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Nahbus: Unternehmen benötigt zusätzlich 1,7 Millionen Euro

Wismar Nahbus: Unternehmen benötigt zusätzlich 1,7 Millionen Euro

Am 22. September muss der Kreistag Nordwestmecklenburg über den Zuschuss an den Eigenbetrieb entscheiden / Der Finanzausschuss hat zugestimmt

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Die Einführung und Umsetzung des neuen Nahverkehrskonzeptes im Landkreis kostet mehr als ursprünglich geplant war.

Quelle: Karl-Ernst Schmidt

Wismar. Der Verkehrsbetrieb des Landkreises Nordwestmecklenburg – Nahbus – braucht weiterhin dringend zusätzliche Mittel. Durch die Umsetzung des neuen Verkehrskonzepts entstanden Mehrkosten in Höhe von 470000 Euro. Demgegenüber stehen Mindereinnahmen von 1766810 Euro (minus 13,9 Prozent). Die Situation machte bereits die Auszahlung einer eingeplanten Reserve in Höhe von 500000 Euro notwendig. Trotzdem verbleibt immer noch ein Defizit von 1736600 Euro (die OZ berichtete).

OZ-Bild

Am 22. September muss der Kreistag Nordwestmecklenburg über den Zuschuss an den Eigenbetrieb entscheiden / Der Finanzausschuss hat zugestimmt

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Diese Mittel sollen am 22. September per Beschluss vom Kreistag zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. Die Auszahlung ist, wie es in der Beschlussvorlage des Landkreises heißt, „unvorhergesehen“

und „unabweisbar“ – weil der kreiseigene Verkehrsbetrieb ansonsten in Liquiditätsprobleme käme.

„Es handelt sich hier um viel Geld“, sagte der Finanzausschuss-Vorsitzende des Kreistags, Roland Anderko (CDU) gegenüber dem Nahbus-Geschäftsführer Jörg Lettau in der Ausschusssitzung. Dies müsse er genau erklären.

Bereits hinlänglich bekannt sind folgende Fakten: mehrfach erforderliche Takt- und Fahrplanumstellungen durch Unwägbarkeiten in der Planung des Mammutprojektes sowie hohe Kosten durch zusätzlich benötigte Mitarbeiter und angemietete Fahrzeuge von den Bus Betrieben Wismar und den Mecklenburger Verkehrsbetrieben.

Zum ersten Mal berichtete Jörg Lettau auch von hohen Rechtsanwaltskosten. „Wir mussten die neuen Ausschreibungen für Verkehrsleistungen durch Subunternehmen anwaltlich begleiten lassen. Dafür ist mit zusätzlichen Kosten in Höhe von 60000 bis 80 000 Euro zu rechnen.“

Hart zu Buche, so Lettau weiter, schlagen vor allen Dingen die Mindereinnahmen aus dem Fahrkartenverkauf. „In der Kalkulation sind wir von 4,9 Millionen Euro an Einnahmen ausgegangen. Dem steht nun die Realität von nur 2,8 Millionen Euro Einnahmen gegenüber.“ Abschließend bat Roland Anderko den Nahbus-Geschäftsführer noch einmal „um eine schriftliche Aufstellung im Detail.“

Diskutiert wurde im Finanzausschuss in mehrfacher Hinsicht auch über das Angebot des Anrufbusses. Karl-Heinz Griem (SPD) wollte wissen, ob „zusätzliche Marketingmaßnahmen die Einnahmensituation der Anrufbusse nicht erheblich verbessern könnten“. Wie sich herausstellte, soll dem nicht so sein. Denn der Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung in der Kreisverwaltung, Roland Finke, erklärte:

„Tatsächlich würden Marketingmaßnahmen für den Anrufbus die Situation sogar noch verschlechtern.“

Das Angebot Anrufbus sei laut Finke unter wirtschaftlicher Betrachtung im Grunde ein Angebot, dass der Landkreis einstellen müsste. „Es handelt sich dabei zurzeit um ein hoch subventioniertes Ein-Euro-Taxi“, sagte Finke und rechnete vor: „Selbst bei maximaler Auslastung – der Fahrgast zahlt einen Euro bis zum nächsten Anschlussbus und erwirbt dann das teuerste Einzelticket für vier Euro – hätte Nahbus insgesamt fünf Euro an einer Fahrt verdient. Die Kosten für eine Anrufbusfahrt belaufen sich derzeit auf circa 50 Euro.“

Der Anrufbus, so Finke weiter, sei aber nicht ausschließlich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu betrachten. Denn es handele sich dabei „um ein Angebot aus politischen Gründen, ein Angebot der Daseinsfürsorge an die Bürger, die in ländlichen Gegenden wohnen.“ Dennoch, so Finke – und das bestätigte auch Nahbus-Geschäftsführer Lettau – müsse es nun noch verstärkter darum gehen, das Anrufbus-Angebot weiter zu verbessern. „Die Zeiten, in denen Anrufbusse fahren, müssen überarbeitet werden. Wie sich gezeigt hat, werden bestimmte späte Zeiten unter der Woche und am Wochenende – zumindest außerhalb der touristischen Hochsaison – bisher nur sehr wenig genutzt“, berichtete Jörg Lettau. Angedacht sei, dass zukünftig ältere Menschen aus bestimmten ländlichen Regionen für die Hinfahrt zum Einkaufen oder zu Terminen außerhalb ihrer Wohnorte den Schülerverkehr am Morgen nutzen – und dann später mit einem Anrufbus nach Hause zurückkehren.

Der Nahbus-Chef wies auch darauf hin, dass man im Moment aufpassen müsse, „die Idee des Verkehrskonzeptes nicht kaputt zu diskutieren.“ Lettau gehe immer noch davon aus, dass es mehr Zeit braucht, bis sich die Leute an das neue Konzept gewöhnt haben und mehr Gebrauch davon machen. „Wenn wir erreichen, dass pro Anrufbus nicht nur ein Fahrgast fährt, sondern drei oder vier, vielleicht auch mehr – sind wir schon ein ganzes Stück weiter.“

Die Beschlussvorlage zur Auszahlung der 1,7 Millionen Euro wurde schließlich vom Finanzausschuss einhellig gebilligt.

Fahrpläne bei der OZ

In den vergangenen Wochen erreichten viele Anrufe die OZ, in denen Leser nach den neuen Fahrplänen von Nahbus fragten.

Insgesamt 80 000 Exemplare hatte Nahbus drucken und im Landkreis verteilen lassen. Dennoch scheinen nicht alle Haushalte einen Fahrplan in ihrem Briefkasten vorgefunden zu haben.

Nach Information an Nahbus reagierte Geschäftsführer Jörg Lettau umgehend und ließ einige Kartons mit Fahrplänen zur OZ in Grevesmühlen bringen.

Wer einen Fahrplan benötigt, kann ihn sich im Servicecenter der OZ, in der August-Bebel-Straße 11 abholen.

Annett Meinke

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