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Marcus Kreft: Der Sport in Selmsdorf ist nicht in Gefahr

Marcus Kreft: Der Sport in Selmsdorf ist nicht in Gefahr

Bürgermeister spricht über finanzielle Situation der Kommune und mögliche Konsequenzen

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Der Sportplatz in Selmsdorf ist immer wieder Schauplatz packender Spiele wie hier gegen gegen SKV Bobitz, das 1:2 endete. FOTO: GROSS

Selmsdorf . Der Selmsdorfer Bürgermeister Marcus Kreft (SPD) spricht im Interview über die Haushaltslage der Gemeinde und die Zukunft des Selmsdorfer SV.

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Bürgermeister spricht über finanzielle Situation der Kommune und mögliche Konsequenzen

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Die Finanz-

ausstattung der Gemeinden und Städte muss dringend überarbeitet werden.Marcus Kreft (SPD), Bürgermeister

in Selmsdorf

Die Gemeinde Selmsdorf schreibt seit 2012 rote Zahlen. Wie sieht es mit dem Haushalt 2017 aus? Wird er wieder ausgeglichen sein?

Marcus Kreft: Wir sind derzeit noch in einem zu frühen Stadium, um das sagen zu können. Die Fraktionen reichen gerade ihre Vorschläge zum Haushaltsjahr 2017 ein.

Aber es gab bereits ausführliche Diskussionen?

Es ist natürlich unser Ziel, einen Haushaltsüberschuss hinzubekommen. Aufgrund der Umlagen – demnächst sind es 42 Prozent an den Landkreis und fast 18 Prozent an das Amt Schönberger Land – wird es aber schwer für die Gemeinden, das zu erreichen. Zumal ja auch noch die gesetzlich geregelten Zuschüsse für Kindergarten- und Hortplätze sowie der Schullastenausgleich hinzukommen. Wir sind seit meiner Amtsübernahme ernsthaft dabei, die Kosten für die Gemeinde zu senken und die Einnahmen zu erhöhen.

Wie beurteilen Sie die finanzielle Ausstattung der Kommunen durch das Land?

Die Finanzausstattung der Gemeinden und Städte muss dringend überarbeitet werden. Ich hatte das im Rahmen der Haushaltberatungen 2014 und 2015 schon deutlich gemacht. 60 Prozent der Umlagen gehen an den Landkreis und das Amt. Auch bei der Mitfinanzierung der Kita- und Hortplätze sowie dem Ausgleich für Kinder, die nicht in Selmsdorf beschult werden (Schullastenausgleich), haben wir keine Stellschraube und können unsere Finanzlage also nicht verbessern. In den vergangenen beiden Jahren lagen allein die Wohnsitzanteile zwischen 445000 und 465000 Euro, der Schullastenausgleich zwischen 120000 und 140000 Euro. Hier muss sich unbedingt etwas ändern. Gemeindefusionen und Gebietsreformen sind in meinen Augen nicht der richtige Weg, um die Probleme zu lösen.

Einer der größten Posten im Haushalt 2017 ist mit 600 000 Euro der Kauf neuer Flächen für das neue Gewerbegebiet.

Bereits im vergangenen und in diesem Jahr hat die Gemeinde Flächen gekauft, wo es sinnvoll war. Und wir haben Flächen verkauft, wo wir der Meinung waren, dass die Gemeinde keinen Nutzen davon hat. Wir stellen unsere Entscheidungen in diesen Dingen immer unter der Frage: Ist es für die Gemeinde wirtschaftlich sinnvoll oder nicht. Da die Erschließung der Flächen gegenüber des bestehenden Gewerbegebietes mit enormen Erschließungskosten verbunden ist, wird die Gemeinde nicht jeden Preis zahlen. Die Entscheidung ist hier ganz klar: Ist der Preis zu hoch, werden wir die Gewerbeflächen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erweitern. ’

In den Haushalt eingeplant ist auch Geld für den Brandschutz der Schule?

Die genaue Aufstellung der Kosten und Maßnahmen liegt uns noch nicht vor. Aber wir reagieren damit auf Auflagen des Landkreises Nordwestmecklenburg. Die Gemeinde hat für die Maßnahmen insgesamt 800000 Euro vorgesehen.

