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Nahbus rollt mit neuem Fahrplan

Wismar Nahbus rollt mit neuem Fahrplan

Besser abgestimmte Fahrzeiten der Busse in Nordwestmecklenburg und Wismar / Kürzere Wartezeiten an vielen Haltestellen / Unrentable Fahrten werden eingestellt

Wismar. Zum Schuljahresbeginn bekommt der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Nordwestmecklenburg einen neuen Fahrplan. Größte Veränderungen: Unrentable Fahrten werden eingestellt, in Spitzenzeiten wird in engerem Takt gefahren, Wismar bekommt wieder sechs Linien statt drei, zudem werden die Fahrzeiten der Linien von Stadt- und Regionalverkehr besser abgestimmt.

 

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Wir wollen die Fahrtarife gerechter gestalten. Der Fahrgast soll für die Kurz- strecke weniger zahlen, als für längere Fahrten.“ Roland Finke, Stabsstellenleiter

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Wir haben geschaut, welche Linien von den Fahr- gästen ange- nommen wer- den und welche nicht – und auch Fahrten gestrichen.“ Jörg Lettau, Nahbus-Geschäftsführer

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„Dadurch werden an vielen Haltestellen die Wartezeiten verkürzt“, sagt Jörg Lettau. Als Beispiel nennt der Geschäftsführer der Nahbus GmbH Nordwestmecklenburg die Linien 3 und 6 im Wismarer Stadtgebiet. Beide fahren im Stundentakt. „Da wir die Fahrzeiten angepasst haben, kommt dazwischen jetzt immer ein Bus aus dem Regionalverkehr. Die Wartezeit beträgt also höchstens noch eine halbe Stunde“, hebt er eine positive Neuerung hervor. Zudem seien in den neuen Fahrplan beim Schülerverkehr die Wünsche der Schulen so weit wie möglich eingearbeitet worden. „Wir haben vor allem ein Ziel:

Wir wollen besser werden“, betont Jörg Lettau.

Vor allem will die Nahbus GmbH wirtschaftlicher werden. „Nach acht Monaten mit dem neuen Konzept lässt sich sagen, dass das Fahrplannetz funktioniert“, erklärt der Geschäftsführer. Allerdings seien die Fahrgastzahlen nicht so stark gestiegen wie erwartet, gleichzeitig seien aber die Kosten gestiegen. Das habe die GmbH in eine Schieflage gebracht. Derzeit läuft eine Evaluierung, eine fach- und sachgerechte Prüfung, die aufzeigen soll, wie das ÖPNV-Unternehmen rentabler arbeiten kann. Erst im Juli musste der Landkreis die Nahbus GmbH mit zusätzlichen 500000 Euro stützen (die OZ berichtete).

Gesucht werden Sparmöglichkeiten. Dazu zählt, unrentable Fahrten zu streichen. Das gilt beispielsweise für die abendlichen Fahrten der Linie 130 von Gadebusch nach Wismar und umgekehrt. Bei der 330 – zwischen Grevesmühlen und Wismar – werden an Sonn- und Feiertagen die Fahrten 13.27 Uhr ab Grevesmühlen und 14.35 Uhr ab Wismar ebenfalls gestrichen. Zudem fährt der Bus in Wismar nicht mehr über Ostseeblick, sondern über die Westtangente. Und bei der Linie 335 (Grevesmühlen-Dassow-Selmsdorf-Lübeck) entfällt das Fahrtenpaar am Abend, um nur einige zu nennen.

Landrätin Kerstin Weiss (SPD) steht zu dem Konzept. „Unser Ziel war, einen echten Nahverkehr für ganz Nordwestmecklenburg auf die Straße zu bringen. Das haben wir erreicht“, sagt sie und setzt hinzu:

Zuvor sei der Busverkehr im Kreisgebiet mehr oder weniger ein reiner Schülerverkehr gewesen. „Das bedeutete auch, dass an den Wochenenden und in den Ferien manche Strecken gar nicht versorgt wurden“, erinnert Kerstin Weiss. Dennoch bleibe der Schülerverkehr ein wichtiges Standbein. „Auch dort hat sich im Fahrplan einiges geändert“, sagt die Landrätin. Sie rät allen Eltern, vor Schuljahresbeginn einen Blick auf die Abfahrtzeiten zu werfen.

Michael Berkhahn, Aufsichtsratsvorsitzender der Nahbus GmbH, stimmt der Landrätin zu. „Bei dem Hauptziel sind wir auf einem guten Weg – bis auf die Wirtschaftlichkeit.“ Er gab jedoch zu bedenken, dass Neuerungen einige Zeit brauchen, bis sie sich durchgesetzt haben. Berkhahn erinnert daran, „dass Fahrgäste mit einem Ticket jeden Bus nutzen können, egal ob vom Stadt- oder Regionalverkehr“. Das scheine aber noch nicht allen bewusst zu sein. „Ich habe in Wismar beobachtet, wenn ein Bus mit drei Ziffern, also ein Regionalbus kommt, steigen die Leute einfach nicht ein, obwohl sie es könnten.“

Ein Punkt, der viele Fahrgäste stört, ist der einheitliche Tarif von vier Euro. „Es ist keinem zu vermitteln, warum er für eine kurze Strecke genauso viel zahlen soll wie für eine lange. Das empfindet der Kunde als ungerecht“, sagt Roland Finke, Leiter der Stabsstelle der Kreisverwaltung. Daher werde derzeit an einem Stufentarif gearbeitet. Wann er eingeführt werde, stehe aber noch nicht fest.

• Alle Informationen zum Fahrplan unter www.nahbus.de

Sylvia Kartheuser

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