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Neues Buch über Schloss Bothmer

Klütz Neues Buch über Schloss Bothmer

Ein Hauch von Weltgeschichte umweht Schloss Bothmer in Klütz. Bauherr Hans Caspar von Bothmer (1656-1732) bereitete als Spitzendiplomat die englische Thronbesteigung der Hannoveraner durch Georg I.

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Klütz. Ein Hauch von Weltgeschichte umweht Schloss Bothmer in Klütz. Bauherr Hans Caspar von Bothmer (1656-1732) bereitete als Spitzendiplomat die englische Thronbesteigung der Hannoveraner durch Georg I. im Jahr 1714 vor. In London lebte der Reichsgraf in der Downing Street 10, heute Dienstwohnung der englischen Premierminister. Als Alterssitz suchte er sich dann aber das mecklenburgische Klütz aus.

Nach dem Vorbild von Het Loo bei Appeldoorn in Holland ließ Hans Caspar in den Jahren 1726 bis 1732 sein Schloss errichten. Leider starb der Graf kurz vor der Fertigstellung. Die Bothmers schlugen dennoch Wurzeln in Mecklenburg. Ihre Geschichte erzählt ein Buch, das jetzt im Callidus-Verlag Wismar erschienen ist, als eine Geschichte moderner Außenseiter im konservativen Mecklenburg. Der Titel:

„Die Grafen Bothmer - Aufgeklärter Adel in Mecklenburg“.

Die aus dem Hannoverschen stammenden Bothmers stiegen Anfang des 18. Jahrhunderts binnen kurzer Zeit zum zweitgrößten Landbesitzer Mecklenburgs auf, wie der Autor Peter Nöldechen schreibt. Das sei von den Alteingesessenen argwöhnisch beäugt worden. „Man pflegte Zweifel an der Wohlanständigkeit“, heißt es. Der Autor erzählt von Gerüchten, Graf Bothmer habe das viele Geld zum Kauf der Ländereien um Klütz mit einer Beteiligung am Sklavenhandel verdient. Belege dafür seien aber nicht zu finden gewesen. Erstaunlich lange habe dann die formelle Aufnahme der Bothmers in die mecklenburgische Ritterschaft gedauert. Das geschah nach Nöldechens Recherchen erst 1754 und damit 22 Jahre nach dem Tod Hans Caspars.

Leider fehlt es dem 86-seitigen Buch etwas an innerem Zusammenhang. Einzelne Mitglieder der zehn Bothmer-Generationen in Klütz werden abgehandelt. Breiten Raum widmet Nöldechen Otto Graf von Bothmer (1865-1918), der als Liberaler von 1907 bis 1912 im Reichstag saß. Er hatte, so der Autor, im Wahlkampf versprochen, sich für eine mecklenburgische Verfassung im modernen Sinne einzusetzen. Damit erntete er scharfe Kritik von der mecklenburgischen Elite, denn das geltende Recht sah noch zahlreiche Privilegien für den Adel vor.

Der letzte Bothmer in Klütz starb 1946 während einer Typhus-Epidemie. Im Schloss wurden Kranke untergebracht, Hans Caspar Moritz arbeitete als freiwilliger Krankenpfleger und steckte sich an. Der Rest der Familie war zuvor in den Westen geflüchtet. Später beherbergte Schloss Bothmer ein Altenheim, nach der Wende stand es leer. Im Jahr 2008 übernahm das Land die heruntergekommene Immobilie.

Nächstes Jahr soll das Schloss nach dem Abschluss der Sanierung eröffnet werden.

 



OZ

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