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Grevesmühlen Nach 21 Jahren: „Mir“ nimmt wieder Kurs auf Wismar
Mecklenburg Grevesmühlen Nach 21 Jahren: „Mir“ nimmt wieder Kurs auf Wismar
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00:19 17.05.2018
Wismar

Norbert Gelhart strahlt über das ganze Gesicht, auch Martina Krimmling ist die Vorfreude anzusehen: Gemeinsam haben die zwei Wismarer das bislang größte Projekt in der Geschichte ihres Vereins „Licht am Horizont“ gestemmt: Sie holen das russische Segelschulschiff „Mir“ nach Wismar. Bereits zu den Hafentagen Anfang Juni macht der Großsegler am Alten Hafen fest und kehrt dann nach 21 Jahren zurück in die Hansestadt. „Wir freuen uns riesig auf den Besuch und dass unsere Kinder mit an Bord dürfen“, betont der Vereinsvorsitzende Gelhart. Seit Jahren unterstützt „Licht am Horizont“ Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringem Einkommen oder die durch Krankheiten und Behinderungen benachteiligt sind. Etwa 100 von ihnen dürfen mit der „Mir“-Besatzung am 9. Juni einen Tag lang über die Ostsee segeln. Seit Monaten sind Gelhart und Krimmling damit beschäftigt, die Ankunft des fast 110 Meter langen Schiffes vorzubereiten. Damit es gefahrlos in den Hafen gebracht werden kann, braucht es einen Schlepper. Und der kostet Geld. Mit Unterstützung von Sponsoren wird der niederländische Schlepper „Avignon“ dabei sein. Er bugsiert den Großsegler sicher an die Kaikante. Auch Festmacher werden gebraucht. „Aber nur beim ersten Einlaufen und der Abfahrt“, berichtet Gelhart. Um die Kosten so gering wie möglich zu halten, werden an den anderen Tagen Kadetten der „Mir“ das Ablegen und Festmachen übernehmen.

Nimmt Kurs auf Wismar: das russische Segelschulschiff „Mir“. Quelle: Foto: Hanse Sail Büro
Ich habe einfach Kontakt zur „Mir“ aufgenommen, und es hat geklappt.Martina Krimmling vom Verein Licht am Horizont

Erwartet wird die „Mir“ in der Wismarbucht am 7. Juni gegen 10.30 Uhr. Mehrere Schiffe werden ihr zur Begrüßung entgegenfahren: die Kogge „Wissemara“, der Lotsenschoner „Atalanta“, ein Boot der Wasserschutzpolizei sowie das Fahrgastschiff „Sturmvogel II“ und die Schiffe der Adler-Reederei. Bis auf der Kogge sind überall noch Plätze zum Mitfahren frei.

Um 9.30 Uhr setzt sich das schwimmende Begrüßungskomitee in Bewegung. „Auch die ortsansässigen Segler und Motorsportler sind aufgerufen, sich zu beteiligen“, sagt Gelhart. Um 11.30 Uhr soll die „Mir“ am Alten Holzhafen festmachen und von den Wismarer Schützen mit Salut-Schüssen empfangen werden. Den Rest des Tages kann man das Schiff besichtigen – für 3 Euro, Kinder haben freien Eintritt.

Am 8. Juni gibt es dann einen Kapitäns- und Offiziersempfang – um 10 Uhr im Wassertor mit geladenen Gästen. Ab 13 Uhr spielt der Shantychor Blänke auf dem Schiff, das nochmal den ganzen Tag lang neugierige Gäste an Bord lässt. „Das Geld fließt in den Erhalt des Segelschiffes“, berichtet Gelhart, der am Sonnabend, 9. Juni, mit etwa 100 Kindern, die sein Verein betreut, für eine sechsstündige Fahrt an Bord geht.

Zustande gekommen ist der Kontakt zur „Mir“ über Martina Krimmlings Ehemann, der auf der Elbe als Lotse arbeitet, das Schiff begleitet und dessen Agenten kennengelernt hat. Telefonnummern sind ausgetauscht worden. „Dann habe ich einfach mal angerufen und es hat geklappt“, freut sich die Wismarerin.

Die Kinder, die beim Törn dabei sind, können mithelfen beim Segelsetzen, die Arbeit von Seemännern kennenlernen, an Führungen unter Deck teilnehmen und bei einem Quiz Bücher über die „Mir“ gewinnen.

Andere Passagiere sind ebenfalls an Bord. Die Sonnabend-Fahrt ist bereits ausgebucht. Nur für die Ausfahrt am Sonntag, 10. Juni, von 11 bis 17 Uhr gibt es noch 140 Karten. Kostenpunkt: 78 Euro für Erwachsene, 58 Euro für Kinder. Russische Kohlsuppe und Teigtaschen sind inklusive. Erhältlich sind die Karten im Reiseland Borchardt.

1997 ist der russische Großsegler zuletzt in Wismar gewesen – damals hat er auch Passagiere an Bord genommen – unter anderem Norbert Gelhart und seine Frau.

110 Meter lang

Das Segelschulschiff „MIR“ ist

110 Meter lang und 14 Meter breit.

Mit diesen Abmessungen gehört

es zu den größten Segelschiffen

der Welt. Der Name heißt übersetzt Frieden. Es wurde als Teil einer aus insgesamt sechs Schiffen bestehenden Baureihe (Schwesterschiffe: Nadeschda, Pallada, Khersones, Druschba und Dar Mlodziezy) 1987 auf der Danziger Werft nach Plänen des

polnischen Segelschiffkonstrukteurs Zygmunt Choren erbaut.

Kerstin Schröder

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