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Ministerin auf Stippvisite in Asylunterkunft

Groß Stieten Ministerin auf Stippvisite in Asylunterkunft

Integration vor Ort: Birgit Hesse (SPD) erfuhr von fehlenden Kita-Plätzen, Deutschkursen, alltäglichen Problemen

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Sozialministerin Birgit Hesse (2. v. l.) und Landrätin Kerstin Weiss (3. v. l.) im Gespräch mit Sozialarbeitern, Asylberechtigten und -bewerbern aus Syrien, die in Groß Stieten untergebracht sind.

Quelle: Haike Werfel

Groß Stieten. Knapp hundert geflüchtete Menschen, vor allem aus Syrien, leben seit einiger Zeit in drei sanierten Wohnblocks in Groß Stieten. Wie klappt die Integration vor Ort? Davon machte sich Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) gestern im Haus Ringstraße 9 ein Bild.

Kinderfahrräder und ein Laufrad können wir noch gebrauchen.“Birgit Deckert, Sozialbetreuerin

52 Asylbewerber und Asylberechtigte sind hier untergebracht, darunter zwei Familien mit je drei Kindern. „Gehen sie zur Schule oder in den Kindergarten?“ will die Ministerin wissen. Der sechsjährige Mohammed, der mit seinen jüngeren Geschwistern neugierig die Besucher mustert, soll ab Montag die erste Klasse in der Grundschule in Dorf Mecklenburg besuchen. Birgit Hesse kennt sie, Tochter Anna geht dort in die zweite Klasse. Eine Patenschaft wäre gut, sagt die Ministerin. Sie würde dem Jungen helfen, sich schnell einzugewöhnen und beim Lernen mitzukommen.

Die fünf jüngeren Kinder gehen nicht in die Kita, berichten die beiden Sozialarbeiterinnen, eine vom Landkreis, eine vom SchuLZ e. V. „Es gibt keine freien Kita-Plätze, das ist ein großes Problem.“

Die Kinder lernen kein Deutsch und es entstehen keine Kontakte der beiden syrischen Familien zu deutschen. Außerdem: Die beiden Mütter müssen ihre Kinder betreuen und können selbst nicht an einem Sprachkurs teilnehmen. Möglicherweise gibt es pensionierte Lehrer oder Erzieher in Groß Stieten, die als Betreuungsperson aushelfen könnten, rät die Ministerin.

Birgit Hesse ist sich mit den Sozialarbeitern und -betreuern einig: Das Erlernen der Sprache ist das Wichtigste, um in der Gesellschaft anzukommen, um einen Job zu finden. „Bei den Deutsch- und Aufbaukursen gibt es viel Nachholbedarf“, macht Sozialarbeiter Roy Rietentidt auf ein weiteres Problem aufmerksam. Eine Lösung ist über die Kreisvolkshochschule geplant, kündigt Landrätin Kerstin Weiss (SPD) an.

Die Ministerin fragt nach weiteren Problemen und hört von ganz alltäglichen, zum Beispiel die Hausordnung oder Mülltrennung. Auch sanitäre Einrichtungen kennen manche Menschen aus den arabischen Ländern nicht. „Neue Flüchtlinge bringen wir mit älteren zusammen. Sie zeigen ihnen, wo sie einkaufen können, wo es Ärzte gibt“, berichtet Sozialarbeiter Sebastian Witt. „Die Menschen brauchen Hilfe zur Selbsthilfe, keine Rund-um-Betreuung. Die wollen sie auch gar nicht, sie sind alle erwachsen“, sagt Rietentidt.

Trotz großer Integrationsbemühungen zieht es viele Asylberechtigte in die Großstädte, wo sie sich ein besseres Leben erhoffen oder Verwandte haben. „Ich sage ihnen, fahrt hin, schaut es euch an.

Manche kommen wieder, weil sie keine Wohnung und keine Arbeit gefunden haben“, erzählt Sozialarbeiter René Fuhrwerk. „Viele wollen aber auch weg, weil sie Ostdeutschland mit Nazis verbinden.“

„Wir müssen ihnen hier Perspektiven aufzeigen“, erklärt Birgit Hesse. Zudem sollte die Sozialbetreuung von Migranten auf ein Jahr, nachdem sie den Asylstatus erlangt haben, ausgeweitet werden. An diesen Kosten wie auch an denen für die Unterkunft von Asylberechtigten, die der Landkreis trägt, müsse sich der Bund stärker beteiligen, fordert die Sozialministerin.

Von Haike Werfel

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