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Nur 15 Bürger besuchen das Wahlforum

Schönberg Nur 15 Bürger besuchen das Wahlforum

Am Freitagabend haben sich die Direktkandidaten des Wahlkreises 27 den Bürgern in Schönberg vorgestellt

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Insgesamt sechs Politiker stellten sich beim Wahlforum in der Schönberger Palmberghalle den Fragen der Besucher.

Quelle: Fotos: Steffen Oldörp

Schönberg. Eine Woche vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern scheint das Interesse der Einwohner von Schönberg an den Inhalten der politischen Parteien gering zu sein. Nur 15 Männer und Frauen sind am Freitagabend in die Palmberghalle gekommen, um den Direktkandidaten des Wahlkreises 27 Fragen zu stellen. Die Stadtvertreter hatten beschlossen, die Lokalpolitiker einzuladen.

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Am Freitagabend haben sich die Direktkandidaten des Wahlkreises 27 den Bürgern in Schönberg vorgestellt

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Thomas Grote von der CDU war am Freitag wegen seiner Silberhochzeit nicht dabei. Der Schweriner Bundestagsabgeordnete Dietrich Monstadt vertrat Grote und die CDU. Auch SPD-Sozialministerin Birgit Hesse fehlte. Aus beruflichen Gründen, sagte Martina Tegtmeier. Die Landtagsabgeordnete sprang für Hesse und die Sozialdemokraten ein. Neben Monstadt und Tegtmeier stellten sich auch AfD-Spitzenkandidat Christoph Grimm, René Domke von der FDP als Vertreter für Daniel Schubert, den Direktkandidaten der Liberalen, sowie Mathias Engling vom Bündnis 90/Die Grünen und Simone Oldenburg von der Partei Die Linke vor. „Ich hätte mich gefreut, wenn ich mehr Personen hätte begrüßen können“, sagte Schönbergs Bürgermeister Lutz Götze (SPD-Fraktion), der den politischen Abend moderierte.

Er vermutete, dass das „auch den hohen Temperaturen geschuldet“ sei.

Christoph Grimm, Rechtsanwalt aus Damshagen, war 33 Jahre lang Mitglied der SPD. Jetzt ist er Kreisvorsitzender der AfD in Nordwestmecklenburg und Mitglied der Gemeindevertretung in Damshagen. Den AfD-Mann bewegt vor allem der große Geldmangel in den Kommunen. „Ich kann nur sagen, dass es immer weniger Spaß macht, mit leeren Kassen Politik zu gestalten.“ Er mache sich deshalb Sorgen darüber, „ob wir in Zukunft noch genügend Menschen finden, die bereit sind, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren.“ Was Grimm am meisten berührt, sagt er, ist die Energiepolitik. Die Energiewende hält er für unsozial. „Weil die arme Omi und der Hartz-IV-Empfänger erhöhte Strompreise bezahlen müssen.“

Martina Tegtmeier von der SPD sagte, dass sie zur Energiewende stehe. „Wir lehnen Atomkraft ab.“ Für Tegtmeier sind die erneuerbaren Energien eine Zukunftsbranche. „In dem Bereich sind mittlerweile 14000 gut bezahlte Arbeitsplätze geschaffen worden. Und da sind noch mehr drin.“ Außerdem betonte sie, dass MV das einzige Bundesland sei, dass es geschafft habe, ein sogenanntes Gemeindebeteiligungsgesetz auf den Weg zu bringen. „Das ermöglicht Gemeinden und auch Bürgerinnen und Bürgern an neuen Windkraftanlagen zu partizipieren.“

Für Mathias Engling von den Grünen sind vor allem gut bezahlte Jobs wichtig, damit Leute im Land bleiben. Der Wirtschaftsinformatiker hat 2006 am Gymnasium in Grevesmühlen sein Abitur gemacht. „Von 100 Leuten sind danach weniger als 20 in MV geblieben.“ Nach dem Studium seien es noch weniger gewesen. „Deshalb trete ich an, damit die Jugend von Mecklenburg-Vorpommern wieder mehr Gründe hat, im Land zu bleiben.“

Simone Oldenburg von den Linken stellte sich in der Palmberghalle als letzte der sechs Politiker vor. Der ehemaligen Schulleiterin der Regionalen Schule in Klütz und heutigen bildungs- und sportpolitischen Sprecherin der Linksfraktion im Schweriner Landtag sind vor allem die soziale Sicherheit und chancengleiches Lernen wichtig. „In keinem anderen Bundesland hängt der Bildungserfolg der Kinder so sehr von der sozialen Situation der Eltern ab“, bedauerte Oldenburg. Sie betonte, dass MV in vielen Bereichen nach wie vor Schlusslicht sei. „Wir jammern, dass wir zu wenig Pflegekräfte haben, aber Mecklenburg-Vorpommern ist das Land, das weiterhin Schulgeld verlangt für die Pflegeausbildung. Bei uns hat sich der Staat aus der Verantwortung gezogen“, so ihre Kritik. Auch die Finanzausstattung der Städte und Gemeinden thematisierte sie.

René Domke, Landesvorsitzender der FDP, forderte, dass die Berufsausbildung wieder mehr wert sein muss. „Wir brauchen nicht nur Master, sondern auch Meister. Irgendjemand muss die Unis bauen und nicht nur dort studieren.“ Domke spricht sich auch für kostenlose Kitas aus. „Es ist kaum noch zu vermitteln, warum Eltern hohe Kitagebühren bezahlen müssen und die Kinder kostenfrei studieren dürfen.“ Auch der Breitbandausbau ist dem Liberalen wichtig. Mit 50 Mbit, so Domke, „für die sich die Landesregierung feiern lässt, werden wir morgen schon wieder die Verlierer sein. Woanders redet man schon über Gigabyte.“

Dietrich Monstadt warb dafür, dass die CDU in Mecklenburg-Vorpommern seit zehn Jahren erfolgreiche Regierungsarbeit leistet. „In dieser Zeit ist es uns gelungen, die Arbeitslosigkeit zu halbieren, was wir als herausragenden Parameter ansehen, um die Lebensverhältnisse in MV zu verbessern.“ Die CDU wolle 550 neue Stellen für Polizisten sowie 100 bei Staatsanwälten und Richtern schaffen. René

Domke schüttelte mit dem Kopf und fragte: „Wer hat denn vorher 1000 Stellen abgebaut?“

Martina Tegtmeier sprach auch die Flüchtlingspolitik der Landesregierung an. „Ich denke, da sind wir sehr schnell zu guten Lösungen gekommen. Das ging nur, weil Land und Gemeinden sehr gut zusammen arbeiten.“ Auch beim Thema Integration der Flüchtlinge ist Tegtmeier optimistisch. Die Kleinstadt Schönberg sei dafür ein gutes Beispiel, „wo es überhaupt keine Probleme gibt.“

Steffen Oldörp

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