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Grevesmühlen Mehr Fahrgäste und mehr Einnahmen
Mecklenburg Grevesmühlen Mehr Fahrgäste und mehr Einnahmen
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02:25 27.03.2014
Ab 2016 sollen die Busse in Grevesmühlen in der Hauptverkehrszeit stündlich abfahren. Quelle: Robert Niemeyer
Wismar

Der Nahverkehrsplan für Nordwestmecklenburg wird komplett neu aufgestellt. Der 220-Seiten-Entwurf liegt jetzt vor und wird diskutiert. Ab 1. Januar 2016 soll das neue Konzept gelten.

Warum der neue Plan?

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) kostet viel Geld, soll aber nicht totgespart werden. Die Fahrscheinentgelte decken derzeit nur 23 Prozent der Aufwendungen. „Eine Reduzierung des Fahrplanangebotes oder teurere Fahrscheinentgelte lassen keine positiven wirtschaftlichen Effekte erwarten“, befürchtet Stefan Lösel, Leiter des Eigenbetriebes Nahverkehr Nordwestmecklenburg.

Was ist das Ziel?

Der ÖPNV soll so umgestaltet werden, dass er tatsächlich eine Alternative zum Auto darstellt und die Mobilität der Bevölkerung sichert. Der amtierende Landrat Gerhard Rappen (CDU) spricht von einem grundlegenden Systemwechsel.

Mehr Fahrgäste

Vor allem im Regionalverkehr sollen dreimal mehr Fahrgäste erreicht werden als heute: statt 3500 täglich dann 11 000. Hinzu kommen täglich weitere 11 000 Schüler und 4000 Busgäste im Stadtverkehr Wismar.

Mehr Busse und Fahrer

Das Konzept geht von einer jährlichen Steigerung von bis zu 1,5 Millionen Fahrplankilometern aus. Stefan Lösel rechnet im Landkreis mit 10 bis 15 mehr Bussen und 40 bis 50 mehr Busfahrern.

Mehr Einnahmen,

weniger Kosten

Der Zuwachs an Fahrgästen soll jährlich etwa 2,5 Millionen Euro mehr in die Kasse bringen. Der Kostendeckungsgrad soll von 23 Prozent trotz der Mehraufwendungen des neuen Konzeptes auf 35 Prozent erhöht werden — durch höhere Einnahmen an Fahrscheinentgelten aufgrund steigender Fahrgastzahlen.

Neues Taktnetz

Es gibt sieben Hauptachsen (siehe Infokasten). Die Grundzentren des Landkreises werden mit den Oberzentren Schwerin und Lübeck sowie den Mittelzentren Wismar und Grevesmühlen verbunden. Dieses Netz ist bereits für mehr als 70 Prozent der Einwohner fußläufig erreichbar und erfasst rund 90 Prozent aller Arbeitsplätze. In der Hauptverkehrszeit fahren die Busse im Stundentakt, sonst alle zwei Stunden. Grevesmühlener zum Beispiel sind morgens spätestens um 7 Uhr in Wismar, der letzte Bus abends fährt frühestens um 20.30 Uhr nach Grevesmühlen.

Wismar wird eingebunden

„In das Taktnetz einzubinden ist der Stadtverkehr Wismar, wobei grundsätzlich innerstädtisch am heutigen Bedienungsstandard festgehalten werden soll“, heißt es im Entwurf.

Taxis für die Dörfer

Um die Fläche des Landkreises nahezu komplett zu erschließen, soll das Taktnetz mit kleineren Anrufsammelbussen und Anrufsammeltaxis ergänzt werden. Beispiel: Erna Meier auf dem Dorf X ruft spätestens eine Stunde vor der Busabfahrtszeit auf einer der sieben Hauptstrecken in der Nahverkehrsleitstelle an und wird mit einem Taxi zur Haltestelle gebracht. Landkreis-Pressesprecherin Petra Rappen: „Daneben soll das Taktnetz so ausgestaltet werden, dass eine Fahrradmitnahme im Bus oder das Abstellen von Fahrrädern an der Haltestelle möglich wird. Durch eine konsequente Verknüpfung von Fahrrad und Bus kann die Anbindung des ländlichen Raumes an den ÖPNV deutlich verbessert werden.“

Was kosten die Fahrscheine?

Die einzelnen Preise stehen noch nicht fest. Es gibt aber einige Eckpunkte. So werden Netzkarten mit flexibler Gültigkeitsdauer (Tag, Woche, Monat) angeboten. Die Monatskarte soll maximal 100 Euro kosten. Anstelle eines reinen Zeittarifes soll ein möglichst einfacher Zonentarif eingeführt werden, der maximal vier Preisstufen im Gesamtnetz vorsieht. Für Kinder, Azubis, Studenten, Familien und einkommensschwache Haushalte sind Rabatte geplant.

Wer bestimmt die Tarife?

Letztlich entscheidet der Kreistag. Ein Planungsbüro wird Vorschläge für ein Entgeltmodell unterbreiten.

So geht es weiter

In den nächsten Wochen und Monaten werden Wunsch und Finanzierbarkeit diskutiert. Vom 28. März bis zum 9. Mai dieses Jahres läuft die Anhörung von Gemeinden, Verkehrsunternehmen und Interessenvertretungen zum Entwurf des Nahverkehrsplanes. Ein öffentlicher Erörterungstermin findet am 29. April statt. Bis Ende 2014 entscheidet der Kreistag über den Nahverkehrsplan. Bis 30.

Juni 2015 entscheidet der Kreistag über die Tarifgestaltung und Fahrscheinentgelte.

Sieben Hauptverkehrsachsen
Zum Taktnetz des Nahverkehrsplanes ab Januar 2016 zählen sieben Achsen im Regionalverkehr des Landkreises:


Achse 1: Wismar — Grevesmühlen — Dassow — Lübeck
Achse 2: Wismar — Boltenhagen — Dassow — Schönberg — Herrnburg — Lübeck
Achse 3: Wismar — Neukloster — Warin — Blankenberg
Achse 4: Insel Poel — Wismar — Schwerin
Achse 5: Wismar — Gadebusch — Ratzeburg
Achse 6: Schwerin — Grevesmühlen — Boltenhagen
Achse 7: Schwerin — Gadebusch — Schönberg — Lübeck
Takt: montags bis freitags in der Hauptverkehrszeit stündlich, ansonsten 2-Stunden-Takt. Wochenende und Feiertage: zwischen zwei und vier Stunden.



Heiko Hoffmann

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