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Grevesmühlen Oldtimer auf dem Acker faszinieren Zuschauer
Mecklenburg Grevesmühlen Oldtimer auf dem Acker faszinieren Zuschauer
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14:16 14.04.2019
Michael Schmidt pflügte mit den beiden Mecklenburger Warmblut-Pferden Helga und Heidi den Acker. Schmidt wird unterstützt von Manfred Krüger. Quelle: Malte Behnk
Plüschow

Eine Ackerfläche bei Naschendorf ist jetzt besonders gründlich gepflügt. Etwa 80 Traktoren, die fast alle als Oldtimer gelten, waren am Sonntagvormittag von ihren stolzen Besitzern zu dem inzwischen siebten Treffen mit Oldtimer-Pflügen gebracht worden und fast jeder zog auch einige Furchen mit seiner betagten Maschine.

Auf der Ackerfläche zogen die Besitzer der Oldtimer eine Furche nach der anderen. Quelle: Malte Behnk

Mit zwei Pferdestärken vor dem Pflug

Ganz ohne Benzin kam Michael Schmidt mit seinen zwei Pferdestärken beim Pflügen aus. Heidi und Helga, Mecklenburger Warmblüter, zeigten all ihre Kraft, während sie die zwei Pflugscharen durch den Ackerboden zogen. „Komm, komm, komm“, trieb Michael Schmidt die beiden an. „Sonst mache ich Kremserfahrten von Grevesmühlen zur Ostsee oder nehme mit der Kutsche am Stadtfest oder am Schwedenfest in Wismar teil“, sagte Schmidt, der seine Pferde zunächst noch etwas bremsen musste.

Das Trio aus Mensch und Pferden demonstrierte eindrucksvoll, wie sehr die Einführung der Traktoren die Landwirtschaft erleichtert hat. Innerhalb von zwei Stunden könnten Schmidt und seine Pferde etwa so viel pflügen, wie ein moderner Traktor schafft, wenn er einmal hin und einmal zurück fährt. Während die meisten Traktoren ihren Pflug automatisch heben und senken konnten, brauchte Michael Schmidt beim Wenden und ansetzen der nächsten Furche Unterstützung von Manfred Krüger.

Dorfclub und Gemeinde organisieren das Treffen

„Sie zeigen als einzige noch, wie mit Pferden gepflügt wurde“, sagte Ulf Nienkarken, der Vorsitzende des Dorfclubs Plüschow. „Wir organisieren seit sieben Jahren dieses Treffen mit der Gemeinde zusammen“, sagte er und freute sich, dass die Zahl der Zuschauer offenbar schon wieder zugenommen hatte. „Ich kann gar nicht sagen wie viele Gäste hier sind, aber es werden jedes Jahr mehr. Das ist toll, weil es ja noch ganz schön frisch ist“, so Nienkarken.

Trotz Wind und nur sechs Grad waren die Besucher in Scharen zum Acker gekommen. Dass auch die Zahl der gezeigten Traktoren wächst, führt Nienkarken auf den frühen Termin im Jahr zurück. „Alle wollen nach dem Winter ihre Technik rausholen. Hier ist es oft die erste Gelegenheit, die Fahrzeuge zu zeigen und Leute mit dem gleichen Hobby zu treffen“, sagte er.

Trotz Wind und nur 6 Grad kamen Besucher in Scharen, um die alten Traktoren in Aktion zu sehen. Quelle: Malte Behnk

Viele Familien mit Kindern wollten die alten Traktoren bei der Arbeit sehen. „Wir sind jetzt schon das vierte Mal hier“, sagte Björn Paul aus Redewisch. „Es macht Spaß, die alte Technik zu sehen und zu hören“, sagte er.

„Außerdem macht sich die Feuerwehr hier viel Arbeit mit Grillen und der Gulaschkanone“, sagte Paul, der selber Feuerwehrmann in Boltenhagen ist. Er machte einen Männer-Familienausflug mit seinem Sohn Marlon (7) und seinem Vater Torsten Paul. „Ich bin früher auch einen ZT 300 gefahren“, sagte Torsten Paul, der sich freute, dass sein Enkel auch von Traktoren begeistert ist.

Auch Sven Meinhardt aus Kalkhorst war als Traktorenfan zum Zuschauen zum Oldtimer-Pflügen gekommen. „Ich habe Spaß an der Technik“, sagte Meinhardt. „Ich habe selber einen Hanomag, einen Deutz und einen Belarus, die alle funktionieren. Aber ich habe leider nicht so viel Zeit für sie“, so der Elektriker, der die Traktoren nutzt, um Brennholz zu holen.

Opas Traktor ist heute noch aktiv

Einen Mc Cormick Traktor von vor 1950 zeigte Erik Dünow aus Gressow. Seine Familie hat dort einen landwirtschaftlichen Lohnbetrieb. Der Oldtimer war bis 2013 voll im Einsatz. Quelle: Malte Behnk

Besonders alte Technik führte auch Erik Dünow aus Gressow vor. Seine Familie hat dort einen landwirtschaftlichen Lohnbetrieb. Der alte Mc Cormick war bis 2013 noch voll im Einsatz. „Der wurde noch vor den 1950er Jahren gebaut“, war sich Erik Dünow sicher. „Mein Opa hatte den schon zu Kriegszeiten. Das ist ein Einzylinder Verdampfermotor“, erklärte er, weil immer wieder Neugierige fragten, was es mit einem offenen Wassertank auf sich hat. „Das ist die Kühlung für den Motor“, war dann die zusätzliche Information.

Innerhalb von etwa drei Stunden hatten die Teilnehmer des Treffens etwa elf Hektar Ackerfläche umgebrochen. „Das wird danach noch einmal alles übergepflügt, bevor hier dann Mais wachsen soll“, sagte Ulf Nienkarken.

Pferdegspann und viele alte Traktoren waren auf dem Acker im Einsatz

Malte Behnk

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