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Lockwisch geht auf Nachbarkommunen zu

Lockwisch Lockwisch geht auf Nachbarkommunen zu

Gemeindevertreter nehmen Verhandlungen über Zusammenschlüsse auf / Landesregierung lockt mit Prämien

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Die Gemeindevertretung in Lockwisch stellt sich im Feuerwehrhaus dem Gespräch mit Bürgern.

Quelle: Fotos: Jürgen Lenz

Lockwisch. Am Donnerstagabend konnte sie noch Beschlüsse fassen, in naher Zukunft wird es sie vielleicht nicht mehr geben: die Gemeindevertretung von Lockwisch. Sie beschloss einstimmig, mit Vertretern benachbarter Kommunen über Fusionsverträge zu verhandeln.

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Gemeindevertreter nehmen Verhandlungen über Zusammenschlüsse auf / Landesregierung lockt mit Prämien

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Die Ergebnisse der Gespräche sind derzeit völlig offen. Bürgermeister Reiner Behrens (parteilos) betonte vor Bürgern im Gemeinde- und Feuerwehrhaus: „Ob eine Fusion kommt, sei dahingestellt.“

Für einen Zusammenschluss oder eine Eingemeindung infrage kommen aus Lockwischer Sicht neben der Stadt Schönberg auch die Gemeinden Selmsdorf, Lüdersdorf, Groß Siemz und Niendorf.

Die Lockwischer Gemeindevertretung beschloss bereits im Mai 2013, mit Kommunalpolitikern in Schönberg, Selmsdorf und Lüdersdorf über einen möglichen Zusammenschluss zu sprechen. Zu einem Ergebnis führten die Kontakte damals jedoch nicht. Sie wurde nie konkret.

Dass Lockwisch nun abermals das Gespräch mit den Nachbarn sucht, hat mehrere Gründe. Vier Jahre nach den ersten Kontakten ist noch deutlicher geworden, dass die finanzielle Ausstattung der Gemeinde nicht ausreicht, um aus dem Minus zu kommen. Und Besserung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil. Auch wenn die 380 Einwohner zählende Kommune neben Kreisumlage, Amtsumlage, Schulkostenbeiträgen und Kinderbetreuungskosten nur Pflichtaufgaben wie den Brandschutz bezahlt, reicht das Geld nicht – so wie auch in anderen kleinen Kommunen, die von der Landesregierung kurzgehalten werden. Auf der anderen Seite lockt Schwerin mit Prämien. 200000 Euro fließen – und zwar pro wegfallende Gemeinde. Zudem versüßt ein Schuldenschnitt die Selbstaufgabe kleiner Kommunen.

Es ist also nicht Zuneigung, die Lockwisch auf die Nachbarn zugehen lässt. Reiner Behrens sagte am Donnerstagabend: „Wir müssen sehen, wo wir Geld herkriegen.“ Eine am selben Abend beschlossene Selbsteinschätzung zur Zukunftsfähigkeit von Lockwisch kam auf magere 52 von 100 möglichen Punkten – gerade eben so viele, dass die Gemeinde nach eigenen Angaben noch lebensfähig ist. In die Einschätzung flossen nicht nur finanzielle Gesichtspunkte wie die Steuerkraft ein, sondern auch kommunalpolitische, kulturelle und das ehrenamtliche Engagement.

Jürgen Lenz

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