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Grevesmühlen Nach dem Sturm: Helfer säubern Strände von Müll
Mecklenburg Grevesmühlen Nach dem Sturm: Helfer säubern Strände von Müll
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11:12 06.01.2019
Retica Warnke (links) mit Astrid Appel am Strand von Wohlenberg Quelle: Michael Prochnow
Wohlenberg

Nach dem schweren Sturm an der Ostsee in den vergangenen Tagen ist neben Tonnen von Seegras auch jede Menge Müll angespült worden. Astrid Appel aus Niendorf an der Wohlenberger Wiek hatte deshalb zur Sammelaktion aufgerufen. „Es hätte auch passieren können, das niemand kommt. Dann hätte ich eben allein gesammelt“, sagt die Umweltaktivistin, die unter anderem Führungen für Schulklassen an den Stränden anbietet. Auch bei diesen Führungen ist das Thema Müll inzwischen hochaktuell.

Allein sammeln musste Astrid Appel übrigens nicht. Mehr als ein Dutzend Freiwillige kamen am Sonnabend zum Strandabschnitt rund um Niendorf, um die Aktion zu unterstützen. Darunter auch Retica und Wolfgang Warnke aus Warnow. „Wir haben in der Zeitung davon gelesen, keine Frage, dass wir mit dabei sind“, sagte Wolfgang Warnke, der sich mit dem Problem der Wasserverschmutzung schon länger auseinandersetzt. „Es ist unfassbar, wie viel Müll im Wasser landet.“

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Die Abfälle, die Astrid Appel und ihre Mitstreiter jetzt eingesammelt haben, schwimmen normalerweise auf der Oberfläche der Ostsee in der Wismarbucht. „Irgendwann sinken die Sachen dann auf den Meeresboden, gelangen in die Nahrung der Fische und dann als kleine Partikel zu uns auf den Teller“, beschreibt Astrid Appel den Kreislauf. „Der Sturm hat nun dafür gesorgt, dass die Abfälle an Land gespült werden, und wir sie einsammeln können. Insofern hat das Wetter eine reinigende Wirkung gehabt.“

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Die Müllsammelaktion findet übrigens mit Unterstützung der Gemeinde Hohenkirchen statt. Wie Astrid Appel erklärt, habe Bürgermeister Jan van Leeuwen sofort seine Unterstützung zugesagt. „Wir können die Säcke zu den Mülltonnen legen, sie werden dann abgefahren.“

Das Aufsammeln des Mülls ist übrigens weitaus schwieriger als es sich anhört. Denn oftmals sind es kleine Partikel, die sich im Seegras verfangen haben. Reste von Kugelschreibern, Wattesticks, Verpackungen vieles mehr. „Auch wenn es auf den ersten Blick am Strand so aussieht, als würden nur Seegras und Treibholz herumliegen, das täuscht leider. Denn zwischen dem Seegras verstecken sich die Kunststoffteile, die soviel Gefahr für die kommenden Jahrzehnte bedeuten“, erklärt die Umweltschützerin. „Und auch deshalb bin ich wirklich froh, dass so viele Helfer gekommen sind, und die Aktion unterstützen.“

Michael Prochnow