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Schlampige Arbeit: Verwaltung liefert unterschiedliche Zahlen

Grevesmühlen Schlampige Arbeit: Verwaltung liefert unterschiedliche Zahlen

In den Unterlagen für den Sozialausschuss des Kreistags gab es Differenzen von einigen Tausend Euro bei der Förderung für ein- und dieselbe Einrichtung

Grevesmühlen. Unterschiedliche Zahlen, heftige Diskussionen und ein Fehler der Verwaltung. Am Ende blieb Renate Lüders (Linke), Vorsitzende des Ausschusses für Soziales, Familie und Gesundheit, nichts anderes übrig, als den Tagesordnungspunkt zur Förderung der Wohlfahrtspflege abzubrechen.

 

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Bei einer Kürzung der Förderung auf 2622 Euro werden wir die Beratungsleis- tungen nicht mehr wie gewohnt erbringen können.“ Ekkehard Giewald, DRK-Geschäftsführer

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Der Fehler liegt eindeutig bei uns. Wir werden prüfen, wie es über- haupt dazu kommen konnte. Das Ganze tut mir sehr leid.“ Karla Krüger, Fachdienstleiterin

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Uns liegen zum wieder- holten Mal unterschied- liche Zahlen vor – dabei hatte die Verwaltung Besserung versprochen.“ Tino Schwarzrock, Ausschussmitglied

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Bei einer Kürzung der Förderung auf 2622 Euro werden wir die Beratungsleis- tungen nicht mehr wie gewohnt erbringen können.“ Ekkehard Giewald, DRK-Geschäftsführer

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Uns liegen zum wieder- holten Mal unterschied- liche Zahlen vor – dabei hatte die Verwaltung Besserung versprochen.“ Tino Schwarzrock, Ausschussmitglied

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Der Fehler liegt eindeutig bei uns. Wir werden prüfen, wie es über- haupt dazu kommen konnte. Das Ganze tut mir sehr leid.“ Karla Krüger, Fachdienstleiterin

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Was war geschehen? Der Sozialausschuss des Kreistags wollte mit den Antragstellern über die Förderung ihrer Einrichtungen sprechen. Es war bereits das zweite Mal, weil bei der vorhergehenden Sitzung nicht alle Punkte abgearbeitet werden konnten. Klärungsbedarf bestand noch bei sechs Trägern der Wohlfahrtspflege. Bei der Awo und beim Blindenverein Wismar waren die Fragen schnell geklärt, die beantragten Summen bewilligt.

Doch dann kam das Deutsche Rote Kreuz. Wie in den Jahren zuvor hatten Kreisgeschäftsführer Ekkehard Giewald und seine Mitarbeiterinnen 13238 Euro beantragt. In den vergangenen Jahren hatte das DRK diese Summe, mit der unter anderem die Integrationsstelle finanziert wird, auch immer bekommen. Nicht so in diesem. In der Vorlage der Ausschussmitglieder standen gerade einmal 5000 Euro. „Da habe ich schon geschluckt“, sagte Ekkehard Giewald. Doch was nun im Ausschuss geschah, trieb ihm die Zornesröte ins Gesicht. „Laut meiner Vorlage, soll das DRK 2622 Euro als Förderung bekommen“, erklärte Karla Krüger, Leiterin des Fachbereichs III der Kreisverwaltung und damit verantwortlich für die Bereiche Jugend, Soziales, Bildung und Gesundheit. Die Ausschussmitglieder und die Mitarbeiter der Verwaltung schauten sich ratlos an. Wie kam es zu diesen unterschiedlichen Zahlen? Für Ekkehard Giewald war klar: „Bei einer derartigen Kürzung werden wir die Beratungsleistungen nicht mehr in gewohnter Form erbringen können.“

Der DRK-Geschäftsführer hielt Ausschuss und Verwaltung entgegen, dass der Verband mehr als 30 Prozent der Kosten für die soziale Beratung und die Integrationsstelle trage – „und das bereits seit Anfang der 90er Jahre“, so Giewald. Das DRK habe aus eigener Kraft bisher jährlich 15000 Euro aufgebracht, „wir können jetzt nicht aus dem Stand 20000 aufbringen“.

Karla Krüger versuchte, den geschrumpften Förderbeitrag zu erklären. „Wir haben das DRK mit der Diakonie, die ja ähnliche Beratungen durchführt, verglichen“, sagte die Fachdienstleiterin. Die Gegenüberstellung habe gezeigt, dass die Diakonie dreimal so viele Beratungen durchführe wie das DRK und somit günstiger sei.

Das konnte Ekkehard Giewald nicht glauben. „Ich denke, Sie sind in der Spalte verrutscht und haben die Anzahl derjenigen, die zur Beratung kommen, mit der Anzahl von tatsächlichen Beratungsgesprächen bei der Diakonie verglichen.“ Dabei sei vergessen worden, dass viele mehrmals die Hilfe in Anspruch nehmen würden. Anders konnte sich der DRK-Kreisvorsitzende die Differenz nicht erklären.

Auch Ausschussmitglied Tino Schwarzrock (Fraktion Grüne/FDP) vertrat die Ansicht, „dass Sie hier Äpfel mit Birnen vergleichen. Das DRK hat ganz andere, weitergehende Aufgaben“. Er bemängelte zudem, dass es bereits in der Sitzung zuvor zu ähnlichen Unstimmigkeiten gekommen war. „Die Verwaltung hatte Besserung gelobt, aber nichts ist passiert“, ärgerte sich Tino Schwarzrock.

Auch Renate Lüders schüttelte den Kopf. „Ich muss sagen, da hat die Verwaltung schlampig gearbeitet, denn die Zahlen variieren nicht nur beim DRK“, stellte die Ausschussvorsitzende fest. Auch die Förderung für den Verein „Das Boot“ war unklar. Während in den Unterlagen für den Ausschuss eine Null stand, hatte Karla Krüger in ihrer Vorlage 5000 Euro stehen. Renate Lüders ordnete eine zehnminütige Pause an. In der versuchten sie und die Fachdienstleiterin zu klären, wer schuld an den unterschiedlichen Vorlagen war. Ihr Fazit: Es war auf die Schnelle nicht festzustellen. Die Ausschussvorsitzende brach den Tagesordnungspunkt ab.

Inzwischen sei der Fehler gefunden , die Vorlagen würden nachgebessert, teilte Karla Krüger der OZ mit. In zwei bis drei Wochen soll der Sozialausschuss erneut tagen. Dann stehen die Förderung des DRK und des Vereins „Das Boot“ sowie von zwei weiteren Trägern der Wohlfahrtspflege erneut auf der Tagesordnung.

Sylvia Kartheuser

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