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Der Stammgast aus dem Ministerium

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Seit einigen Jahren nutzt Bildungsminister Mathias Brodkorb die Ruhe in Stellshagen für den Jahresurlaub

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Idylle pur: Das Hauptgebäude des Gutshauses in Stellshagen, das Hotel gibt es seit 1996.

Quelle: Fotos: M. Prochnow

Stellshagen Seit mehr als zehn Jahren gehört für Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) das Gutshaus Stellshagen zum festen Terminplan im Sommerurlaub für die Familie. Aufgrund des bevorstehenden Wahlkampfes angesichts der Landtagswahl am 4. September hat er in diesem Jahr den Urlaub allerdings vorverlegt und ist vor den Sommerferien angereist. Bis gestern erholte er sich mit seiner Familie im Klützer Winkel.

OZ-Bild

Seit einigen Jahren nutzt Bildungsminister Mathias Brodkorb die Ruhe in Stellshagen für den Jahresurlaub

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Zur Person

Mathias Brodkorb wurde am 20. März 1977 in Rostock geboren. Er ist seit Oktober 2011 Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern. Er wurde politisch bekannt vor allem mit seinen Aktivitäten in den Bereichen Hochschulpolitik und Rechtsextremismusbekämpfung.

Der wievielte Aufenthalt war das in diesem Jahr im Gutshaus?

Brodkorb: Der 14. oder 15., so genau kann ich das gar nicht mehr sagen.

Das Wetter war nicht so berauschend in den vergangenen Tagen. Trotzdem gut erholt?

Brodkorb: Wettertechnisch war das das Schlimmste, was wir bisher erlebt haben. Aber auf der anderen Seite muss man sagen, wenn ich sehe, was auf der Welt derzeit los ist, dann ist ein nicht ganz so toller Sommer nicht der Rede wert.

Wie viele Tage sind Erholung und wie viele Tage beschäftigt sich ein Minister im Urlaub mit Arbeit?

Brodkorb: Das ist inzwischen deutlich besser geworden. Früher war es noch so, dass 70 bis 80 Prozent Arbeit waren, ich kam einfach aus dem Modus nicht heraus. Aber mittlerweile gelingt es mir ganz gut, den Urlaub auch als Urlaub zu genießen. Das Verhältnis hat sich umgekehrt.

Ihre Tochter kommt in einem Jahr in die Schule, das wird eine Umstellung auch für den Minister.

Brodkorb: Eigentlich nicht, denn wir haben schon immer die Sommerferien für unseren Jahresurlaub genutzt. Nur in diesem Jahr haben wir ihn vorverlegt aufgrund des Wahlkampfes.

Aber mit der Einschulung müssen sechs Wochen Ferien überbrückt werden. Wie wird das klappen im Hause Brodkorb?

Brodkorb: Dafür haben wir zum Glück die Omas und Freunde in der Nähe. Notfalls gibt es ja den Hort mit der Ferienbetreuung.

Was steht in den nächsten Wochen auf der Tagesordnung?

Brodkorb: Das Tagesgeschäft läuft weiter, es gibt einige Projekte, die wir noch zu Ende führen müssen. Und ja, der Wahlkampf steht auch an mit vielen Terminen.

Es gibt immer wieder Kritik an der umständlichen Antragstellung und Auszahlung von Kulturfördermitteln. Berechtigt?

Brodkorb: Die Kulturförderung ist ein schwieriges Feld. In diesem Bereich gibt es sehr viele ehrenamtliche Initiativen, die viel machen und wenig Geld brauchen. Das Problem ist nur, dass der Aufwand, um dieses Geld zu bekommen, genauso groß ist wie bei den großen Projekten. Das müssen und wollen wir vereinfachen. Um den Initiativen zu helfen und auch um den Aufwand in den Behörden zu reduzieren. Bislang unterliegen alle Anträge der Landeshaushaltsordnung, und das macht es kompliziert. Die Regeln müssen vereinfacht werden.

Das Gutshaus Stellshagen gibt es in diesem Jahr 20 Jahre. Was hat sich seit Ihrem ersten Besuch verändert?

Brodkorb: Das Schöne ist, es hat sich nicht sehr viel verändert. Es ist alles ein wenig größer geworden. Aber es ist seit 15 Jahren unverändert toll. Was ich als Veränderung wahrnehme, ist, dass es einen Schwimmteich gibt und eine Sauna, das Gesundheitshaus und ein paar mehr Zimmer. Es verändert sich nicht viel, und genau das finde ich sehr angenehm.

Haben Sie eigentlich jedes Jahr das gleiche Zimmer?

Brodkorb: Als wir noch kein Kind hatten, war es immer Zimmer 1. Seitdem unsere Tochter mit dabei ist, haben wir zwei Zimmer, damit sie ein eigenes Zimmer hat. Das ist aber mehr ein Luxus für die Eltern, weniger für unsere Tochter. Ich bin im Grund genommen ein ganz langweiliger Mecklenburger was das anbetrifft.

Was meinen Sie damit?

Brodkorb: Immer das gleiche Hotel, das gleiche Zimmer. Das hat den Vorteil, dass ich in kurzer Zeit weiß, wo ich bin, dass ich das Gefühl habe, auch im Urlaub nach Hause zu kommen.

Sieht ihre Frau das ähnlich?

Brodkorb: Anfangs war ihr das etwas viel Ruhe. Sie hat die Langeweile nicht ausgehalten zu Beginn. Inzwischen genießt sie das genau wie ich.

Langeweile?

Brodkorb: Das meine ich nicht negativ, sondern eher im Sinne von: ganz selbstbestimmt sein, ohne Anforderungen von außen.

Wohin geht es im Winter, in die Berge?

Brodkorb: Im Winter machen wir selten Urlaub, und richtiger Winterurlaub ist nicht unsere Sache. Einmal im Jahr richtiger Urlaub im Sommer, das reicht für uns.

In anderthalb Monaten ist Landtagswahl, wie zuversichtlich gehen Sie auf diesen Termin zu?

Brodkorb: Die Frage ist doch, wie der Mecklenburger die Lage in unserem Land betrachtet. Und wenn man sich die Zahlen genau ansieht, dann haben wir den niedrigsten Stand an Arbeitslosenzahlen, sinkende Schulden, die Daten im Schulbereich werden immer besser. Es würde zum Mecklenburger passen, wenn er sagt: Mensch, ist vielleicht nicht alles perfekt, aber es geht vorwärts. Das Risiko, alles in Frage zu stellen, gehen wir lieber nicht ein.

Also die AfD dann doch eher als kleine Opposition?

Brodkorb: Das wäre jedenfalls mein Wunsch.

Letzte Frage: Wie viele Termine haben Sie im Urlaub gemacht?

Brodkorb: Einen, ich war bei der Zeugnisübergabe einer Förderschule in Rostock. Ein tolles Erlebnis, 27 Schüler haben dort die Berufsschulreife erhalten. Das ist umso bemerkenswerter, als die Zahlen der Schüler, die ohne Abschluss die Schule verlassen, deutlich sinken. Vor den Förderschülern habe ich größten Respekt, dass sie es gewagt und auch geschafft haben.

Interview von Michael Prochnow

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