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Marina Hohen Wieschendorf: Tiefgarage soll verschwinden

Hohenkirchen Marina Hohen Wieschendorf: Tiefgarage soll verschwinden

Bebauungsplan soll rechtlich ungesicherte Situation am Anleger beseitigen / Gemeindevertreter stimmen für Veränderungen an der Ferienhaussiedlung

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Marina Hohen Wieschendorf: Auf der Fläche oben links sollen Stellflächen für die Ferienwohnungen entstehen.

Quelle: Hans-Joachim Zeigert

Hohenkirchen. Einstimmig haben die Gemeindevertreter von Hohenkirchen die Aufstellung eines weiteren Bebauungsplans für den Anleger Hohen Wieschendorf beschlossen. Der B-Plan soll die derzeit bauplanungsrechtlich ungesicherte Situation beseitigen. Der Hintergrund sind Planungen von 2001 der ehemaligen Gemeinde Gramkow, die aber nie in Kraft traten und die nie umgesetzt wurden. Außerhalb des damaligen vorhabenbezogenen B-Plans ließ die Investorin, die S.H.H. Grundstücksverwaltungsgesellschaft Selmsdorf mit Geschäftsführer Michael Veit Ivanschitz, südlich der Kreisstraße 44 eine Baugrube ausheben und eine Bodenplatte für eine Tiefgarage betonieren. Der Landkreis hatte für beides seine Genehmigung erteilt.

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Bebauungsplan soll rechtlich ungesicherte Situation am Anleger beseitigen / Gemeindevertreter stimmen für Veränderungen an der Ferienhaussiedlung

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Inzwischen sind 15 Jahre ins Land gegangen, der Investor heißt nun Oliver Soini und er und sein Architekt Hartwig Duensing haben eine andere Vorstellung von der Gestaltung der Fläche. Sie wollen die Baugrube auffüllen, damit dort ein ebenerdiger Parkplatz für die Bewohner der benachbarten Ferienhaussiedlung gebaut werden kann. „Es könnte die doppelte Anzahl an Stellplätzen entstehen, wie für die Ferienhäuser nötig wären“, sagte Ronald Mahnel. Für die Zukunft kann sich der Planer aus Grevesmühlen sogar vorstellen, dass auch Tagesbesucher ihre Autos auf der Stellfläche südlich der K 44 abstellen. „Der Platz würde ausreichen“, erklärte Mahnel. Der jetzige öffentliche Parkplatz direkt am Strand könnte dann touristisch hochwertiger genutzt werden.

Gemeindevertreterin Gabriele Gottschalk (Wählergemeinschaft Groß Walmstorf) hatte die Befürchtung, dass der ursprünglich geplante freie Blick zur Ostsee durch einen oberirdischen Parkplatz von Autoblech verstellt würde. „Auch wenn wir die Baugrube auffüllen, wird der Parkplatz niedriger liegen. Die Autos werden von der Straße aus kaum zu sehen sein“, versicherte Marina-Architekt Hartwig Duensing.

Der Parkplatz ist jedoch nur ein Punkt im Bebauungsplan Nr. 27, zu dem die Öffentlichkeit, Behörden sowie 52 Träger öffentlicher Belange – dazu zählen Naturschutzverbände ebenso wie das Bergamt Stralsund und Energieversorger ebenso wie die Bundeswehr – Stellung beziehen können. Der zweite betrifft den Sportboothafen, der bereits in Betrieb ist. „Ursprünglich wollten wir den Bereich erst einmal außen vor lassen, um den B-Plan nicht zu überfrachten“, sagte Ronald Mahnel. Doch auf Wunsch des Hafenbetreibers Hohen Wieschendorf GmbH mit Geschäftsführer Michael Schäfer sei er nun wieder drin. „Vor allem geht es um den schwimmenden Wellenbrecher“, erklärte der Planer.

Die Genehmigung dafür laufe aus „und es muss geprüft werden, wie es weitergehen soll“, so Mahnel. Er geht davon aus, dass sich Behörden und Träger öffentlicher Belange erneut für einen schwimmenden Wellenbrecher aussprechen werden. „Er hat ja schon bei der ersten Genehmigung von den Behörden den Vorrang vor einer festen Mole bekommen. Außerdem belastet er die Umwelt weniger, als wenn wir ein Bauwerk fest im Meeresgrund verankern müssen“, nannte Mahnel Argumente, die für den schwimmenden Wasserschutz sprechen.

Die unendliche Geschichte von Hohen Wieschendorf

2002 erhält Michael Veit Ivanschitz, Geschäftsführer der Investorin, der S.H.H. Grundstücksverwaltungsgesellschaft Selmsdorf, den Bescheid über Fördermittel von Land und EU zum Bau der Marina in Hohen Wieschendorf in Höhe von insgesamt 7,1 Millionen Euro. Ab der Saison 2003, so verspricht der Geschäftsführer, soll die Marina „eine Top-Adresse für Freizeitskipper“ sein.

2004 ist die Baufirma Invest Hochbau AG aus Dassow, die an der Marina Hohen Wieschendorf gebaut hat, insolvent. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Michael Veit Ivanschitz wegen des missbräuchlichen Einsatzes von Fördermitteln.

2008 soll laut Gerichtsurteil Michael Veit Ivanschitz 3,7 Millionen Euro an das Land zurückzahlen. Im gleichen Jahr tauchen mit Eckart Bucher und Esper van Heesewijk sowie etwas später Olav Kautz drei neue Investoren auf – und verschwinden wieder. Die Marina bleibt eine Investruine.

2011 erhält Oliver Soini aus Salzburg den Zuschlag für die Marina. 2012 eröffnen er und Reinhold Dierkes feierlich die Marina.

2013 verhängt der Landkreis einen Baustopp für die Ferienhäuser an der Marina Hohen Wieschendorf, weil die baurechtlichen Voraussetzungen nicht gegeben sind.

2015 unterzeichnen Landrätin Kerstin Weiss (SPD), Hohen Wieschendorfs Bürgermeister Jan van Leeuwen (CDU, sein Stellvertreter Jan-Peter Ingwersen (Wählergemeinschaft) und die Investoren Oliver Soini und Michael Schäfer einen Vergleichsvertrag. Er bildet die Grundlage, um die Marina und das angrenzende Ferienhausgebiet fertigbauen zu können.

2016 passt die alte Ferienhausanlage nicht mehr in die Planungen von Oliver Soini und seinem Architekten Hartwig Duensing. Vier Häuser werden im Mai abgerissen, um Platz für Neues zu schaffen. Ein Musterhaus wird das neue Konzept veranschaulichen.

Sylvia Kartheuser

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