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Senioren fordern Unterstützung von der Landesregierung

Grevesmühlen Senioren fordern Unterstützung von der Landesregierung

Bei der Kreisseniorenkonferenz in Grevesmühlen ging es unter anderem um die finanzielle Ausstattung für Menschen, die Hilfe benötigen

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Landrätin Kerstin Weiss betonte die Wichtigkeit der Anliegen von Senioren und die Bereitschaft der Kreisverwaltung hinzuhören.

Quelle: Fotos: Annett Meinke

Grevesmühlen. Dass sich die Senioren im Landkreis nicht einfach zu den „alten Eisen“ packen lassen — sondern aktiv am Leben und seiner Gestaltung teilnehmen, wurde bei der 3. Seniorenkonferenz Nordwestmecklenburg, die am Montagnachmittag in der Grevesmühlener Malzfabrik stattfand, deutlich.

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Bei der Kreisseniorenkonferenz in Grevesmühlen ging es unter anderem um die finanzielle Ausstattung für Menschen, die Hilfe benötigen

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Die Bedeutung der älteren Menschen und ihrer Anliegen in der Region unterstrich Landrätin Kerstin Weiss (SPD) in einem Grußwort zu Beginn der Veranstaltung: „Sie sind wichtig für die Region, verehrte Senioren. Der Kreisseniorenbeirat bündelt die Themen, die Senioren in ganz Nordwestmecklenburg bewegen. Und er begreift sich als Sprachrohr.“

Nur 2600 Euro für eine Beerdigung

An die politischen Mandatsträger des Landkreises und Landes richtete sich unter anderem ein Thema, das während der Konferenz zur Sprache kam: Das Schonvermögen. Es ist von Bedeutung, wenn ein älterer Mensch zum Sozialfall wird. Eine Tatsache, die nicht eben selten mit dem Pflegefall eintritt. Wer als älterer Mensch in die missliche Lage gerät, Sozialhilfe beantragen zu müssen, muss zunächst sein Erspartes aufbrauchen. Das schließt auch die Ersparnisse für eine Bestattung mit ein — zumindest dann, wenn sie über 2600 Euro liegen. Das ist der Betrag, den Sozialgerichte als Schonvermögen einräumen, das allerdings streng zweckgebunden nur für die Beerdigung vorgehalten werden darf.

Die Vorsitzende des Kreisseniorenbeirats, Karin Lechner, forderte die Kreistagspolitiker auf, dieses Thema gemeinsam mit dem Beirat auf Landesebene zur Diskussion zu stellen: „Wir werden es in jedem Fall auch im Landesseniorenrat zur Sprache bringen,“ so Lechner. „Eine vernünftige Beerdigung für 2600 Euro ist heute kaum noch zu haben.“ Lechner agiert unter anderem als hauptamtlich bestellte Betreuerin für Menschen, die ihre Angelegenheiten nicht mehr alleine regeln können. Sie weiß daher, wovon sie spricht: „Man kann um die 3000 bis 4000 Euro für eine Bestattung rechnen.“

Auch was das Thema hauptamtliche Betreuung von Senioren angeht, informierte Karin Lechner unter anderem Mitglieder des Kreisseniorenbeirats und verschiedener Ortsseniorenbeiräte, Mitarbeiter der Pflegestützpunkte in Landkreis, Vertreter der AWO und weitere Interessierte. Sie erklärte die Sachverhalte, mit denen sich der Kreisseniorenrat bezüglich der Betreuung auseinandersetzt. „Alarmiert durch einen Fernsehbeitrag“, so Lechner, „in dem von hauptamtlichen Betreuern gesprochen wurde, die 50 Menschen betreuen — was ein Unding ist — haben wir einmal nachgefragt, wie es hier bei uns aussieht.“

Herausgekommen ist dabei, so Karin Lechner, dass es auch in Mecklenburg-Vorpommern Fälle gibt, in denen ein Hauptamtlicher Betreuer für eine große Menge von zu betreuenden Menschen zuständig ist und auch damit jede Menge Geld verdient. „In unserem Land liegt der Stundensatz für eine Stunde hauptamtlicher Betreuung bei 44,90 Euro Brutto. Laut Gesetz kann ein Betreuer bis zu sieben Stunden pro Monat für seine Dienste abrechnen, nicht nur dreieinhalb wie in anderen Bundesländern. Doch wie soll ein Betreuter das bezahlen — denn er ist es, der dafür zuständig ist .“

Wo die Befugnisse eines Betreuers enden

Andererseits, so Lechner, enden die Befugnisse, etwas für einen Betreuten regeln zu können, mit dessen Tod. Man sei als Betreuer dann nicht mehr berechtigt, die Beerdigung zu organisieren, auch wenn es keine weiteren Angehörigen mehr gibt oder die sich nicht kümmern können. Deshalb sei es wichtig gemeinsam mit dem Betreuten alles rechtzeitig in die Wege zu leiten. „Das würde ich allen empfehlen, die Menschen ehrenamtlich oder hauptamtlich betreuen.“

Haupt- und ehrenamtliche Betreuer, informierte Lechner weiter, würden von Gerichten und Behörden immer dringend gesucht. „Oft sind die Kinder der Arbeit hinterher gezogen, leben weit weg, der Partner ist verstorben, auch Freunde manchmal. Und Hilfe im Alltag, besonders im Umgang mit Behörden, wird dringend benötigt.“

Weitere Themen der 3. Seniorenkonferenz

Martina Tegtmeier , Abgeordnete des Landtags, sprach über Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten. Sie wies unter anderem darauf hin, dass Verfügungen und Vollmachten rechtlich bindend sind, andererseits jederzeit widerrufen werden können.

Irene Rohde und Ulrike Warscyscek von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft MV sprachen über die Aufgaben der Gesellschaft mit Sitz in Rostock, die vor allen Dingen den Angehörigen von Demenz- und Alzheimer-Betroffenen hilft und zur Seite steht.

Dr. Jörg Pieper hielt einen Vortrag über Impfen im Alter und sprach über Grippeschutz und andere Impfmaßnahmen für Senioren.

Von Annett Meinke

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