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Priwall bekommt Supermarkt

Travemünde Priwall bekommt Supermarkt

Baurecht Ende des Jahres – Discounter soll ganzjährig öffnen – Winterlager für Boote geplant

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Travemünde. Endlich einkaufen auf dem Priwall: Auf der Halbinsel vor Travemünde gibt es keinen Supermarkt – und das seit mehr als 30 Jahren. Das soll sich jetzt ändern. Die Stadt plant einen Lebensmittel-Discounter an der Mecklenburger Landstraße anzusiedeln – auf dem Areal des ehemaligen Krankenhauses. Der Bauausschuss hat grünes Licht dafür gegeben. Die Bürgerschaft muss im November Baurecht schaffen. „Wir führen Gespräche mit mehreren Anbietern“, bestätigt Stadtplanerin Anne-Katrin Lorenzen. Geplant ist, dass der Markt ganzjährig geöffnet hat. Im Vorfeld hat die Stadt ein Interessensbekundungsverfahren bei Lebensmittelmarkt-Konzernen gestartet – und siehe da: „Es gibt Interesse“, berichtet Lorenzen.

Der Knackpunkt: Auf dem Priwall leben nur 1500 Lübecker. Im Sommer indes ist die Halbinsel mittlerweile ein beliebtes Ferienziel. In den dänischen Ferienhäusern werden Zehntausende Übernachtungen im Jahr gezählt. Hinzukommen sollen 315000 Übernachtungen pro Jahr – durch die neue Ferienanlage Waterfront. Aktuell wird Waterfront gerade errichtet. 2018 soll alles fertig sein.

Spätestens dann soll es auch einen Supermarkt geben. Direkt neben den beiden Gebäuderiegeln der Stadtbibliothek soll der Discounter gebaut werden. Das Areal gehört der Stadt. Geplant ist, ein Teil des Grundstücks an einen Supermarkt-Betreiber zu verkaufen. Genehmigt ist ein zweigeschossiges Haus mit zehn Meter Höhe. Im Erdgeschoss könnte der Discounter mit einer Verkaufsfläche von 1200

Quadratmeter einziehen, davon dürfen 100 Quadratmeter Sortimente sein, die auch in der Innenstadt zu haben sind. Im ersten Stock gebe es Platz für Büros, Praxen oder ein Fitness-Studio. Auf dem Areal sind 50 Stellplätze geplant. Zudem ein Fußweg, der zwischen Supermarkt und dem Gebäuderiegel der Stadtbibliothek verläuft. So können Gäste der Feriendörfer zu Fuß zum Discounter gehen.

Lob kommt von Kurdirektor Uwe Kirchhoff. „Ein Lebensmittelmarkt macht Sinn – das steigert die Lebensqualität für die Priwallianer und verbessert den Service für die Gäste.“ Er ist sich sicher:

„Das wird sich rechnen.“ Denn Waterfront soll auch außerhalb der Sommersaison Gäste anlocken. Aktuell fahren viele Priwallianer und Touristen nach Dassow zum Einkaufen. Der Ort in Mecklenburg-Vorpommern liegt etwa zehn Kilometer entfernt, mit dem Auto dauert der Weg eine knappe Viertelstunde. Dem gegenüber steht der Einkauf in Travemünde. Die Supermärkte am Gneversdorfer Weg sind lediglich drei Kilometer weit weg – aber durch die Fähre dauert die Fahrt länger. Außerdem: „Die Fährtickets sind nicht ganz billig“, gibt Kirchhoff zu. Der Stadtverkehr berechnet für eine Passage mit Auto samt Fahrer 4,90 Euro. Damit kostet eine Tour nach Travemünde zehn Euro – ohne dass sich irgendetwas zu Essen im Einkaufskorb befindet.

„Die Fähre verteuert den Einkauf“, sagt auch Ulrich Klempin, Vereinschef der 400 Wochenendhausbesitzer auf dem Priwall. Daher freut er sich auf den Supermarkt. „Ich kann das nur begrüßen.“ Ähnlich sieht es Eckhard Erdmann, Vorsitzender der Gemeinschaft von 250 Priwallbewohnern. „Im Grundsatz begrüße ich einen Lebensmittel-Markt.“ Man müsse sehen, ob sich der Supermarkt dauerhaft rechne.

Aktuell gibt es an der Mecklenburger Landstraße einen Tante-Emma-Laden und in der Seniorenresidenz Rosenhof ein kleines Angebot.

Neben dem Supermarkt werden auf dem Areal des ehemaligen Krankenhauses auch Stellplätze für Segler gebaut sowie ein Winterlager für Boote. Geplant ist, dass die Boote dort von Oktober bis April lagern, im Sommer sollen die Stellplätze für die Autos der Segler zur Verfügung stehen. Außerdem sind 35 Wohnmobil-Stellplätze geplant.

Baum-Bilanz

55 Bäume müssen im Zuge des Projekts gefällt werden. So steht es im Bebauungsplan. Dafür werden 125 Bäume als Ersatz gepflanzt – allerdings nur 40 auf dem Areal. Die anderen 85 Bäume werden nicht auf dem Priwall, sondern im Stadtgebiet angesiedelt. Für die Stellplätze der Segler und das Winterlager der Boote müssen 46 Bäume weichen – auch weil dort mit den Booten rangiert werden muss. Für das Gelände des Supermarktes entfallen indes neun Bäume.

Josephine von Zastrow

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