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Wachturm aus DDR-Zeiten: Naturschutz setzt Grenzen

Teschow Wachturm aus DDR-Zeiten: Naturschutz setzt Grenzen

Behörde pocht auf Ruhe / Besuch ist nur eingeschränkt möglich

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Wir haben auf jeden Fall die Verkehrs- sicherungspflicht für den Turm.Marcus Kreft (SPD), Bürgermeister

Teschow. Er gehört zu den selten gewordenen Überresten der innerdeutschen Grenze: der ehemalige Grenzturm unweit von Teschow, einem idyllisch auf einer Halbinsel gelegenen Ortsteil der Gemeinde Selmsdorf. Politische Vertreter der Kommune würden es gern sehen, wenn in Zusammenarbeit mit der Grenzdokumentationsstätte Schlutup Besuchergruppen zum denkmalgeschützten Turm gebracht würden. Doch dem setzt die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Nordwestmecklenburg deutliche Grenzen. Sie betonte auf Anfrage der OZ: „Ruhe und Störungsfreiheit sind hier unbedingt einzuhalten.“ Der Hintergrund: Der frühere Grenzturm steht sowohl im Naturschutzgebiet „Uferzone Dassower See“ als auch im EU-Vogelschutzgebiet „Feldmark und Uferzone an Untertrave und Dassower See“ und in dem nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union unter Schutz stehenden Gebiet „Küste Klützer Winkel und Ufer von Dassower See und Trave“. Die „

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besonderen natürlichen Gegebenheiten des Gebietes“ seien zu beachten, bekräftigt die Behörde. Sie erklärt aber auch: „Gegen das gezielte Hinführen von Besuchern zum ehemaligen Grenzturm bestehen keine Bedenken.“

Wenn dem Besuch von Gruppen Grenzen gesetzt werden, sollte der Turm dann nicht einfach dorthin umgesetzt werden, wo Einschränkungen des Naturschutzes nicht gelten? Dagegen spricht der Denkmalschutz.

Der Landkreis beantwortete die Frage, ob die Untere Denkmalbehörde einem Versetzen des gemeindeeigenen Turmes, beispielsweise an die Trave, zustimmen würde mit einem Nein. Der Turm würde dann seinen Denkmalwert verlieren.

Gegen das Umsetzen spricht aber noch etwas. Der Selmsdorfer Bürgermeister Marcus Kreft sagt: „Das ist vom Finanziellen her nicht möglich.“ Gabriela Streckert, Vorsitzende des Selmsdorfer Ausschusses für Kultur, Soziales und Sport, zieht nach einem Treffen mit Vertretern der Naturschutzbehörde und der Denkmalbehörde den Schluss: „Alles, was wir jetzt machen können, ist, den Turm zu sichern.“ So sieht es auch Marcus Kreft. Er erklärt: „Wir haben auf jeden Fall die Verkehrssicherungspflicht für den Turm.“ Einige Arbeiten seien bereits erledigt worden. Für weitere sind im Entwurf des Haushalts 2017 5000 Euro eingestellt. Kreft sagt, er gehe davon aus, dass die Gemeinde mit weniger Geld auskommt.

Jürgen Lenz

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