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Bürgermeister-Wahl: Wer zieht ins Rathaus ein?

Wismar Bürgermeister-Wahl: Wer zieht ins Rathaus ein?

Im April 2018 wird gewählt / Amtsinhaber Thomas Beyer tritt wieder an

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Der Chef des Rathauses wird am 15. April nächsten Jahres gewählt.

Quelle: Foto: Nicole Buchmann

Wismar. Nach der Wahl ist vor der Wahl: Nach der Bundestagswahl am letzten Sonntag sind die Wismarer aufgerufen, einen Bürgermeister zu wählen. Gestern Abend hat die Bürgerschaft den Termin beschlossen. Die Wahl findet am 15. April 2018 statt. Termin einer möglichen Stichwahl ist der 29. April. Bewerbungen sind bis zum 1. Februar 2018 möglich.

 

OZ-Bild

„„Ich möchte wie- der Bürgermeister werden. Die Stadt hat sich großartig entwickelt. Ich möchte meine Energie einsetzen, um den Weg fortzusetzen.“ Thomas Beyer (SPD) Bürgermeister der Hansestadt

Bei der letzten Bürgermeister-Wahl am 25. April 2010 hatte sich Thomas Beyer (SPD) mit absoluter Mehrheit durchgesetzt. Damals gab es fünf weitere Bewerber.

Gestern erklärte Beyer: „Ich möchte wieder Bürgermeister werden. Die Stadt hat sich insgesamt großartig entwickelt. Ich möchte meine Energie einsetzten, um den Weg fortzusetzen.“ Beyer erinnerte an schwere Startbedingungen bei seinem Amtsantritt: Klageverfahren gegen seine Wahl, Fraktionsaustritte bei der SPD, Werft- Pleite, Haushaltsloch, verlorene Kreisfreiheit. Doch die Talsohle sei durchschritten, mit Wismar gehe es bergauf.

Wer tritt gegen Thomas Beyer an? Offiziell halten sich die Parteien bedeckt. Doch spekuliert wird kräftig. Nach OZ-Informationen planen FDP, CDU, Grüne und Für-Wismar, einen gemeinsamen Kandidaten zu unterstützen. Dabei soll es sich um einen Kandidaten der FDP handeln, der nicht aus Wismar kommt. Aus einer zweiten Quelle stammt die Info, dass ein unabhängiger Kreis von Vertretern der Wirtschaft erwägt, einen Bewerber außerhalb der Wismarer Politik ins Rennen zu schicken.

Für den CDU-Stadtverband sagt der Vorsitzende Hannes Nadrowitz, dass fest mit einem Bewerber zu rechnen ist. „Am Ende wird es eine Mitgliederversammlung geben.“ Der wolle er nicht vorgreifen. Für die CDU fallen immer wieder die Namen Nadrowitz und Tom Brüggert. Beide wollen sich zumindest öffentlich nicht an den Spekulationen beteiligen.

Die Linken werden „definitiv mit einem Kandidaten kommen“, so gestern der Kreisvorsitzende Horst Krumpen. Namen seien intern im Gespräch. Dazu, dass sein Name ebenfalls gehandelt wird, wollte er sich nicht äußern.

Für Bündnis 90/Die Grünen erklärt René Fuhrwerk, Sprecher im Vorstand: „Ich gehe davon aus, dass es einen Bewerber geben wird.“ Für Kreistags- und Bürgerschaftsmitglied Tino Schwarzrock kommt das nicht in Frage: „Ich kann das für mich definitiv ausschließen.“

René Domke, Chef der FDP Wismar, beziffert die Chancen für einen eigenen Kandidaten mit 50:50. „Wir müssen gucken, was wir für Personal haben – in den eigenen Reihen, außerhalb oder ob wir eine Empfehlung geben. Es stehen viele Themen in Wismar an, es kann nicht immer so weiter gehen.“

Christoph Grimm, Kreisvorsitzender der AfD, ist sich sicher: „Wir sind eine aufstrebende Partei und werden einen Kandidaten präsentieren.“ Grimm schaltet schon in den Wahlkampfmodus: „In Wismar ist unbedingt frischer Wind erforderlich. Der Politik von Bürgermeister Beyer muss etwas entgegengesetzt werden.“ Als Beispiel kritisiert er, dass in Zeiten des Wahlkampfes die Stadt weiterhin keine Veranstaltungen von Parteien in öffentlichen Räumen erlaubt. Beyer hatte dies mit dem Ziel begründet, extremen und ausländerfeindlichen Parteien kein zusätzliches Podium im Wahlkampf zu geben.

Die Amtszeit von Thomas Beyer endet am 19. Juli 2018. Die Wahl darf frühestens sechs Monate und muss spätestens zwei Monate vor Ablauf der Amtszeit durchgeführt werden. Bei der Festlegung für den 15. April wurden Schulferien und Feiertage berücksichtigt.

Eine Stichwahl wird erforderlich, wenn ein Bewerber im ersten Anlauf nicht absolute Mehrheit von mindestens 50 Prozent erreicht. In der Regel findet eine Stichwahl zwei Wochen nach dem ersten Wahlgang statt.

Die Amtszeit von hauptamtlichen Bürgermeistern und Landräten beträgt mindestens sieben und höchstens neun Jahre. In Wismar beträgt die Amtszeit laut Hauptsatzung der Bürgerschaft acht Jahre.

Die Wismarer Bürgermeister-Wahl im April 2018 ist die einzige – planmäßige – Wahl im nächsten Jahr. Im Frühjahr 2019 finden dann die Europa- und Kommunalwahlen in MV statt.

Sechs Bewerber

Sechs Bewerber hatte es bei der letzten Bürgermeister-Wahl am 25. April 2010 gegeben. Thomas Beyer hatte die Wahl mit 63,1 Prozent der abgegebenen Stimmen im ersten Wahlgang gewonnen. Auf den Plätzen folgten: Wilfried Boldt (parteilos; 11,2 %), Wolfgang Weiß (Linke; 10,2 %), Heike Isbarn (CDU; 7,1 %), Rene Domke (FDP; 6,7 %) sowie Reingard Berger (Grüne; 1,7 %).

Die Wahlbeteiligung lag bei 47,3 Prozent.

Heiko Hoffmann

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