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Grevesmühlen „Opa ist Jacobs Bester“
Mecklenburg Grevesmühlen „Opa ist Jacobs Bester“
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14:50 30.08.2018
Omi Heidi Timm mit Enkel Jacob im kleinen Dörfchen Jeese. Quelle: Annett Meinke
Bernstorf

Brütend lag die Hitze über dem kleinen Dörfchen Jeese noch an diesem Tag Mitte August - wie zu jenem Zeitpunkt überall in Nordwestmecklenburg. Nach Jeese, das zur Gemeinde Bernstorf gehört, fährt man hindurch, wenn man von Hanshagen aus kommt und Richtung Bernstorf will. Jeese hat einen großen Teich in seiner Mitte, an dem rechts die Straße schlängelnd vorbeiführt, aus dem die Freiwillige Feuerwehr ihr Löschwasser aufnimmt. Eine Gegend, in der man unendlich weit entfernt von der Hektik der Welt und ihren derzeitigen Wirren scheint. 

Wer an diesem Tag nicht unbedingt draußen zu tun hatte, hielt sich eigentlich lieber drinnen auf. Nicht so aber Jürgen Timm (75). Hin und her raste er an diesem Nachmittag mit seinem Fahrrad - immer am Ufer des Teiches, direkt vor seinem Haus entlang - gemeinsam mit seinem Enkel Jacob (5), der mächtig Spaß an der wilden Fahrt hatte und der Grund dafür war, dass sich Opa bei den Temperaturen derartig schaffte. „Opa ist Jacobs Bester“, sagte Jürgen Timms Frau Heidi (75), die Oma von Jacob, die ihre beiden Männer beobachtet. Das klang kein bisschen eifersüchtig, sondern voller Liebe für Beide - für den Enkel und den Ehemann. 

Jürgen Timm ist sozusagen Ur-Jeesener. Er wohnt in dem Haus auf dem Hof, auf dem er aufgewachsen ist - zusammen mit seiner Frau, einem der beiden Söhne plus Schwiegertochter und Enkel. Jacob hat das Glück nicht nur im Urlaub zu Besuch bei Oma und Opa zu sein, sondern sie immer um sich zu haben. Auf die Frage, ob das schön ist, nickt er still, aber inbrünstig. Nicht nur weil Opa mit ihm viele Spiele spielt, unter anderem am Teich entlang rast, oder weil Oma natürlich gern Nudeln für ihn kocht, die er liebt - wie viele Kinder. Die Großeltern gehören einfach zu seinem Leben dazu.

Bei den Timms aus Jeese ist es so, wie es früher immer hieß: Um ein Kind groß zu kriegen, braucht es ein ganzes Dorf. Und in Jacobs Fall ist das auch tatsächlich so, denn insgesamt sieben Familien Timm leben in Jeese, auf den Höfen, die gleich nebeneinanderliegen. Der Cousin von Jürgen Timm und sein Bruder samt deren Sprösslingen und Familien.

Jürgen und Heidi Timm sind jetzt 51 Jahre verheiratet. Sie kommt ursprünglich aus Teschow, das nicht weit entfernt liegt. Sie haben noch einen Sohn und weitere zwei Enkel, die aber nicht in Jeese wohnen. Jürgen Timm ist Ehrenmitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr, seit der Rente. Vorher hat er 60 Jahre lang aktiv mitgemacht - ist mit 15 bereits in das verantwortungsvolle Ehrenamt eingestiegen. Und auch wenn er nicht mehr selbst mit ausrückt, wenn es irgendwo brennt, um die Belange der Feuerwehr kümmert er sich dennoch.

Er hat dafür gesorgt, dass die großen Findlinge, die an der einen Seite des Teiches liegen, dorthin kommen. „Inzwischen kommt man zwar von mehreren Stellen an den Teich ran, um Löschwasser zu tanken,“, sagt er, „aber das war nicht immer so, und damit das Auto nicht in der weichen Uferumrandung absackt, mussten die Steine her.“ Verschiedene Schichten. Erst eine Schicht Steine, dann Sand rauf, dann noch mehr Steine. Enkel Jacob sitzt gerne darauf, um nach einer wilden Fahrradjagd mit Opa zu verschnaufen - oder einfach so. Und Opa und Oma passen auf, dass er nicht zu viel herumturnt, damit er nicht ins Wasser fällt. Auch ansonsten sind sie da für ihren Jacob, entlasten seine Eltern, die arbeiten, indem sie ihn in den Kindergarten bringen oder abholen. 

„Kann sein“, sagt Jürgen Timm, „dass da sogar Öl unter dem Teich ist. Da kam mal so was Öliges hochgeblubbert aus einer Quelle, da sind wohl ganz früher mal viele alte Bäume verrottet.“ Nun, bisher hat sich das nicht bestätigt - und so richtig würde wohl auch kein Jeesener wollen, dass in Jeese mal wirklich jemand Öl findet. Besser, alles bleibt so friedlich, wie es ist. Der Teich bleibt einfach, was er ist, ein Löschwasserteich und Mittelpunkt eines ruhigen, großfamiliären Dorflebens.

Meinke Annett

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