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Ministerin beginnt Reise durch die Kreise

Neukloster Ministerin beginnt Reise durch die Kreise

Stefanie Drese (SPD) besuchte zum Auftakt die Werkstatt für behinderte Menschen in Neukloster

Neukloster. Mit flinken Fingern flechtet Benjamin Käding die Ruten im Kreis herum. Seit sieben Jahren arbeitet er in der Korbmacherei in der Werkstatt für behinderte Menschen des Rehazentrums Neukloster. Gestern schaute ihm Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) auf die Finger. In Neukloster startete die Ministerin ihre Reise durch die Landkreise und kreisfreien Städte. „Ich will mich informieren, aber auch sehen, wo es noch klemmt“, sagt Stefanie Drese. Nach und nach wird sie weitere Einrichtungen besuchen. „Dabei geht es mir vor allem darum, mir einen Überblick zu verschaffen.“

Diesen hat sie nun auch über die Arbeit in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) bekommen. Gabriele Burczyk, Geschäftsführerin des Vereins für Blindenwohlfahrt Neukloster, und Werkstattleiter Frank Roscher führten die Ministerin durch die verschiedenen Abteilungen der Werkstatt. Die Arbeitsplätze in Neukloster sind begehrt. „Wir platzen bald aus allen Nähten“, sagt Roscher. 145 Menschen sind derzeit beschäftigt, 15 weitere im Berufsbildungsbereich sowie 13 Mitarbeiter in einer Außenstelle im Ort. Und auch die Warteliste ist lang. „Wir sind zwar blindenspezifisch ausgerichtet, das Spektrum ist mittlerweile aber breiter und offen für andere Krankheitsbilder“, erklärt die Geschäftsführerin. Interessenten aus ganz Deutschland melden sich in Neukloster an. „Unser Verein ist der größte Arbeitgeber im Ort“, sagt Gabriele Burczyk. Die Arbeiter mit Handicap bekommen 80 Prozent der Erlöse ausgezahlt. Die restlichen 20 Prozent werden für Investitionen und Unterhalt der Werkstatt mit den dazugehörigen Maschinen benötigt.

Diejenigen, die in der Werkstatt einen Arbeitsplatz finden, erhalten arbeitsbegleitende Maßnahmen und werden von Fachpersonal betreut – sowohl am Arbeitsplatz als auch in den bereitgestellten Wohnungen. „Trotzdem können wir die Menschen nicht so fordern, wie wir das gern machen würden“, bedauert Gabriele Burczyk. Zwar stehen den Behinderten zwei Reha-Fachkräfte für die Mobilisierung sowie eine Fachkraft für die lebenspraktischen Fähigkeiten zur Verfügung. Doch diese können nicht mehr refinanziert werden. „Gerade bei Neuerblindeten ist das sehr wichtig. Diese Menschen müssen das Leben komplett neu lernen, sie brauchen jemand, der an ihrer Seite steht“, erklärt die Geschäftsführerin des Vereins. „Der Bedarf dafür ist da.“

Ein Thema, das die Sozialministerin mit nach Schwerin nimmt. „Ich werde dieses Problem auf jeden Fall aufgreifen und mit den dafür Zuständigen besprechen“, verspricht Stefanie Drese. Der Besuch in der Werkstatt hat sie beeindruckt: „Besonders die Vielfältigkeit der Arbeitsmöglichkeiten hat mich überrascht. Toll finde ich es auch zu sehen, wie gut die Arbeiter hier betreut werden.“ Auch der freundliche und lockere Umgangston zwischen Arbeiter und Gruppenleiter habe ihr gefallen. „Das Rund-um-Angebot stimmt“, lautet ihre Erkenntnis nach der Werkstattführung. Vanessa Kopp

OZ

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