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Grevesmühlen Ministerpräsident startet Sommertour auf dem Elektrorad
Mecklenburg Grevesmühlen Ministerpräsident startet Sommertour auf dem Elektrorad
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03:42 16.07.2013
Ministerpräsident Erwin Sellering (r.) schwang sich aufs E-Rad. Auch Professor Udo Onnen-Weber (vorne links) hatte Spaß. Fotos (4): Robert Niemeyer

Im Normalfall bewegt sich Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) in einer schwarzen Limousine durch das Land. Gestern verließ

das Landesoberhaupt für zwei Stunden seinen Luxusdienstwagen, um mit dem Bus zu fahren und sich anschließend aufs Fahrrad zu schwingen. Zum Auftakt seiner Sommertour hat Erwin Sellering gestern in Klütz das Inmod-Projekt der Hochschule Wismar getestet, fuhr mit dem Elektrobus nach Kalkhorst und von dort mit dem Elektrofahrrad nach Groß Schwansee. „Die Mobilität im ländlichen Raum ist eine der größten Fragen im Moment“, sagte der Ministerpräsident, „und hier scheint das gut zu funktionieren.“

Udo Onnen-Weber, Professor an der Wismarer Fachhochschule und Leiter des Projekts, hörte diese Worte sicherlich gerne, wenngleich er eingestand, dass die neue E-Bus-Linie von der Weißen Wiek bis zum Priwall die schwächste der vier Teststrecken des mit rund 4,9 Millionen Euro geförderten Forschungsprojektes ist. „Aber auch hier haben wir Kundschaft, sodass man sagen kann, dass es die richtige Entscheidung war, das Projekt zu starten.“ Pro Woche fahren laut Auskunft der Grevesmühlener Busbetriebe, die den Busverkehr organisieren, im Durchschnitt 175 Menschen mit dem Inmod-Bus. In der Inmod-Zentrale, dem Kompetenzzentrum für ländliche Mobilität, sind 71 Nutzer der Elektrofahrräder registriert. Ein Drittel davon würde das Angebot regelmäßig nutzen.

Vor ungefähr einem Jahr fiel der Startschuss für das drei Jahre lang geförderte Projekt. Zu Beginn hatten die Verantwortlichen noch mit einigen Kinderkrankheiten zu kämpfen. So dauerte es einige Wochen, bis die Software richtig funktionierte und die kleinen Chipkarten ausgegeben werden konnten, über die der Verleih der E-Fahrräder aus den an verschiedenen Stationen aufgestellten Boxen erfasst und abgerechnet wird. „Die Software läuft mittlerweile“, sagte Markus Krüger,wissenschaftlicher Mitarbeiter des Forschungsprojektes.

Nach wie vor gibt es an der Strecke jedoch kein Aufladegerät für den Bus, sodass dieser nur etwa einen halben Tag fahren kann und dann durch einen Dieseltransporter ersetzt wird. „Dennoch sehen wir die bisherige Entwicklung positiv. Schließlich haben wir bei Null angefangen.“

Auch am Streckenplan wurde weitergefeilt. Dassow, das bisher vom Bus angefahren wurde, ist gestrichen worden. Dafür soll in den kommenden Wochen am Tigerpark im Gewerbegebiet eine Fahrradbox aufgestellt werden.

In der Fachhochschule Wismar macht man sich derweil weitere Gedanken, wie die Mobilität auf dem Land verbessert werden könne. So werde derzeit an Carsharing-Konzepten gearbeitet, um auch das Binnenland stärker an Tourismusregionen anzubinden. Darüber hinaus soll eine Art Kriterienkatalog erstellt werden, um besonders verkehrsberuhigte Badeorte zu kennzeichnen.

Mit dem Rad zum Bus
Inmod ist ein Forschungsvorhaben, das sich die Wiederbelebung des Öffentlichen Personennahverkehrs im ländlichen Raum zum Ziel gesetzt hat, initiiert durch das Kompetenzzentrum ländliche Mobilität der Hochschule Wismar. Das Prinzip: Mit Elektrofahrrädern können die Stationen an der Busstrecke angefahren werden, um dann mit dem Bus weiterzufahren.

• Internet:
www.inmod.de

Robert Niemeyer

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