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Grevesmühlen Neue Garagen fürs Stadtzentrum
Mecklenburg Grevesmühlen Neue Garagen fürs Stadtzentrum
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00:52 18.04.2018
Nicht selten haben die Familien auch zwei Fahrzeuge. Für diesen Bedarf muss die Stadt vorsorgen.Stefan Baetke SPD-Fraktionsvorsitzender
Grevesmühlen

Der Großteil der alten, zu DDR-Zeiten errichteten Garagen an der Sandstraße in Grevesmühlen ist bereits abgerissen. Nun gibt es Ideen, was mit dem Areal, an das früher die Müllhalde der Stadt grenzte, passieren soll. Eine Parkanlage im östlichen Teil könnte an einen Bereich grenzen, der mit neuen Fertiggaragen bestückt werden soll. Mehr als 80 Stellplätze sind ebenfalls im ersten Entwurf eingeplant. Die Idee mit den Garagen stammt aus gemeinsamen Beratungen von CDU und SPD. Die Fraktionen hatten vor Monaten einen Prüfauftrag in die Stadtvertretung eingebracht, der die Verwaltung beauftragen sollte, den Bedarf an Garagen zu ermitteln.

Der Bereich zwischen Sandstraße und B 105 in Grevesmühlen soll neu gestaltet werden

Für Christiane Münter (Fraktion grevesmühlen.jetzt) braucht es diese Prüfung nicht: „Garagen braucht heute doch kein Mensch, ich finde diese ganze Idee unsinnig.“

SPD und CDU hingegen sehen das anders. Stefan Baetke, SPD-Fraktionschef, verweist auf die Altersstruktur in der Innenstadt. „Dort leben derzeit viele ältere Menschen, die Familien haben oft nur ein Auto, wenn überhaupt. Aber wenn junge Familien sich für ein Haus im Stadtzentrum entscheiden, dann haben sie keinen Platz für ihr Auto. Nicht selten haben die Familien auch zwei Fahrzeuge. Für diesen Bedarf, denke ich, muss die Stadt vorsorgen.“ Ob am Ende die Stadt in Garagen und Stellplätze investiert oder womöglich ein kommunales Unternehmen, sei völlig offen. Doch spätestens seitdem der Sky-Markt in Grevesmühlen seinen Parkplatz konsequent überwachen lässt und die Parkzeit auf 90 Minuten gedrosselt hat, gibt es ein Problem.

Viele Pendler hatten den Parkplatz an der B 105 als Dauerstellplatz genutzt, während sie in der Innenstadt arbeiteten. Das geht nun nicht mehr, die Ausweichflächen an der Sandstraße sind überfüllt.

Teilweise stehen die Fahrzeuge auf den Grünflächen. Ein Zustand, der dauerhaft keine Lösung sein soll, lautet die Maßgabe aus der Stadtvertretung.

Inzwischen gibt es einen ersten Entwurf für das Areal zwischen Ploggensee und Vielbecker See, das durch die Sandstraße im Norden und den Badstüberbruch, sprich die B 105, im Süden eingegrenzt wird. So könnte der östliche Bereich in eine Parklandschaft umgewandelt werden. Grünflächen mit Sitzgelegenheiten sollen einen Ausgleich zu den viel befahrenen Straßen schaffen. Direkt hinter dem Sky-Markt hingegen könnten Parkplätze entstehen, 84 sind in dem Entwurf vorgesehen, der im Bauausschuss erstmals öffentlich diskutiert wurde - und 16 Fertiggaragen. Die könnten, so Stefan Baetke, von Bewohnern der Innenstadt angemietet werden. Der Bedarf müsse natürlich ermittelt werden. In den Reihen der CDU sieht man jedenfalls eine große Nachfrage nach Stellplätzen in diesem Bereich, der fußläufig nur wenige Minuten vom Zentrum entfernt ist. Auch eine Carport-Lösung ist in der Diskussion für dieses Areal. Eine Entscheidung dazu steht noch aus.

ISEK-Studie

Die Umgestaltung dieses Areals ist das Ergebnis der ISEK-Studie. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept war vor mehr als zehn Jahren aufgelegt worden. Damals waren in mehreren Bürgerkonferenzen, die in Grevesmühlen und unter anderem in Polen stattfanden, Ideen für die künftige Stadtentwicklung gesammelt worden. Eine davon war, die Verbindung zwischen Ploggensee und Vielbecker See, die in diesem Bereich verläuft, wieder freizulegen und einen Park zu schaffen. Zu DDR-Zeiten befanden sich auf dem mehrere Hektar umfassenden Areal neben zahlreichen Garagen die städtische Müllkippe und der Altstoffhandel. Seit der Wende nutzt der Bauhof der Stadt einen Teil des Geländes als Lagerfläche.

Michael Prochnow

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