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Nach „Xaver“: Im Wald bei Neuburg wird aufgeräumt

Neuburg Nach „Xaver“: Im Wald bei Neuburg wird aufgeräumt

Der Revierförster Winfried Kauert aus Alt Farpen fordert auch private Flächenbesitzer zu „forstsanitären Hieben“, also der Beräumung nach Windwürfen, auf.

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Wir haben bewusst den Jahresbeginn mit den Stürmen abgewartet.“Winfried Kauert, Revierförster Neuburg

Neuburg. Sturmtief „Xaver“ hatte im Dezember vergangenen Jahres auch im Wald bei Neuburg gewütet. Die Folge waren abgeknickte und umgestürzte Bäume, die kreuz und quer auf dem Boden lagen. Neuburgs Revierförster Winfried Kauert schätzt die Windwurfmenge auf 1000 bis 1200 Kubikmeter. Doch dieses Chaos ist bald Geschichte. Arbeiter sorgen für Ordnung im 1200 Hektar großen Staatswald.

„Wir haben bewusst den Jahresbeginn mit den Stürmen abgewartet. Im Winter droht keine Gefahr durch Pilzsporen und Käfer, die das Holz auf dem Boden befallen. Außerdem brauchen wir eine gewisse Vorlaufzeit, um Unternehmen beauftragen zu können“, erklärt Kauert, warum mit den Aufräumarbeiten erst im März begonnen wurde.

Eine Firma aus Krakow am See war etwa eine Woche lang mit einem Harvester in den Nadelholzbeständen bei Neuburg unterwegs. Diese Holzernte-Maschine fixiert Bäume und fällt sie, sie entastet und entrindet Stämme und schneidet sie auf Länge. „Mit dem Harvester konnten im Revier Neuburg etwa zweihundert Kubikmeter Holz auf einer Fläche von rund fünfzig Hektar aufgearbeitet werden.“

In dieser Woche werden die Stämme mit einem Rückezug zu den Waldwegen gebracht und dort aufgestapelt. Außerdem gehen Waldarbeiter durch das Revier: Noch bis Mitte/Ende April fällen sie gebrochene Bäume per Hand oder mithilfe von Technik und entasten sie. Ein Traktor zieht das Langrohholz an die Waldschneisen, wo es sortiert wird. Holz ohne Risse ist mehr wert als gesplitterte Stämme, weiß man nicht nur in den Sägewerken.

Die Waldberäumung ist laut Revierförster mit einem „immensen Aufwand“ verbunden. „Man muss die ganzen Flächen ablaufen und kontrollieren. Es gab durch ,Xaver‘ keine Flächenwürfe, sondern inmitten von intakten Bäumen andere, die abgeknickt oder umgestürzt waren.“

Warum die Eile? Schuld sind unter anderem die Borkenkäfer. Ab 16 bis 18 Grad Celsius beginnen die kleinen Krabbler zu fliegen und legen ihre Eier in abgestorbenen Bäumen ab. „Jeder geschädigte und geschwächte Baum ist ein potenzieller Brutplatz für die Borkenkäfer“, weiß Felix Weisbrich, Leiter des zuständigen Landesforstamtes Bad Doberan. Wenn jetzt nicht jedes Stück Totholz beseitigt werde, könne im Sommer eine Borkenkäferplage die Folge sein. „Dann wäre es auch möglich, dass die Tiere gesunde Fichten und Lärchen befallen“, warnt Winfried Kauert vor einer Kalamität, einer Massenerkrankung von Waldbeständen. „Bei günstigen Bedingungen gibt es zwei Borkenkäfer-Generationen pro Jahr.“ An einer einzigen mittelgroßen Fichte können 50 000 bis 100 000 Borkenkäfer-Männchen und -Weibchen vorkommen.

Um der Gefahr einer Kalamität zu begegnen, fordert Kauert auch die privaten Waldbesitzer in den Revieren Neuburg und Neukloster, die zum Landesforstamt Bad Doberan gehören, zu „forstsanitären Hieben“, also der Waldberäumung nach Windwürfen, auf. Im Revier Neuburg gehören etwa 800 Hektar Wald privaten Besitzern.

 



Norbert Wiaterek

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