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Grevesmühlen Mission abgeschlossen
Mecklenburg Grevesmühlen Mission abgeschlossen
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10:41 15.05.2018
Rechts der Speicher in der Kirchstraße Grevesmühlen, in dem psychisch kranke Menschen in Wohngruppen und Tagesstätte betreut werden - links die Geschäftsräume der Betreiberfirma - nicht mehr der Verein „Die Insel“, sondern die gemeinnützige DRK-Firma Soziale Betreuungsdienste M-V. Quelle: Annett Meinke
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Grevesmühlen

Auch wenn es sich bei Weitem nicht um die riskanteste Mission in Thilo Raus Leben handelte - der studierte Maschinenbauingenieur war für die Bundeswehr unter anderem in Kundus in Afghanistan in Sachen Kampfmittelbeseitigung unterwegs - die Übernahme der Geschäfte des Grevesmühlener Vereins „Die Insel“ im März 2017 war für den Geschäftsführer der DRK Soziale Betreuungsdienste (eine gemeinnützige GmbH und Tochterfirma des DRK-Landesverbandes MV) dennoch ebenfalls eine echte Herausforderung.

in Grevesmühlen zudem eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Doppeldiagnose, eine Tagesstätte für Menschen mit Doppeldiagnose und eine Tagestätte für ältere Menschen.

Im Alten Speicher

Als Kapitalgesellschaft ist eine gemeinnützige GmbH von Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer befreit.

Gemeinnützig: Die DRK Soziale Betreuungsdienste MV gGmbH ist eine gemeinnützige Firma. Das zeigt das „g“ vor der Firmenbezeichnung.Die Erträge der Firma dürfen nur für gemeinnützige Zwecke verwendet werden.

Eine Herausforderung, der er sich bewusst und gern gestellt hat - das ist ihm anzumerken.Der Verein „Die Insel“ hatte sich lange Jahre um sucht- und psychisch erkrankte Menschen in Grevesmühlen, Mühlen Eichsen, Gadebusch, Wismar und Poischendorf gekümmert - und war in den Jahren 2016 und 2017 in eine finanzielle Schieflage geraten.

„'Die Insel' hatte Schulden im sechsstelligen Bereich“, erzählt Rau. Doch das ist mittlerweile Geschichte. Vor allem, weil der Landkreis eingewilligt hatte, die Rückforderungen, die er selbst an den Verein hatte, bis Oktober 2017 zu stunden. „Diesbezüglich bin ich besonders dankbar für das unermüdliche Engagement der zweiten stellvertretenden Landrätin, Karla Krüger. Ohne die Unterstützung des Landkreises, hätte 'Die Insel' Insolvenz anmelden müssen. Das hätte letztlich niemandem genützt, weder den Erkrankten, noch den Mitarbeitern und erst recht nicht den Gläubigern“, sagt Rau.

Anfang dieses Jahres, am 19. Januar, hat die DRK-Firma rückwirkend zum 1. Mai des vergangenen Jahres den Betrieb vom Verein offiziell übernommen. Jetzt - ein Jahr nach inoffizieller Betriebsübernahme - zieht Thilo Rau Resümee.

Da ist zum Beispiel die Logistik im Unternehmen, die auf den neuesten Stand gebracht wurde. „Die Mitarbeiter, die unsere Klienten betreuen, haben nun an jedem Standort moderne Computer und Laptops, sodass sie ihre Krankenberichte ohne Probleme schreiben können“, sagt Rau stolz. Das war früher anders - da gab es kaum Computer, die Mitarbeiter mussten viel hin- und herfahren, um Berichte zu verfassen. Personalschwierigkeiten hat der Geschäftsführer ebenfalls nicht mehr. „Nachdem all die Streitigkeiten mit manchen ehemaligen Insel-Mitarbeitern geklärt waren, sind einige gegangen, andere neu gekommen.“

Obwohl Rau keinen Tariflohn zahlen kann, wie im Öffentlichen Dienst üblich (ÖDTV), hatte er keine Schwierigkeiten damit, offene Stellen zu besetzen. Ergotherapeuten, Krankenschwestern, auch Diplom-Sozialarbeiter arbeiten in dem zurzeit 71 Mann starken Team der DRK-Firma und kümmern sich um die derzeit mehr als 200 Erkrankten.

„Es gibt geringfügig Beschäftigte, aber auch Teilzeit- und Vollbeschäftigung“, sagt Rau und beantwortet die Frage, warum er keine Personalschwierigkeiten hat - obwohl er nur untertariflich bezahlen kann und im Sozialbereich meist Personalmangel besteht - wie folgt: „Bei uns bekommt jeder Mitarbeiter unabhängig vom Alter 30 Urlaubstage plus zwei Familientage. Das macht also insgesamt 32 Tage Urlaub.“

Das Prinzip „Life-Work-Balance“ greift also auch hier. Immer mehr Menschen entscheiden sich, wenn sie die Wahl haben, eher für mehr Freizeit als für mehr Geld. Doch Rau hat in diesem einen Jahr noch mehr in Angriff genommen. Er hat einen Mitarbeiter für Qualitätsmanagement angestellt, hat den Fuhrpark, insgesamt 16 Autos, fast komplett erneuert.

Und er hat sich mit neuen Verträgen beschäftigt, die auch für die Klienten abgeschlossen werden müssen - vor allen Dingen mit dem Landkreis. Denn der finanziert die Tagessätze für die Erkrankten.

„Mit dem neuen Bundesteilhabegesetz“, erklärt Thilo Rau, „wird alles anders.“ Jetzt ständen der Erkrankte und seine Wünsche im Mittelpunkt. Hätten früher Ärzte, Gutachter, Betreuer entschieden, was gut sei, müsse jetzt der Betroffene wissen, was er will. „Und das ist oft auch nicht so einfach“, sagt der Geschäftsführer. Aber er liebt die Herausforderungen und zeigt lachend auf den Stapel neuer Verträge, der vor ihm liegt.

In die Verantwortung der gGmbH fallen eine Wohngemeinschaft für Alkoholerkrankte in Poischendorf, eine Wohngemeinschaft für psychisch Kranke und eine Tagesstätte in Gadebusch, eine Tagesstätte für ältere Menschen in Wismar, eine Wohngemeinschaft und Tagesstätte für Menschen mit Doppeldiagnosen. Außerdem ambulantes betreutes Wohnen im Grevesmühlener Gerberhof, eine Wohngemeinschaft und Tagesstätte für psychisch Kranke im Gerberhof.

Meinke Annett

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