow und wollen sich mit ihrer Hilfe für die Gastfreundschaft bedanken. „Das ist die beste Integration, die ich mir vorstellen kann“, freute sich Heike Polzin, dass die Syrer so auch eine ostdeutsche Tradition kennenlernen. Als Dankeschön bekam das Trio lautstarken Applaus. „Wenn wir im Verein Hilfe benötigen, brauche ich nur ein Ton zu sagen, sie sind sofort da“, strahlte auch Hannelore Stuppy, die von den Syrern liebevoll „Mama Hanne“ genannt wird. Einer der Flüchtlinge, Mahmoud Obaisan, sagte, für ihn sei der Aufbau und das Decken der Tische selbstverständlich. Außerdem habe es viel Spaß gemacht.

Auch die Dassower Landrätin Kerstin Weiss ließ es nicht nehmen, in der Dornbuschhalle mitzufeiern. „Ich freue mich sehr, dass der Verein es jedes Jahr schafft, eine so schöne Frauentagsfeier zu organisieren“, erklärte Kerstin Weiss. Sie hob hervor, dass „Frauen in unserer Gesellschaft unglaublich viel leisten.“

Von Steffen Oldörp

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