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Verein bekräftigt Interesse an Kitabau

Schönberg Verein bekräftigt Interesse an Kitabau

Der Träger „Haus des Kindes“ macht mobil / Stadtvertreter zeigen sich offen für weitere Bewerber

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Immer mehr Büsche und Gräser wuchern hinter dem Schützenhaus in Schönberg.

Schönberg. Nachdem Stadtvertreter sich unlängst dafür ausgesprochen haben, nun weitere Bewerber für den Bau und den Betrieb einer neuen Kita in Schönberg zuzulassen, macht der Verein „Haus des Kindes“ mobil. Geschäftsführerin Kati Eggert erschien am Donnerstagabend mit zahlreichen Mitarbeiterinnen zur Einwohnerfragestunde, um das Interesse des Vereins zu bekräftigen und offene Fragen beantwortet zu bekommen. Die Geschäftsführerin berichtete von Gesprächen mit dem Kreisjugendamt, einer Architektin und der Sparkasse, die bereits stattgefunden hätten und einem Ziel dienen: dass der Verein „Haus des Kindes“ die Kindertagesstätte baut und betreibt.

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Der Träger „Haus des Kindes“ macht mobil / Stadtvertreter zeigen sich offen für weitere Bewerber

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Das Geld für die Planung dürfen wir nicht in den Gully kippen.“Rainer Jörke, Liberale Wählergemeinschaft

Es ist überhaupt keine Tür für den Verein ,Haus des Kindes’ zugeschlagen.“Jörn Stange (SPD)

Derzeit warte er noch auf eine Entscheidung des Jugendamtes zur Frage, ob der Verein das Projekt auch ohne die Fördergelder des Landes komplett finanzieren kann, auf die er weiter hofft. Wenn das Jugendamt grünes Licht gibt, die Finanzierung durch ist und ein Notarvertrag unterzeichnet wurde, dann wäre es nach Angaben der Geschäftsführerin denkbar, im Herbst mit dem Bau zu beginnen. Eröffnet würde die Kindertagesstätte unter diesen Bedingungen im nächsten Jahr. Bestreben des Vereins sei in jedem Fall, die Elternbeiträge so gering wie möglich zu halten, erklärte Kati Eggert.

Mitarbeiterinnen des Vereins baten die Stadtvertreter am Donnerstagabend, ihren Beschluss über den Bau und die Trägerschaft der Kita bis zur bevorstehenden Entscheidung des Jugendamtes zu verschieben. Damit war eine Mehrheit der Kommunalpolitiker jedoch nicht einverstanden. Nur Michael Heinze (Die Linke) stimmte dafür, den Beschluss zu vertagen. Danach votierten Heinze und Annemarie Schoodt (SPD-Fraktion) für die Variante, dass die Stadt den Kindergarten selbst baut und dann an einen Träger vergibt. Zehn Stadtvertreter stimmten für eine andere Variante: „Die Stadt sucht einen Träger, der eigenständig baut und die Einrichtung betreibt.“ Wer das sein wird, ist nun offen, obwohl die Stadtvertreter am 4. Juni vorigen Jahres eine Art Hilfspaket für den Verein beschlossen haben. Es sieht unter anderem vor, eine Ausfallbürgschaft über 2,9 Millionen Euro zu übernehmen und bereits fertige und bezahlte Pläne zum Bau hinter dem Schützenhaus an den Verein zu übergeben.

Am Donnerstagabend strichen die Stadtvertreter einen Satz aus der Beschlussvorlage: „Gegebenenfalls müsste auch der Standort überdacht werden.“ Sie beschlossen: „Der Standort soll beibehalten werden.“ Zuvor erinnerte Rainer Jörke (Liberale Wählergemeinschaft Schönberg, LWS) an das Geld und die Arbeit, die bereits in das Vorhaben gesteckt wurden, als Ersatzbau für die alte Kita „Regenbogen“ eine neue, deutlich größere Kita zu errichten. „Das Geld für die Planung dürfen wir nicht in den Gully kippen“, forderte Jörke.

Die Entscheidung der Stadtvertreter, den Standort beizubehalten, könnte dem Verein „Haus des Kindes“ zupass kommen. Denn ein möglicher Mitbewerber hätte nach Angaben des Bürgermeisters Lutz Götze

(SPD-Fraktion) zwar „Interesse, sich in Schönberg zu betätigen, sieht aber die Chancen für die Übernahme dieses Projektes eher als sehr gering an.“ Götze ließ offen, welcher Träger ein grundsätzliches Interesse gezeigt hat. In Schönberg ist es ein offenes Geheimnis, dass es sich um das Diakoniewerk handelt.

Stadtvertreter betonten am Donnerstagabend, dass sich der Beschluss, einen Träger zu suchen, der die Kita baut und betreibt, nicht gegen den Verein „Haus des Kindes“ richte. „Es ist überhaupt keine Tür für den Verein ,Haus des Kindes’ zugeschlagen“, sagte Jörn Stange (SPD-Fraktion). Ronny Freitag (LWS) erklärte: „Wir machen für keinen die Tür zu. Wir machen sie weiter auf.“ Der Verein leiste hervorragende Arbeit, aber: „Wir können sein Exklusivrecht nicht erhalten.“ Seit Jahren gebe es zu wenig Betreuungsplätze in Schönberg und immer wieder werde über den Bau einer neuen Kita gesprochen – doch bisher ohne sichtbares Ergebnis. „Es war immer eine Hängepartie, ein Rumgeeiere“, sagte Freitag. Lutz Götze sprach mit Blick auf den Verein von einer „wankelmütigen Haltung des Vorstands und des ehemaligen Geschäftsführers.“ Stadtvertreter forderten am Donnerstagabend, Schönberg müsse „endlich aus den Puschen kommen.“

Eine Erzieherin fragte, was geschehen würde, falls sich mehrere Träger bei der Stadt bewerben. Lutz Götze antwortete: „Dann müssten wir beraten. Wir haben noch nicht darüber gesprochen, was dann passieren sollte.“

Jürgen Lenz

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