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Wismars Bürgermeister fordert Aussage zur Werft

Wismar Wismars Bürgermeister fordert Aussage zur Werft

Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur zum Wahlergebnis

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„„Ich freue mich, dass mit Karin Strenz und Dietrich Monstadt die beiden CDU-Kandidaten die Direktmandate geholt haben.“Erhard Huzel CDU-Kreisvorsitzender

Wismar. Feiern, Wunden lecken, der Blick in die Zukunft – auch in Nordwestmecklenburg war die Bundestagswahl gestern das Thema Nummer eins schlechthin.

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Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur zum Wahlergebnis

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71,3 Prozent betrug die Wahlbeteiligung im Wahlkreis 13 (Ludwigslust-Parchim II – Nordwestmecklenburg II – Landkreis Rostock I). Bei der Bundestagswahl im Jahr 2013 waren es 65,9 Prozent.

Nordwestmecklenburgs Landrätin Kerstin Weiss (SPD) sprach Klartext nach der enttäuschenden Niederlage der Sozialdemokraten auf Bundesebene: „Die SPD hat die Quittung dafür bekommen, dass sie sich als Regierungspartei nicht klar von der CDU abgrenzen und glaubwürdig ihren Zukunftsplan an den Wähler bringen konnte. Jetzt kann es nur heißen: Die SPD wird stärkste Oppositionskraft, um in vier Jahren wiedererstarkt die nächste Regierung anzuführen.“

Der CDU-Kreisvorsitzende Erhard Huzel: „Ich sehe das Wahlergebnis mit gemischten Gefühlen. Ich freue mich, dass mit Karin Strenz und Dietrich Monstadt die beiden CDU-Kandidaten in den Wahlkreisen 12 und 13 die Direktmandate geholt haben. Auf der anderen Seite bereitet mir das Ergebnis der AfD Sorgen. Eine Partei, die mit den Ängsten der Wähler spielt, und weder Konzept noch Lösungen hat, ist für mich nicht hinnehmbar.“ Das sieht Antje Lange, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Nordwestmecklenburg- Wismar, ähnlich: „Das Ergebnis der AfD finde ich ganz furchtbar, aber das ist Demokratie.“ Zur möglichen Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grüne sagt Ante Lange: „Ich wünsche mir eine Koalition der Vernunft. Wie Grüne und Liberale gemeinsam funktionieren sollen, ist noch fraglich. Alle müssen Federn lassen. Umweltschutz und Wirtschaft sollten sich nicht ausschließen.“

Kreistags- und Bürgerschaftsmitglied Tino Schwarzrock (Grüne) ist skeptisch. Es mache einen Unterschied, was rechnerisch und inhaltlich zusammenpasst: „Ich kann nur hoffen, dass es bei Jamaika zu einer Mitgliederbefragung kommen wird, um zu sehen, ob das an der Basis gewünscht ist.“ Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) befürwortete indes den angekündigten Kurs seiner Partei. „Die Aussage von Martin Schulz, in die Opposition zu gehen, ist nur konsequent.“ Beyer appellierte zudem an alle demokratischen Parteien, die Wählerinnen und Wähler der AfD wieder zurückzugewinnen. „Das erwarte ich – auch von meiner eigenen Partei.“ In Richtung FDP machte Beyer eine klare Ansage. Die müsse sich nun die Frage gefallen lassen, wie sie zur Werft stehe. „Hier muss es eine klare Aussage geben.“

Miro Zahra, Leiterin des Plüschower Künstlerhauses sieht das Wahlergebnis auch als Chance. „ Mit der AfD sollten nicht nur die Kanzlerin, die anderen Parteien, sondern wir alle ruhig und bestimmt umgehen. Der Einzug der AfD in den Bundestag bietet die Chance, die eigenen Kräfte zu mobilisieren und noch mehr eigene Verantwortung bei der Gestaltung der Gesellschaft zu übernehmen.“

Nordwestmecklenburg mit zwei Politikern im Bundestag

Der Wahlkreis 13 , zu dem Wismar und weite Teile Nordwestmecklenburgs zählen, ist mit zwei Politikern im Bundestag vertreten.

Das Direktmandat hat Karin Strenz (CDU) gewonnen. Sie kommt bei den Erststimmen auf 30 Prozent. Das sind 13 Prozent weniger als bei der Wahl vor vier Jahren und liegt unter dem Ergebnis für die CDU bei den Zweitstimmen (33,7 Prozent) – ein Rückgang von 8,4 Prozent gegenüber der Bundestagswahl 2013.

Über die Landesliste der SPD zieht Frank Junge wieder in den Bundestag ein. Junge war auf Platz zwei nominiert. Bei den Erststimmen kommt Junge auf 24 Prozent. Damit konnte er gegenüber 2013 um 1,2 Prozent zulegen. Bei den Zweitstimmen kam die SPD im Wahlkreis auf 17,2 Prozent, ein Rückgang von 2,5 Prozent gegenüber der Wahl 2013.

Platz zwei ging im Wahlkreis 13 an die AfD (17,7 Prozent), die Linke kommt auf 16,8 Prozent, FDP auf 6,2 und Grüne auf 3,8 Prozent.

Auffällig: In Wismar gewann Frank Junge 31 der 32 Wahlbezirke, einschließlich Briefwahl.

In der Hansestadt gewann die CDU 27 Wahlbezirke, die SPD vier, die AfD einen. Nach CDU und SPD ist die dritte Kraft in Wismar die Linke vor der AfD. Die FDP kam in 21 von 32 Wahlbezirken auf fünf Prozent und mehr, den Grünen gelang das in zehn Wahlbezirken.

Heiko Hoffmann, Michael Prochnow und Nicole Buchma

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