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Grevesmühlen ODS-Geschäftsführer wieder vor Gericht
Mecklenburg Grevesmühlen ODS-Geschäftsführer wieder vor Gericht
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00:05 02.12.2017
2007 gingen die Mitarbeiter von ODS auf die Straße, protestierten für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze – vergeblich. Quelle: Foto: M. Prochnow
Dassow/Schwerin

Dreieinhalb Jahre nach dem Ende des letzten Prozesses vor dem Landgericht Schwerin, bei dem die ehemaligen Geschäftsführer von ODS (Optical Disc Service) in Dassow zu Bewährungsstrafen verurteilt worden waren, wird die Pleite des ehemals größten CD-Herstellers in Europa erneut Thema einer Verhandlung. Ab dem 28. Dezember müssen sich die ehemaligen Geschäftsführer des Unternehmens, Andreas O., Wilhelm F. M. und Kai N., wegen gemeinschaftlichen Betruges, Bankrotts, Verletzung der Insolvenzantragspflicht und Verletzung der Buchführungspflicht verantworten. Bis Ende Februar sind vorerst acht Verhandlungstage angesetzt. Als Grund für die erneute Verhandlung nennt die Schweriner Staatsanwaltschaft die neuen Anklagepunkte. 2012 ging es vor allem um das Thema Subventionsbetrug im Zusammenhang mit den Investitionen der Firma im Dassower Gewerbegebiet. Inzwischen hat die Ermittlungsbehörde so viele neue Fakten zusammengetragen, dass auch die Insolvenz und die damit zusammenhängenden Transaktionen strafrechtlich relevant sind. Welcher der drei Geschäftsführer welchen Anteil hat, das soll in der Hauptverhandlung geklärt werden.

Die ODS-Pleite sorgte 2007 bundesweit für Schlagzeilen, das Unternehmen hatte zeitweise mehr als 1000 Beschäftigte und war seit der Neugründung im Jahr 1997 zum Branchenprimus in Europa angewachsen.

Allerdings steckte hinter der Fassade, wie sich später herausstellte, ein dünnes Korsett, das unter anderem auf der Auszahlung von Fördermitteln basierte. Neben dem Wirtschaftsministerium hatte auch die Arbeitsagentur siebenstellige Summen in das Projekt gesteckt. Ende April 2014 waren nach mehr als 50 Verhandlungstagen innerhalb von zwei Jahren die drei Beschuldigten wegen Subventionsbetruges und Steuerhinterziehung zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Im Rahmen der Plädoyers hatte der Verteidiger des Hauptangeklagten Wilhelm F. M. schwere Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft erhoben. Die habe, so der Anwalt, von Beginn an einseitig ermittelt und dadurch Arbeitsplätze vernichtet. Tatsächlich hatte die Konkurrenz im Musik- und Videogeschäft lange vor der Pleite vor den Geschäften der ODS-Führung gewarnt, die mit ihrer Preispolitik den Markt aufmischten. Das war, so ergaben die Ermittlungen, nur möglich, weil die Investitionen mit Millionenbeträgen subventioniert worden waren. Dass in Dassow Videos und CDs gepresst wurden, um deren Eigentumsrechte ein erbitterter Rechtsstreit geführt wurde, geriet dabei in den Hintergrund.

Die Geschichte von ODS

1997 übernahm Wilhelm F. M. den Betrieb in Dassow. 40 Mitarbeiter arbeiteten damals in dem Unternehmen.

Am 13. Mai 2002 wurde in Dassow der Grundstein für das neue DVD-Werk gelegt, am 18. September des gleichen Jahres lief

im noch nicht komplett fertigen Gebäude

die Produktion an. Die offizielle Einweihung stand im Dezember 2002 ins Haus. Der

Jahresumsatz kletterte von 31,4 auf über 77 Millionen Euro.

2006 untersuchen Steuerfahnder die Büros.

2007 meldete das

Unternehmen, das 1000 Mitarbeiter

beschäftigte, Insolvenz an.

2012 beginnt der erste Prozess vor dem Landgericht.

Michael Prochnow

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