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Mittendrin und schon vorbei

Grevesmühlen Mittendrin und schon vorbei

Das Regionale Übergangsmanagement des Landkreises läuft und wird gelobt. Ende September endet die Förderung des Projekts.

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Kerstin Weiss

Quelle: Norbert Wiaterek

Grevesmühlen. Das Regionale Übergangsmanagement (Rüm) des Landkreises Nordwestmecklenburg steht vor dem Aus. Zum 30. September endet die Förderung für das Projekt, dass den Übergang von Schülern ins Berufsleben koordinieren und somit einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels leisten soll. „Der Prozess kommt gerade richtig in Schwung, da läuft das Projekt auch schon wieder aus“, sagt Projektleiterin Kerstin Weiss, 2. stellvertretende Landrätin und Fachbereichsleiterin Jugend, Soziales, Bildung und Kultur bei der Kreisverwaltung. Wie es ab Oktober weitergeht, sei offen.

Das Bedauern über das mögliche Ende des Projekts ist groß. Kürzlich sprach sich der Bildungsausschuss des Kreistages für eine Fortführung des Rüm aus. Landrätin Birgit Hesse kündigte am Donnerstag während der Kreistagssitzung Gespräche mit dem Landesbildungsminister an, um „das Regionale Übergangsmanagement fest zu etablieren“. Auch bei den Ausbildungsträgern favorisiere man ein Fortbestehen.

„Das Projekt hat Fachkompetenz gezeigt und es sind vorzeigbare Ergebnisse erreicht worden“, sagt Ilona Schreiber, Geschäftstellenleiterin des überbetrieblichen Ausbildungszentrums in Grevesmühlen.

„Viele unserer Schüler sind über das Rüm in Orientierungsmaßnahmen gekommen. Unsere Schüler profitieren sehr von dem Projekt“, sagt auch Brunhilde Hallmann, Schulleiterin der Regionalen Schule am Wasserturm in Grevesmühlen.

Drei Jahre lang arbeiteten die vier Mitarbeiter des Rüm an einem Konzept, Schulen, überbetriebliche Ausbildungsträger und Unternehmen unter einen Hut zu bekommen, um Schülern einen fließenden Übergang ins Berufsleben zu ermöglichen. „Das Programm sollte Transparenz und Struktur in die Angebote bringen und sie stärker miteinander verzahnen“, sagt Kerstin Weiss.

Herausgekommen ist neben einem mehr als einhundert Seiten starken Konzept auch ein Modell zur Berufsorientierung an Regionalen Schulen. Von Betriebsbesichtigungen in der fünften Klasse über Betriebspraktika in Klasse acht und neun bis zum Bewerbungstraining kurz vor dem Schulabschluss verschiedene Stufen auf dem Weg zur Berufswahl vorsieht. Kerstin Weiss: „Wir haben vorher die Schulen gefragt, was braucht ihr eigentlich.“ Darauf aufgebaut, entstand das Konzept des Netzwerkes Praxislerntag, der seit diesem Schuljahr an den Regionalen Schulen umgesetzt wird. Die Idee stammt aus der Hansestadt Wismar. Der Landkreis brachte die verschiedensten Anbieter von überbetrieblicher Ausbildung zusammen, die sich seitdem an dem Praxislerntag beteiligen. Modelle wie für die Regionalen Schulen seien auch für Förderschulen und für die Gymnasien erarbeitet worden. Ob sie noch umgesetzt werden, hängt vom Schicksal des Rüm ab.

Darüber hinaus gab es regelmäßige Veranstaltungen, um alle Beteiligten zusammenzubringen. Auf der Internetseite www.ruem-nwm.de entstand eine Praktikumsbörse, in der Unternehmen Praktika anbieten können. Auch am Bildungsbericht, der derzeit erstellt wird, ist das Rüm federführend beteiligt. „Sicher, nicht alles läuft problemlos, aber es läuft. Auch könnte einiges, zum Beispiel die Beteiligung der Unternehmen, besser sein“, sagt Kerstin Weiss. Umso bedauerlicher sei, wenn das Regionale Übergangsmanagement an diesem Punkt enden würde.

Und so sucht die Kreisverwaltung nun nach einem Weg, das Rüm weiterzuführen, was vor allem und einmal mehr an der Finanzierung hängt. Derzeit sind vier Mitarbeiter am Rüm beteiligt (2,35 Vollzeitstellen). „Eine Stelle würde reichen, um es weiter laufen zu lassen“, sagt Kerstin Weiss. Schließlich brauche de Region Fachkräfte. Und um die in Nordwestmecklenburg nicht nur zu halten, sondern auch auszubilden, gerade dafür leiste das Rüm einen wesentlichen Beitrag.

Perspektive Berufsabschluss
Das Regionale Übergangsmanagement ist mit Mitteln des Bundesprogramms „Perspektive Berufsabschluss“ entwickelt worden. Ziel ist es, die Effektivität und Qualität der Förderinstrumente im Übergang Schule-Beruf zu steigern. 320 000 Euro an Fördermitteln wurden Ende 2010 dafür zur Verfügung gestellt. Der Förderzeitraum beträgt drei Jahre. Ziel ist es, möglichst vielen Schülern den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern und auch deren Abwanderung aus der Region zu verhindern, um vor allem dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

• Internet:
www.ruem-nwm.de

Robert Niemeyer

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