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Grevesmühlen Questin: Rotorblatt vom Windrad abgebrochen
Mecklenburg Grevesmühlen Questin: Rotorblatt vom Windrad abgebrochen
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00:02 31.12.2015
Das Windrad hat nur noch zwei Rotorblätter.

Schock in Questin bei Grevesmühlen. Dort bohrte sich am Dienstag gegen 14 Uhr der Flügel eines Windrades in den Acker. Das Bauteil war aus ungeklärter Ursache abgebrochen. Es herrschten zum Unfallzeitpunkt weder Sturm noch ungewöhnliche Witterungsbedingungen. „Wir stehen auch vor einem Rätsel“, sagt Carlo Schmidt, Geschäftsführer der Firma Windprojekt, die die betroffene Anlage betreibt. „Experten sind dabei die Gründe herauszufinden. Wir betreiben rund 300 Anlagen, aber so etwas ist noch nie passiert.“ Der Grevesmühlener Bauhof sicherte die Unfallstelle am Dienstag ab, nachdem Anwohner die Polizei alarmiert hatten. Gestern begannen die Aufräumarbeiten.

Errichtet hatte die vier Anlagen die Firma Kenersys, die unter anderem Produktionsstätten in Münster, Wismar und Indien unterhielt. Windprojekt hatte zwei der Anlagen kurz nach dem Bau vor knapp fünf Jahren übernommen. Seitdem, so Carlo Schmidt, liefen die Anlagen problemlos. „Wie gesagt, einen solchen Fall hatten wir noch nicht. Wenn es Gewitter oder Sturm gegeben hätte, dann hätten wir einen Anhaltspunkt. Aber so müssen die Techniker und Gutachter sehen, was dort wirklich passiert ist.“

Fest steht zum jetzigen Zeitpunkt, dass das Rotorblatt direkt am Kopf des Windrades abgebrochen ist. „Das bedeutet, dass der Schaden nicht unerheblich ist. Es sieht danach aus, als müsste der ganze Kopf gewechselt werden“, so der Geschäftsführer. „Aber es wird einige Tage dauern, bis die Analyse steht.“ Schmidt bedankt sich bei Polizei und Bauhof, die die Unfallstelle schnell abgesperrt haben.

„Das hat gut funktioniert.“

Kenersys hatte die Windkraftanlagen am Grevesmühlener Stadtrand 2010 trotz Widerstandes der Anwohner und von Stadtvertretern errichtet. Denn das Genehmigungsverfahren erfolgte über einen Umweg, ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren. Dabei nutzte das Unternehmen eine Ausnahmeregelung, die nur für Testanlagen gilt. Und um eben solche handelt es sich bei den Windrädern zwischen Grevesmühlen und Questin. Sie dienten Kenersys als Test- und Vorführanlagen für das Wismarer Werk.

2013 geriet Kenersys in wirtschaftliche Schieflage, das Unternehmen existiert noch. Allerdings in deutlich kleinerem Umfang als noch vor einigen Jahren.

Neben der Firma Windprojekt haben auch die Grevesmühlener Stadtwerke eine der Anlagen erworben. Das vierte Windrad wird von einer Betreibergesellschaft unterhalten.

Dass Rotorblätter abbrechen beziehungsweise beschädigt werden, ist kein Einzelfall. Es gibt im Internet eine Liste mit entsprechenden Vorfällen in Deutschland. Allerdings sind dort die Ursachen in der Regel Brände beziehungsweise Stürme.

2007 war beispielsweise im Sturm der Flügel eines Windrades nahe Testorf-Steinfort abgebrochen, nachdem vermutlich bei starkem Wind die Flügelspitze eines der Blätter den Turm berührt hatte.



Michael Prochnow

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