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Grevesmühlen Philosophie der Firma Schmahl: eine gute Arbeitsatmosphäre
Mecklenburg Grevesmühlen Philosophie der Firma Schmahl: eine gute Arbeitsatmosphäre
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00:33 15.06.2018
Blick auf einen Teilbereich des Betriebsgeländes. Das etwa 2,5 Hektar große Areal liegt am Ortseingang Upahls aus Richtung Rüting kommend.
Upahl

Detlef Lange arbeitet heute auf den Tag genau 25 Jahre für die Firma Schmahl in Upahl. Der gelernte Zerspanungsfacharbeiter wurde erst einmal zum Malern angeheuert, für drei Monate. Zurückgeholt haben sie den heute 59-Jährigen dann. Erst in die Werkstatt, anschließend ging er ins Lager, wo er heute noch arbeitet und ob seiner ursprünglichen Profession notfalls sogar noch ein Ersatzteil mal eben selbst drehen kann.

Betrieb für Landtechnik in Upahl setzt auch auf seine langjährigen Mitarbeiter

Genau wie für seinen Monteurskollegen Ulf Bomball, der heute ebenfalls auf eine 25-jährige Betriebszugehörigkeit zurückblicken kann, gibt’s vor Dienstbeginn für beide Torten. Mit eigenem Konterfei.

Das ist seit dem Vorjahr so, weil da die ersten Mitarbeiter im 1992 gegründeten Upahler Betrieb dieses Jubiläum begingen. Damals hieß es im Mutterhaus in Oldenburg/Holstein „wachsen oder weichen“, heute sind die Upahler ein eigenständiger Betrieb.

Innendienstleiter Axel Kirmße weiß, was er nicht zuletzt auch an den langjährigen Mitarbeitern hat. Ihre Erfahrung sieht er als besondere Bank an im täglichen Betriebsgeschehen beim Ver- und Ankauf von Landmaschinen, beim Ersatzteilhandel, in der Reparaturwerkstatt oder den zehn Servicewagen draußen bei den Kunden sowie beim Handel mit Gartentechnik. Aus Oldenburg, wo Axel Kirmße zuvor für die Firma Schmahl gearbeitet hat, kenne er noch so eine Art Ahnentafel. Da fanden sich Mitarbeiter wieder, die sogar 40 Jahre und mehr für das Unternehmen tätig waren.

Detlef Lange kennt sich bestens aus im Ersatzteillager. 400 Quadratmeter Grundfläche hat es, auf zwei Stockwerken sind bestimmt um die 30000 verschiedene Artikel verstaut. Akribisch und platzsparend, von der kleinsten Schraube über diverse Filter, Hydraulikpumpen und Wellen bis hin zu Front- und Heckscheiben oder einfach einem Pressenband, damit ein Bund Stroh auch ein Strohbund bleibt. Die Arbeit mit all diesen Dingen und der Kontakt zu den Kunden beim Verkauf macht Detlef Lange auch nach 25 Jahren immer noch Spaß. „Klar, Stress gibt es auch“, sagt er. Aber Unzulänglichkeiten wiederum werden für den Ehemann und Vater einer erwachsenen Tochter, der täglich aus Hamberge bei Grevesmühlen kommt, dann wieder aufgewogen durch den kurzen Weg zur Arbeit. Und:

Die Arbeitsatmosphäre stimmt. Auf einer Skala von eins bis zehn soll er sie bewerten. „Elf“ kommt es prompt. Axel Kirmße springt auf und lacht. Genau das hatte er zuvor in Abwesenheit von Detlef Lange behauptet. Beide versichern glaubhaft, sich nicht abgesprochen zu haben.

Von Juli bis September alle 14 Tage Wochenenddienst, Urlaubssperre für Monteure und Lageristen – auch das ist Alltag bei Schmahl in Upahl. Detlef Lange lässt sich nicht aus der Reserve locken. Das sei kein Thema und dass er es im Notfall sogar als selbstverständlich ansieht, einen privaten Ausflug nach Wismar zu unterbrechen, nimmt ihm der Zuhörer ebenfalls ab. „Die Firma gewährt uns auch Freiräume, wenn es mal private Probleme gibt“, erläutert er und sieht keinen Grund, sich noch vor der Rente einen anderen Arbeitgeber zu suchen.

Bei Schmahl in Upahl wird landwirtschaftliches Gerät von der Motorsäge bis zum Mähdrescher für die Kunden bewegt. Werte von 200 bis gut 500000 Euro stehen dahinter. Über Umsätze will Axel Kirmße nicht reden. „Wir müssen Geld verdienen“, betont er schon und lässt mit einem Augenzwinkern wissen, dass das Licht zum Jahresende noch brennt im Betrieb. Die Erfahrung zeige: „Wenn die Bauern gut verdienen, dann kaufen sie auch.“

HINTERGRUND

Ende 1992 wurde die Schmahl Landtechnik GmbH & Co. in Upahl von den Oldenburger Landmaschinenkaufleuten Heiner Schmahl, Nikolaus Schmahl und Boris Schmahl gegründet. Mit neun Mitarbeitern ging es los, heute arbeiten 40 Beschäftigte im Betrieb, darunter sechs Lehrlinge. 1996 wurden zum ersten Mal junge Leute ausgebildet. Sie erlernen

heute den Beruf des Land- und

Baumaschinenmechatronikers.

Seit 1996 ist als weiterer Gesellschafter die Raiffeisenhauptgenossenschaft Nord AG aus Kiel

zu 50 Prozent beteiligt. Nach der Namensänderung heißt der Betrieb jetzt Schmahl HaGe Landtechnik GmbH & Co.

2017 waren Gerd Körner, Roland Prautsch, Holger Höhn und Klaus Walke 25 Jahre im Betrieb, Gerd

Lange beging das Jubiläum schon Anfang dieses Jahres, es folgt

noch Sören Knoll.

Der Betrieb gilt inzwischen als in

der Region verwurzelt und unterstützt laut Innendienstleiter Axel Kirmße auch Vereine und die Feuerwehr in der Gemeinde Upahl. Zwei Brandschützer arbeiten zudem im

Betrieb. Sie dürfen bei Feueralarm

sofort ausrücken. Den Arbeitsausfall stellt die Firma der Kommune nicht in Rechnung.

Cornelia Roxin

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