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Grevesmühlen Warten auf die Datenautobahn
Mecklenburg Grevesmühlen Warten auf die Datenautobahn
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02:24 03.04.2014
Das dauert: Simeon Schäfer (15) wartet in Ollndorf, bis sich eine Internetseite vollständig aufgebaut hat. Quelle: Jürgen Lenz
Niendorf

Einwohner der Gemeinde Niendorf klagen über langsame Internetverbindungen. Sie wollen nicht weitere Jahre warten, bis sie von der digitalen Kriechspur auf die Datenautobahn wechseln können. Nach einer Unterschriftenaktion haben die Gemeindevertreter zwar beschlossen, Zuschüsse für den Aufbau eines Breitbandnetzes zu beantragen. Doch entschieden ist bisher noch nichts.

„Wir warten auf die Fördermittel“, sagt die Niendorfer Bürgermeisterin Marianne Bentin (CDU). 90 Prozent könnten aus Zuschüssen finanziert werden. Blieben zehn Prozent Eigenanteil. „Es hört sich wenig an, aber für eine kleine Gemeinde ist es manchmal ganz schön viel“, sagt die Bürgermeisterin.

Nach einer Auskunft des Breitbandkompetenzzentrums Mecklenburg-Vorpommern ist die Gemeinde Niendorf unterversorgt und damit eine Förderung des Netzausbaus grundsätzlich möglich. Allerdings sei wegen bevorstehenden Projekte in anderen Kommune nicht mit einer baldigen Förderung zu rechnen.

Welche Nachteile langsame Datenverbindungen haben können, berichtet der Niendorfer Vermieter Ernst-Günter Traulsen (61) aus eigener Erfahrung. „Heute ist es so: Wenn man eine Wohnung vermieten will, muss man schnelles Internet bieten. Es gibt Leute, die drehen sich um, wenn sie hören: Gibt es hier nicht.“ Simeon Schäfer (15) aus Ollndorf, Initiator der Unterschriftenaktion, bedauert:

„Das Internet ist hier langsam und fällt oft aus.“ Zeitweise könnten Videos nicht hochgeladen werden.

Ob für schnelle Anschlüsse Kabel verlegt werden, steht für die Gemeinde Niendorf noch nicht fest. Gägelow und Bülow werden mit der Mobilfunktechnik Long Term Evolution (LTE) versorgt. Das kündigte die Deutsche Telekom Anfang des Jahres an. Technikchef Bruno Jacobfeuerborn sagt: „Mit LTE haben wir die Möglichkeit, auch solche Orte mit schnellen Internetzugängen zu versorgen, die bisher nicht zu erreichen waren.“ Damit komme das Unternehmen seinem Ziel immer näher, „möglichst jeden an das schnelle Internet anzuschließen.“

Heute ist es so: Wenn man eine Wohnung vermieten will, muss man schnelles Internet bieten.“Ernst-Günter Traulsen, Vermieter und
Gemeindevertreter in Niendorf



Jürgen Lenz

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