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Palinger sind für Flächenbrände trainiert

Palingen Palinger sind für Flächenbrände trainiert

Firefighter sind extra für Vegetationsbrände ausgebildet. Sie teilen ihr Wissen mit der Feuerwehr im Heidegebiet.

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Neben Schaufeln, Hacken und Äxten gehört auch ein 20-Liter Rucksack mit Wasser zur Ausrüstung eines Firefighters.

Quelle: Frank Martens

Palingen. Es ist ein Szenario, dass die Feuerwehren im Ernstfall vor große Probleme stellen könnte, sagt Christian Geyer von der Palinger Feuerwehr — ein Brand im Landschaftsschutzgebiet Palinger Heide. Der Boden ist hier sandig, ein Vorankommen mit den schweren und großen Löschfahrzeugen nicht einfach. Ein weiteres Problem: Im trockenen Heidekraut und den Kiefern könnten sich mögliche Flammen sehr schnell ausbreiten.

Geyer kann sich gut an zwei Brände am Kolonnenweg in Herrnburg erinnern — im vergangenen Jahr. Es waren sogenannte Vegetationsbrände. Mit den großen Löschfahrzeugen gab es kein Durchkommen. „Man kommt mit ihnen leider nicht überall hin“, so Geyer. Mit speziellen Werkzeugen aus den USA, Spanien und Kroation, einem 20-Liter Rucksack mit Wasser und kleinen Pumpen — die bis zu 15 bis 16 Kilogramm wiegen — sei es dagegen kein Problem gewesen, die Feuer relativ schnell zu löschen, sagt Geyer.

Mit den Schaufeln, Hacken und Äxten hätten sie den Boden aufgelockert und dem Feuer so „das Material weggenommen“. Diese und andere leichte Spezialwerkzeuge gehören zur Ausrüstung so genannter Firefighters. Die Feuerwehrleute in gelben Anzügen sind besonders für Erdbeben und Waldbrände ausgebildet. Christian Geyer ist so ein Firefighter. Er gehört zum Verein @fire — einem internationalen Katastrophenschutzteam, dass vor allem bei Notlagen im Ausland gerufen wird.

Dank der Erfahrung von Geyer und anderen Firefightern üben die Feuerwehrleute aus Palingen schon seit Jahren für einen Ernstfall in der Palinger Heide. Im vergangenen Jahr sogar mit Unterstützung von Firefightern aus Hamburg und einem richtigen Feuer. In diesem Jahr waren die einheimischen Brandschützer unter sich. Und diesmal legten sie auch kein kontrolliertes Feuer. Gehackt, geschaufelt, um Schneisen zu schlagen, haben sie in Abstimmung mit dem Naturschutzbund trotzdem.

Ein Vegetationsbrand sei etwas völlig anderes als ein Gebäudebrand, sagt Geyer. „Man muss flexibel sein und viele Dinge wissen, die man sonst nicht unbedingt als Feuerwehrmann drauf haben muss wie zum Beispiel Wetterkunde oder das Arbeiten mit einem Navi.“

Als Christian Geyer das erste Mal einen Vegetationsbrand gesehen hat, war er „beeindruckt“. Fünf Hektar Getreide brannten. Geyer war über die „Geräuschkulisse“ und über die „Feuerhöhe“ erschrocken.

„Wenn ich so etwas schon mal gesehen habe und weiß, wie ich daran gehe, ist das ganz anders.“ Doch nur die wenigsten Ortsfeuerwehren seien auf solche Brände vorbereitet und „agieren deshalb falsch“.

Und das, so Geyer, könne gefährlich werden. Wichtig sei zum Beispiel, mit dem Gesicht immer zum Feuer zu stehen und auch auf die Windrichtung und die Temperatur zu achten. „Das schlimmste, was passieren kann, dass Feuerwehrleute in Gefahr geraten“, weiß der Waldbrandexperte. Doch das sei schon passiert bei Vegetationsbränden. Auch, dass Fahrzeuge abgebrannt seien.

Dass tatsächlich einmal die Heide brennt, hoffen die Palinger selbstverständlich nicht. Aber sie fühlen sich nach der Übung am Sonnabend gut vorbereitet auf die bevorstehende „heiße Zeit“, die Zeit der Vegetationsbrände. „Es fängt an, grün zu werden. Und das heißt: Das trockene Überholz ist leicht zu entzünden“, warnt Geyer.

Der Verein @fire
@fire Internationaler Katastrophenschutz Deutschland e.V. ist eine als gemeinnützig anerkannte Hilfsorganisation, mit der Aufgabe schnelle Auslandshilfe bei Naturkatastrophen zu leisten. Die Mitglieder sind in der Waldbrandbekämpfung und der Erdbebenrettung gesondert ausgebildet.

Die Mitglieder kommen aus ganz Deutschland und sind wie in Palingen in regionalen Teams organisiert, die regelmäßig gemeinsam trainieren.

Frank Martens

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