Beim Selmsdorfer SV herrscht Unruhe, weil Sie dem Verein per Eilentscheidung den Nutzungsvertrag für den Sportplatz gekündigt haben. Der Vorsitzende des SSV, Wolf-Peter Oswald, hofft auf ein Gespräch. Wie könnte Ihrer Meinung eine einvernehmliche Lösung zwischen Verein und Gemeinde aussehen?

Die Verhandlungen mit dem Vorsitzenden des SSV laufen seit mehr als zwei Jahren. Hintergrund waren damals unter anderem die steigenden Verbrauchskosten. Derzeit hält die Gemeinde den SSV von allen Kosten frei. Das waren für dieses Jahr gut 17000 Euro. Dazu kamen noch einmal mehr als 16000 Euro für die Reinigung. Diese Leistungen haben wir schon Ende vergangenen Jahres deutlich reduziert. Zum Beispiel, in dem das Gebäude nicht mehr jeden Tag gereinigt wird. Wir haben dem SSV schon frühzeitig zwei Varianten unterbreitet.

Welche sind das?

Im Mai 2016 haben wir dem SSV ein Angebot gemacht, bei dem der Verein eine Summe von 7200 Euro für die Nutzung der Sportanlagen tragen sollte. Wir sind dem Verein bei einem Betriebskostenzuschuss sehr entgegengekommen, um ein finanzielles Risiko für den Verein weitestgehend auszuschließen. Außerdem wäre dem Verein bei dieser Summe ein monatlicher Mitgliedsbeitrag von unter 10 Euro pro Mitglied möglich gewesen. Der Verein hätte bei diesem Modell nicht nur Möglichkeit gehabt, die Verbrauchskosten zu kontrollieren, sondern auch, Zusatzeinnahmen durch Sponsoren und die Vermietung des Kulturraums zu bekommen. Wir halten dieses Modell nach wie vor für finanziell überschaubar und durchaus leistbar. Dieses Angebot werden wir dem Verein nun ein weiteres Mal unterbreiten.

Für die Abteilung Fußball scheint es durchaus interessant zu sein.

Ja, die Fußballer, von denen einige bei den Gesprächen mit dem SSV dabei waren, haben den Vorschlag geprüft. Sie halten ihn für gut und finanziell machbar. Der SSV hat aber den ersten Zugriff für dieses Angebot, das sehen auch die Fußballer so. Sollte der SSV die Möglichkeit nicht wahrnehmen, werden wir den Fußballern das Angebot unterbreiten.

Sehen Sie den Breitensport in Selmsdorf gefährdet?

Weder der Fußball noch der Breitensport sind dadurch gefährdet. Ich gebe unumwunden zu, dass mir eine frühzeitige Lösung mit dem SSV lieb gewesen wäre, respektiere aber natürlich jegliche Entscheidung des Vorstands. Wichtig war uns, dass der Sport in der Breite, wie bislang, auch 2017 fortgeführt werden kann.

Laut Aussage von Herrn Oswald sollte der SSV 48 Euro pro Stunde für die Hallennutzung zahlen. Müssen Vereine angesichts des Haushaltes künftig Geld mehr dafür bezahlen?

Die Gemeinde hat für die Sportanlagen im Jahr 2016 Kosten in Höhe von knapp 90000 Euro. Wegen der Haushaltskonsolidierung sind wir verpflichtet, jede Einnahmemöglichkeit zu prüfen. Den rechtlichen Bestimmungen kommen wir nach. Es ist Konsens in der Gemeinde, dass der Sport auch in Zukunft in dieser Breite möglich sein muss wie bislang. In meinen Augen müssen wir mit den Vereinen viel mehr darüber nachdenken, wie wir die hohen Verbrauchskosten senken können und inwieweit sich die Vereine hieran aktiv beteiligen können als pauschal die Einführung einer Hallennutzungsgebühr zu beschließen. Wenn beide Seiten eine vernünftige Lösung suchen, werden sie eine finden, die für alle Seiten gut ist. Interview: Steffen Oldörp

OZ

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