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Oldtimer pflügen in Naschendorf

Oldtimer pflügen in Naschendorf

45 Teilnehmer und etwa 800 Besucher kamen gestern zu der Veranstaltung der Gemeinde Plüschow

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Jörg Kessner (49, l.) aus Groß Voigtshagen auf dem MAN von 1962 und Winfried Kähler (65) auf dem Hanomag von 1960. Fotos (6): Dirk Hoffmann

Plüschow. Zehn Minuten musste Thomas Bölke seinen Lanz Bulldog, Baujahr 1940, mit einer Heizlampe vorheizen. Dann nahm der 43-Jährige aus Wotenitz das Lenkrad, benutzte es als Kurbel und startete den Traktor kräftig durch. Angehängt hatte er an ihn den Pflug MZ 7, der etwa von 1937 stammt. Den alten Traktor hat er sonst nicht mehr in Betrieb. Bölke holt ihn nur zu besonderen Anlässen raus, wie er erzählt. So wie gestern. Da gehörte Bölke zu den 45 Teilnehmern des mittlerweile 4. Oldtimerpflügens, das als Veranstaltung der Gemeinde auf dem Feld zwischen Naschendorf und Plüschow stattfand. Organisiert wurde es von den engagierten Mitgliedern des ortsansässigen Dorfclubs.

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45 Teilnehmer und etwa 800 Besucher kamen gestern zu der Veranstaltung der Gemeinde Plüschow

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Wie Bölke, der zum dritten Mal zum Oldtimerpflügen kam, ging es auch den meisten Teilnehmern. Sie wollten an diesem Tag einmal mehr ihrem Hobby nachgehen, vor allem aber ihre alte Technik der Öffentlichkeit zeigen. Denn gerade die jüngere Generation kennt die Landwirtschaft, wie sie früher betrieben wurde, oft nur noch aus dem Fernsehen oder vom Hörensagen.

Die Gelegenheit, seinen alten Traktor zu präsentieren, ließ sich zum Beispiel auch Christian Lenschow nicht entgehen. Der 54-Jährige aus Grieben wollte vor allem Spaß haben und seinen Schlepper mal ausprobieren, den er an den Lanz Bulldog von 1952 angebracht hatte.

Auf einem Hanomag von 1960 saß hingegen Winfried Kähler (65) aus Moor, als er die Furche auf dem Acker zog, während Jörg Kessner (49) aus Groß Voigtshagen dafür einen MAN von 1962 benutzte. Und Steffen Timm (47) aus Jeese war mit seinem Deutz von 1950 erschienen. Unter den Blicken der etwa 800 Besucher pflügten sie mit dieser alten Technik sehr akkurat. Da konnte jeder sofort erkennen, diese Männer verstehen ihr Handwerk. Mit den Traktoren aus lange zurückliegenden Zeiten kommen sie auch heute noch bestens zurecht.

Nicht zum Einsatz kam der Güldner von 1961, mit dem Reinhard Bendler aus Drispeth bei Zickhusen angereist war. Anderthalb Stunden brauchte der 63-Jährige, bis er am Vormittag das Feld vor Plüschow erreichte. Hier wollte er zum einen seinen Traktor zeigen, aber sich selbst auch die anderen älteren Modelle einmal etwas genauer anschauen. Denn die Fahrzeuge von früher interessieren ihn sehr. Mit den Teilnehmern des Oldtimerpflügens zu fachsimpeln, das kann nach seiner Aussage auch sehr spannend sein.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Bendler diesen Aufwand betrieben. Auch diesmal war ihm die Vorfreude auf die nächsten Stunden anzusehen. Und das, obwohl Bendler am Nachmittag noch den Heimweg mit seinem Güldner vor sich hatte. Daran dachte er in dem Moment aber nicht, als die ersten Traktoren auf dem Feld eintrafen. Für ihn stand bereits da fest: „Schön, dass ich wieder dabei bin.“ Fasziniert waren auch die vielen Besucher von dem, was sie beim Oldtimerpflügen in Plüschow zu sehen bekamen. Zu ihnen gehörte zum Beispiel der Schweriner Ingo Jenß (55). Zufällig hatte er auf einem Plakat von der Veranstaltung erfahren, nicht lange überlegt und war spontan mit seinem Sohn Werner Alexander (7) erschienen. Denn die Technik, wie sie früher benutzt wurde, interessiert ihn.

Zu sehen und zu bestaunen gab es am Sonntag eine ganze Menge. Auch für Abwechslung war gesorgt. Denn Kinder, die nicht die ganze Zeit über beim Pflügen dabei sein wollten, konnten unter der Anleitung von Bereichssozialarbeiterin Katrin Heinze unter anderem etwas zeichnen, sich ihr Gesicht schminken lassen oder auch an Spielen teilnehmen. Der sechs Jahre alte Cedric sowie die zweijährigen Anthony und Nils suchten sich ihre jeweiligen Lieblingsmotive aus und malten munter drauflos. Für Essen und Getränke war beim Oldtimerpflügen natürlich auch gesorgt. Zum einen waren es die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, die unter anderem Erbseneintopf aus der Gulaschkanone ausschenkten. Außerdem boten die Frauen des Dorfclubs selbstgebackenen Kuchen an.

Zufrieden zeigten sich auch die Organisatoren. Denn das Teilnehmerfeld war wieder einmal sehr groß, auch die Zahl der Zuschauer ähnlich hoch wie im vergangenen Jahr. „Es hat wieder alles sehr gut geklappt. Schön, dass diese Veranstaltung so gut angenommen wird“, freute sich Ulf Nienkarken, 1. Vorsitzender des Dorfclubs.

Und auch wenn der Spaß natürlich im Vordergrund stand: Durchgepflügt werden musste das Feld ohnehin. Denn es war die Vorbereitung für die Maissaat, wie Michael Weiß als 2. Vorsitzender des Dorfclubs erklärte.

Von Dirk Hoffmann

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