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Grevesmühlen Neues Nahverkehrskonzept bringt Familie in Bedrängnis
Mecklenburg Grevesmühlen Neues Nahverkehrskonzept bringt Familie in Bedrängnis
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07:43 29.04.2016
Warten auf die Linie 344 in Blieschendorf: Alexandra Petter (l.) mit fünf von ihren Kindern. Seit der Einführung des neuen Nahverkehrskonzeptes im Landkreis Nordwestmecklenburg fehlt der wichtigste Bus für die Familie. Quelle: Annett Meinke
Blieschendorf

Dreimal pro Woche nutzten die sechs Kinder (vier bis 18 Jahre) der Familie Kampmann-Petter aus Blieschendorf den Bus der Linie 344, der um 16.30 Uhr von Grevesmühlen Richtung Rehna fuhr, um nach der Schule nach Hause zu kommen. Seit dem 1. Januar ist das Geschichte. Der Bus ist dem neuen Nahverkehrskonzept im Landkreis Nordwestmecklenburg zum Opfer gefallen.

Das will die Familie nicht so einfach hinnehmen, denn immerhin handelte es sich um den wichtigsten Bus für alle Kinder der Familie, wie die zweitälteste Tochter Lotte (15) berichtet. „Wir alle lernen nach Schule und Kindergarten ein Instrument an der Musikschule am Gymnasium Tannenberg. Die Jungs trainieren auch noch in Sportvereinen in Grevesmühlen. Der Bus war perfekt, es passte immer ganz genau.“

Manchmal haben die größeren Mädchen auch die Kleinste, Irma, aus der Kita am Lustgarten abgeholt und gleich mit nach Hause genommen. Der Wegfall des Busses bedeute für die Familie nun einen erheblichen Planungs- und Organisationsaufwand und zusätzliche Kosten für die Gebühr für den Anrufbus.

Das wollte Mutter Alexandra Petter nicht so einfach hinnehmen. Sie wandte sich an Nahbus direkt. Dort verwies man sie an den Landkreis. Auf die Eingabe der Familie reagierte die Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Regionalentwicklung und Planen abschlägig und verwies auf die Möglichkeit Anrufbus.

Petra Rappen, Pressesprecherin des Landkreises, teilte auf Anfrage mit, dass die Statistik auf der monierten Strecke noch einmal analysiert wurde. Dabei sei festgestellt worden, dass die Bestellung des Anrufbusses in diesem Bereich gering ist. Bestellungen nach Blieschendorf hätte es im Betrachtungszeitraum vom 1. bis zum 20. April zur gewünschten Uhrzeit bisher nicht gegeben. Aus diesem Grund sähe man derzeit keinen Anlass zur erneuten Einrichtung eines Linienverkehrs.

Vielleicht bestände ein Chance zur Wiedereinführung des fraglichen Busses, wenn alle Einwohner von Blieschendorf - und die der auf der Strecke liegenden Dörfer - in Zukunft genau zu der Zeit, in der der Bus früher fuhr, einen Anrufbus ordern.

Falls das nichts wird, wünscht sich Alexandra Petter wenigstens die Möglichkeit, einen Anrufbus über WhatsApp zu bestellen. „Dann würde zumindest die ganze Telefoniererei wegfallen.“

Von Meinke, Annett

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