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Grevesmühlen Nahverkehr wird neu aufgestellt
Mecklenburg Grevesmühlen Nahverkehr wird neu aufgestellt
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00:00 12.04.2013
Detlef Drabert (links) und Kurt Nierlich beim Aufr�umen am Vielbecker See. Quelle: Schmidt
Grevesmühlen

Bis zum 30. September wird Stefan Lösel, Leiter des Eigenbetriebs Nahverkehr des Kreises, ein Konzept für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Landkreis Nordwestmecklenburg vorlegen. Allerdings rechnet Lösel damit, dass die politische Diskussion bis zur Entscheidung der Kreistagsmitglieder noch ein paar Monate dauern dürfte. Durch eine Änderung der Gesetzeslage auf Bundesebene hält der Landkreis in Sachen Planung des Busverkehrs nun sämtliche Fäden in der Hand. Demnach vergibt nicht mehr das Land die Linien-Konzessionen. Der Landkreis schreibt stattdessen Aufträge für den ÖPNV aus, worauf sich Busbetriebe dann bewerben können.

„Die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, ist gewachsen. Der Landkreis bestimmt zukünftig, wer wo fährt“, sagt Stefan Lösel. Damit werde der Kreis als Aufgabenträger des ÖPNV gestärkt. Der zu erstellende Nahverkehrsplan sei deshalb noch bedeutsamer. Bisher sind die Linien stets vom Land mittels Konzessionen an Busunternehmen verteilt worden.

Theoretisch könnte der Eigenbetrieb Nahverkehr so sämtliche Leistungen an private Busunternehmen vergeben, so wie es der ebenfalls von Lösel geleitete Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises macht.

Die Entsorgung erfolgt komplett über private Firmen. Das jedoch schließt Lösel aus: „Es ist schwierig, diese Leistung am Markt einzukaufen.“ Zumal der Eigenbetrieb Nahverkehr über eigene Busse verfügt. Stefan Lösel, der einen Zwischenstand des Nahverkehrsplanes im Wirtschaftsausschuss des Landkreises vorstellte, hat nun ein ambitioniertes Ziel vor Augen. „Der ÖPNV soll wieder eine echte Alternative zum Auto werden.“ Es solle mehr Busverkehr für mehr Fahrgäste geben, eine bessere Anbindung an Schleswig-Holstein, auch von günstigeren Fahrpreisen spricht er. Dieses Ziel klinge zwar äußerst ehrgeizig, sei aber durchaus realistisch.

Der wichtigste Schritt dazu ist das Nahverkehrskonzept. Etwas Vorarbeit leistete der Regionale Planungsverband, der ein Konzept für ganz Westmecklenburg erstellt hat. Allerdings reiche dieses Konzept nicht aus, um es vom Kreistag beschließen zu lassen. Bis zum 30. September sollen nun neben einer umfangreichen Analyse des aktuellen Zustands Standards definiert werden, nach denen die öffentlichen Aufträge schließlich vergeben werden sollen. Auch fehlt noch die Finanzierung des Projekts. Dass eine Optimierung des ÖPNV sinnvoll und erfolgreich sein kann, hat das Beispiel der Linie 242 in Wismar gezeigt. Die wurde von einem privaten Busunternehmen auf den Eigenbetrieb Nahverkehr übertragen. Lösel präsentierte nun erste Zahlen seit der Umstellung. Demnach seien die Fahrscheinerlöse des Eigenbetriebs insgesamt um 30 Prozent gestiegen, obwohl 25 Prozent der Fahrplankilometer gestrichen wurden. Das scheint auf den ersten Blick nicht überraschend, schließlich hat der Eigenbetrieb quasi die Linie — und damit die Fahrscheineinnahmen — eines anderen Unternehmens übernommen. „Der Erfolg ist, dass die Zahl der Fahrgäste trotz der Streichung von Fahrplankilometern nicht gesunken ist.“ Bis Jahresende werde eine Kostenersparnis von 600 000 Euro erwartet.

Fußgängerzone auf Probe?
Das Thema Fußgängerzone wird seit Wochen in Grevesmühlen diskutiert, nun fordert die SPD-Fraktion eine Testphase.

Für die Stadtvertretersitzung am Montag haben die Sozialdemokraten einen Antrag eingebracht, in dem der Bürgermeister beauftragt werden soll, „ die Wismarsche Straße, ab dem Vorplatz beim Trend- Shop bis zum Markt, im Zeitraum der Stadtfestwoche als Fußgängerzone auszuweisen.“ Hintergrund des Antrages ist die kontroverse Debatte, die seit geraumer Zeit zu diesem Thema geführt wird. Gegner und Befürworter vertreten ihre Standpunkte — doch wirkliche Fakten kann keine Seite vorweisen.

„Auch wenn eine Woche sehr kurz ist, so können wir am Ende vielleicht doch sagen, ob es funktionieren könnte oder nicht“, so SPD-Fraktionschef Stefan Baetke. So könnten vor allem die Gewerbetreibenden in der Wismarschen Straße sehen, wie groß die Einschränkungen durch die Sperrung sind, und ob die Besucher der Innenstadt das Angebot annehmen.

Kritiker der Fußgängerzone monieren, dass ohne eine freie Zufahrt kaum Kunden in die Innenstadt kommen würden. Die Gegenseite hingegen betont, dass erst eine autofreie Innenstadt dafür sorgen werde, dass wieder mehr Menschen nach Grevesmühlen zum Einkaufen kommen.

Beginn der Sitzung ist am Montag um 18.30 Uhr im Rathaussaal.

Vorbereitung für die Angelsaison
Der Beginn der Angelsaison musste in diesem Jahr mehrfach verschoben werden. Nun sind die Seen endlich eisfrei. Detlef Drabert und Kurt Nierlich hatten schon im Februar begonnen, die Angelstellen am Vielbecker See in Grevesmühlen herzurichten. Doch der Winter kam zurück und machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Nach der Zwangspause treffen sich die Angler der Ortsgruppe 4 am Sonntag um 8 Uhr mit Wathose, Sense und Säge zum Arbeitseinsatz am See.

Robert Niemeyer

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