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Grevesmühlen OZ-Leserforum mit großem Anklang
Mecklenburg Grevesmühlen OZ-Leserforum mit großem Anklang
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10:09 27.04.2018
Das OZ-Leserforum in der Malzfabrik von Grevesmühlen zum Thema „Erben, vererben und Pflege“ war gut besucht. Die Vorträge waren kurzweilig und informativ. Experten der Notarkammer MV standen für persönliche, vertrauliche Fragen nach der Veranstaltung zur Verfügung. Quelle: Annett Meinke
Grevesmühlen

Aufmerksam lauschten um die 60 Leser, die zum OZ-Leserforum „Erben, vererben und Pflege“ in der Grevesmühlener Malzfabrik erschienen waren, dem Moderator der Veranstaltung, OZ-Redakteur Volker Penne, und den Experten, die über Testamente und Vorsorgevollmachten und all Irrungen und Wirrungen, die mit diesen Themen zusammenhängen können, berichteten.

Eglé Zierau, Notarin in Gadebusch, informierte über das Testament ohne Notar, das „unbedingt handschriftlich verfasst sein muss.“ Die Risiken handschriftlich verfasster Testamente erklärte Zierau auch: Sie können leicht mal verschwinden oder nicht aufgefunden werden, uneindeutig in der vermeintlichen Klarheit. „Lebensgefährten können kein gemeinsames Testament verfassen“, so Zierau. Sie sollten in jedem Fall einen Erbvertrag beim Notar aufsetzen lassen, um unschöne Ereignisse nach dem Tod des jeweiligen Partners zu vermeiden.

Mit der Annahme vieler Menschen, ein notarielles Testament, das in jedem Fall sicher und auslegungssicher ist, sei zu teuer, räumte Zierau auch gleich auf: „Es ist nicht teurer als das Geld, dass sie aufwenden müssen, wenn sie einen Erbschein beim Nachlassgericht beantragen müssen.“

Denn für den Antrag und für die Ausstellung des Erbscheins muss gezahlt werden. Bei einem notariellen Testament hingegen ist in der Regel kein Erbschein notwendig, so die Notarin, man kann damit sofort handeln.

Bereits im im öffentlichen Forum wurden von den Lesern, wenn auch bedacht allgemein gehaltene Fragen zu verschiedenen Erbkonstellationen gestellt. Eine davon lautete: „Was wäre, wenn ich zwei Kinder hätte, aber nur einem Kind das Haus vererben möchte und dem anderen Kind das Ersparte?“ Antwort der Notarin: „Das Kind, dem das Haus vermacht wird, wird als Erbe benannt, für das Restvermögen wird ein Vermächtnis formuliert.“

Andere Frage: „Was wenn ein Ehepaar gemeinsame Kinder hat und einer noch Kinder aus erster Ehe? Wie sieht es mit den Pflichtteilen aus?“ Dass die Erbfolge in sogenannten „Pachtworkfamilien“ nicht ganz einfach und deshalb besser mit Notarshilfe zu regeln ist, empfahl Eglé Zierau.

Viele Leser nutzen im Anschluss der Veranstaltung, das Angebot, im Einzelgespräch mit den Experten Fragen zu stellen. Beantwortet wurden sie unter anderem vom Geschäftsführer der Notarkammer Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Niclot von Stralendorff.

Der zweite Teil der Veranstaltung, der von Markus Juhls von der AOK Nordost bestritten wurde, drehte sich vor allem um die Vorsorgevollmacht. Ein Ehemann hat zum Beispiel eben nicht automatisch das Recht für seine plötzlich pflegebedürftige Frau zu agieren oder umgekehrt, ebenfalls nicht Eltern für Kinder, die über 18 und vielleicht verunglückt sind – es sei denn, es liegt eine Vorsorgevollmacht vor.

Juhls plädierte für rechtzeitige Beschäftigung mit dem Thema Pflege und allem, was auch rechtlich damit zusammenhängt und wies auf die Pflege- und Sozialberater der Pflegestützpunkte hin, die in Wismar und Grevesmühlen in allen Belangen, dieses Thema betreffend, beraten.

Fazit der befragten Teilnehmer am Ende der Veranstaltung: Informativ, kurzweilig und sehr interessant. Mehr davon

Meinke Annett

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