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Grevesmühlen Neues Tarifmodell: Nahbus soll wieder Fahrt aufnehmen
Mecklenburg Grevesmühlen Neues Tarifmodell: Nahbus soll wieder Fahrt aufnehmen
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00:00 09.12.2017
Der ÖPNV wurde mit Beginn des Jahres 2016 umgestellt, der deutlich erweiterte Service kostet allerdings eine Menge Geld, wie sich inzwischen herausstellte – nämlich mehr als vier Millionen Euro Zuschuss pro Jahr. Quelle: Foto: Angelika Heim
Grevesmühlen/Wismar

Das neue Tarifmodell für den Nahverkehr in Nordwestmecklenburg soll im kommenden Frühjahr eingeführt werden, statt wie bisher vier Euro für alle Strecken soll dann das Streckennetz in Zonen eingeteilt werden, die entsprechend der Entfernung den Fahrpreis bestimmen. Dass damit das Defizit in Höhe von mehr als vier Millionen Euro pro Jahr zeitnah reduziert wird, daran glaubt auch in der Kreisverwaltung und in der Politik niemand. Aber, so Roland Finke als Leiter der Stabsstelle beim Landkreis, man gehe davon aus, dass die Fahrgastzahlen langfristig steigen.

Personennahverkehr in Nordwestmecklenburg nicht rentabel / Kreisumlage soll gesenkt werden / Bildungsbericht fällt positiv aus

Schulneubau in der Kreisstadt Wismar?

Kritik musste Landrätin Kerstin Weiss (SPD) einstecken, weil die Pläne, in Wismar möglicherweise ein Gymnasium neu zu errichten, in der OZ veröffentlicht worden waren, bevor der Kreistag diese Information erhalten hatte. „Dazu kann ich nur sagen, dass die Möglichkeit, eine Schule zu bauen, eine von mehreren Varianten ist“, so Weiss. „Mein Plan war es, erst den Kreistag zu informieren. Dass das nicht geklappt hat, lag nicht in meiner Hand, wir haben uns jedenfalls nicht dazu geäußert.“ Tatsache ist, dass die Gymnasien in Wismar saniert werden müssen. Ob eine Sanierung am Ende die bessere Lösung ist, sollen die Gespräche in den kommenden Wochen zeigen. Richtig sauer über die Nachricht ist Dietmar Hocke, Fraktion Landwirtschaft und ländlicher Raum (LUL). Seine Fraktion hatte im Sommer einen Antrag zu genau jenem Thema gestellt – und war damit gescheitert. „Wir sind auch weiterhin der Auffassung, dass wir damit offensiv umgehen müssen. Schade, dass der Kreistag nicht früher reagiert hat.“ Landrätin Kerstin Weiss zu den Wismarer Plänen: „Ein Neubau hat ganz andere finanzielle Auswirkungen, aber richtig ist auch, dass die Stadt Wismar dem Landkreis eine Fläche angeboten hat, auf der ein Gymnasium im Friedenshof errichtet werden könnte.“

Mehr Geld für Städte und Gemeinden im Kreis

Die Kreisumlage könnte im kommenden Jahr deutlich gesenkt werden. Einen entsprechenden Beschluss hat der Kreistag mit deutlicher Mehrheit gefasst. Nachdem die Jahresabschlüsse aus 2015 und 2016 ergeben hatten, dass der Landkreis finanziell deutlich besser ausgestattet ist, als im Vorfeld prognostiziert worden war, hatten die Fraktionen angekündigt, der Landrätin den Auftrag zu erteilen, die Städte und Gemeinden finanziell zu entlasten. Allein Dennis Klüver (Piratenpartei) plädierte gegen eine Absenkung der Umlage. „Der Landkreis hat genug Baustellen, die er finanzieren muss. Anstatt das Geld bei den Gemeinden versickern zu lassen, sollte der Kreis seine Aufgaben erfüllen.“ Für diese Aussage gab es anschließend harsche Kritik. Zumal unter den Kreistagsmitgliedern zahlreiche Bürgermeister sind. Karl Heinold Buchholz (CDU, Bürgermeister von Groß Molzahn) schüttelte den Kopf: „Versickern wird bei uns jedenfalls nichts. Aber entscheidend ist doch, dass die Senkung auch spürbar ist, damit auch etwas ankommt.“ Am Ende stimmte der Kreistag für den CDU-Antrag, der eine Absenkung der Kreisumlage auf rund 38 Prozent vorsieht, aktuell liegt die Umlage bei 42,0 Prozent.

Landrätin Kerstin Weiss hatte 39,8 Prozent angeboten. „Die Absenkung auf unter 38 Prozent ist möglich, aber die Gefahr, dass die Kreisumlage später wieder angehoben werden muss, ist sehr groß.“

Gutes Zeugnis laut Bildungsbericht

120 Seiten umfasst der Bildungsbericht für Nordwestmecklenburg. Und, so lässt er sich zusammenfassen, er stellt dem Landkreis durchaus ein gutes Zeugnis aus. Steigende Schülerzahlen, eine bis 2020 festgelegte Schulentwicklungsplanung, sichere Schulstandorte – in dem Bericht tauchen zahlreiche positive Aspekte auf. Dennoch mahnte Kreistagsmitglied Simone Oldenburg (Die Linke), auch die Schattenseiten nicht zu vergessen. „Die hohe Zahl der Schüler, die keinen Abschluss haben oder diejenigen, die die Berufsschule verlassen ohne Zeugnis. Vieles ist besser geworden, aber es gibt auch Probleme. Und diese Themen müssen wir in den Ausschüssen besprechen.“ Das, so Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD), könne man ja tun. „Aber bei den meisten Punkten hat der Kreis überhaupt keinen Einfluss beziehungsweise sind wir überhaupt nicht zuständig.“

Michael Prochnow

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