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Grevesmühlen Nordostwind stürmt den Klützer Winkel
Mecklenburg Grevesmühlen Nordostwind stürmt den Klützer Winkel
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04:18 12.03.2013
Ein malerisches Bild bot der Wismarer Hafen, die Urlauber freuten sich immerhin �ber ein ungew�hnliches Fotomotiv im M�rz.

Im Ostseeraum und im Klützer Winkel war die Befahrbarkeit der Kreisstraßen für Marko Wulff gestern „grenzwertig“. Der Kreisstraßenmeister räumte schlechte Verhältnisse im Raum Dassow-Harkensee-Pötenitz ein. „Ganz schlimm ist es zwischen Kalkhorst und Schwansee“, betonte der 48-Jährige. Außerdem wehe es zwischen Grieben und Papenhusen immer wieder zu.

Straßenmeistereien

im Dauereinsatz

Auch wenn die vom Vortag um 22 Uhr bestehende Unwetterwarnung für die Region um 10 Uhr aufgehoben worden war, die angekündigten Windgeschwindigkeiten von bis zu 65 Stundenkilometern aus Nordost sorgten für Schneeverwehungen ohne Ende. Von Sichtweiten bis zu nur 50 Metern wurde Marko Wulff von seinen Leuten berichtet. Die Straßen befahrbar zu halten, war das Ziel. Was durchaus auch hieß: „einspurig mit Ausweichstellen“. Sechs bis acht Stunden konnten im Landkreis durchaus ins Land gehen, bis der Räumdienst wieder an einmal geschobener Stelle zurück war. Elf eigene Räumfahrzeuge waren bei der Kreisstraßenmeisterei seit Sonnabend rund um die Uhr im Einsatz, hinzu kamen acht Traktoren und Radlader von Abrufpartnern.

Die für die Bundes- und Landesstraßen zuständige Straßenmeisterei Börzow mit Sitz in Gostorf hatte von ihren gestern acht Einsatzfahrzeugen eines allein für die L 03 zwischen zwischen Grevesmühlen und Klütz abgestellt. „Das fährt immer rauf und runter“, erklärte Straßenmeister Mario Hunger, der zudem alle Fahrzeugführer aufforderte, das Tempo den Straßenverhältnissen anzupassen. Komme es zu Unfällen, sei die Ursache oft unangepasste Geschwindigkeit. Seit Sonnabend 17 Uhr waren von Gostorf aus übers Wochenende neun Fahrzeuge rund um die Uhr im Einsatz. „Von den Freitag zusätzlich eingelagerten 200 Tonnen Streusalz haben wir jetzt schon gut 100 Tonnen ausgebracht“, informierte der 48-Jährige vormittags. Auf Drängen eines Landwirtes musste die Straßenmeisterei Börzow am Freitag übrigens trotz Warnung vor dem drohenden Wintereinbruch 600 Meter Schneezäune abbauen, weil gedüngt werden sollte. Der Straßenmeister hielt sich bedeckt mit der Ortsangabe, sprach von „zwischen Grevesmühlen und Mühlen Eichsen“. Trotzdem haben die Einsatzkräfte diesen Abschnitt beherrschen können. Auch die Kreisstraßenmeisterei hatte in der Vorwoche 300 Meter Schneezäune wegnehmen müssen. „Vom Grundsatz her lassen uns die Eigentümer auf ihren Grund und Boden. Es gibt aber kein verbrieftes Recht darauf“, erklärte Dietmar Greßmann (58), Dezernent für Betrieb und Verkehr beim Straßenbauamt in Schwerin, auf die Frage, ob die Sicherheit nicht Vorrang habe vor landwirtschaftlichen Belangen.

Die Polizei sprach ein großes Lob an den Winterdienst aus. „Die machen wirklich gute Arbeit“, betonte Sascha Puschala vom Polizeirevier Grevesmühlen, das ebenfalls durch den Wintereinbruch in Atem gehalten wurde.

Polizeiwagen blieb

in Schneewehe stecken

„In der Zeit von Sonnabend 19.30 Uhr bis Montag 10 Uhr ereigneten sich auf den Straßen der Hansestadt Wismar und des Landkreises Nordwestmecklenburg insgesamt 20 glättebedingte Unfälle, bei denen vier Personen leicht und eine Person schwer verletzt wurden“, zog André Falke von der Polizeiinspektion Wismar Bilanz. Der Sachschaden werde auf mehrere Zehntausend Euro geschätzt. Dabei wurden auch der Polizei bei ihren Einsätzen durch die Natur Grenzen gesetzt. Das zeigte sich gestern gegen 8 Uhr bei einem Unfall auf der Kreisstraße 3 aus Richtung Pötenitz kurz vor Feldhusen. Bei der Fahrt zum Unfallort fuhr sich der Funkwagen der Polizei in einer Schneewehe fest. Auch im Nahverkehr kam es zu Unfällen. Am Sonntagmorgen rutschte ein Bus mit 31 Insassen auf der B 104 zwischen Gadebusch und der Kreuzung Käselow in Fahrtrichtung Lützow in einen Straßengraben. Die Insassen blieben unverletzt und wurden von einem Ersatzbus abgeholt. Gestern landete zudem ein leerer Bus der Grevesmühlener Busbetriebe (GBB) GmbH im Graben. „Er wurde am Holmer Berg vom starken Wind in den Straßengraben gedrückt und musste mit einem Abschleppseil wieder herausgezogen werden“, berichtete GBB-Geschäftsführer Stefan Lösel.

Einschränkungen im Busverkehr und Schulalltag

Auch die Schulbusse kamen zum Teil nicht an ihr Ziel. Weil es an einigen Stellen kein Durchkommen gab, warteten einige Schüler vergeblich an der Haltestelle. „Drei Linien mussten wir komplett sperren“, so Lösel. Die Buslinien 322 (Klütz-Brook), 341 (Grevesmühlen-Dassow) und 372 (Dassow-Rosenhagen-Barendorf) fielen den ganzen gestrigen Tag über aus und werden frühestens ab heute wieder fahren.

Wegen des eingeschränkten Busverkehrs und schlechter Straßenverhältnisse meldeten einige Eltern ihre Kinder von der Schule ab. „Bei uns sind rund 300 Schüler von 500 zum Unterricht erschienen“, sagte Frank Becker, Schulleiter des Ernst-Barlach-Gymnasiums Schönberg. Die Regionale Schule Klütz zog aus der Situation um 9.20 Uhr Konsequenzen. Alle Schüler wurden nach Hause geschickt. „Wir hatten Sorge, dass sonst der Rücktransport der Kinder nicht gewährleistet ist“, begründet Schulleiterin Jana Malek die Entscheidung.

Straßennetze und Zäune

7 Straßenmeistereien gehören zum Straßenbauamt Schwerin. Jede von ihnen zeichnet augenblicklich verantwortlich für durchschnittlich 250 Kilometer Straße. Schneezäune hatte die Straßenmeisterei Börzow für den Winter 2012/13 auf einer Länge von 3,6 Kilometern aufgestellt.

380Kilometer lang ist das Straßennetz, das die Kreisstraßenmeisterei vom Landkreis Nordwestmecklenburg derzeit zu bewirtschaften hat. Schneezäune waren in diesem Bereich für den aktuellen Winter auf einer Länge von gut zwei Kilometern aufgestellt worden.

Cornelia Roxin und Melina Ulbrich

Grevesmühlen Infokasten 1sp - Der 14. Spieltag

Tore: 0:1 Schmidt (5.), 0:2 N. Radtke (25.), 1:2 A.bes.Selmsdorfer SV—Neuburg abgs.

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