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Grevesmühlen Radler begeistert: Neuer Weg ist fertig
Mecklenburg Grevesmühlen Radler begeistert: Neuer Weg ist fertig
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00:05 06.05.2017
Zwischen Zarnewenz und Sülsdorf ist die Trasse des künftigen Radwegs noch gesperrt. Bis Anfang Juni sollen die Bauarbeiten beendet sein.

/Zarnewenz. Georg Dargel ist begeistert. „Der neue Radweg ist wunderbar. Man muss keine Angst mehr haben“, sagt der 68-Jährige, der in Torisdorf bei Schönberg wohnt. Er radelt häufig zum Einkaufen und zum Arzt in die Stadt. Jetzt muss er nicht mehr auf die vielbefahrene B 104. Er benutzt einen neuen Radweg. „Es ist wirklich eine Wohltat, da langzufahren“, sagt Dargel. Vor zwei Jahren mahnte er noch während eines Stopps zwischen der Stadt und der Autobahnanschlussstelle Schönberg: „Ein Radweg wäre hier angebracht. Die Autofahrer und Lkw nehmen keine Rücksicht.“

Georg Dargel kann nun gefahrlos nach Schönberg radeln. Er besucht Einkaufsmärkte und Ärzte in der Dassower Straße. Quelle: Fotos: Jürgen Lenz

Der neue Weg für Radler kostet 322000 Euro. Das teilte das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung auf Anfrage mit. Offiziell freigegeben werde er voraussichtlich bis Mitte dieses Monats. Am Sonnabend kommender Woche benutzen ihn Mitglieder und Gäste des Heimatbunds für das Fürstentum Ratzeburg bei einer Radtour.

Den vom Straßenbauamt Schwerin vorgelegten Plänen zum Bau des Radwegs stimmte die Schönberger Stadtvertretung im Juni 2015 zu. Zuvor sprach sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr, Umwelt und Ordnung einstimmig dafür aus, dass aus Sicherheitsgründen zu Beginn des Radwegs eine Querungshilfe eingerichtet werden soll, die verhindert, dass Radfahrer ohne anzuhalten die Bundesstraße kreuzen. Vorzugsweise solle das durch eine Ampelanlage geschehen. Die ist zumindest derzeit aber nicht vorgesehen. Die Kreisverwaltung teilte dazu auf Anfrage mit: „Der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises liegt zur Errichtung einer Ampel an der genannten Stelle weder eine entsprechende Planung noch ein Antrag des zuständigen Straßenbauamtes vor.“ Daher könne die Straßenverkehrsbehörde dazu gegenwärtig auch keine verkehrsrechtliche Anordnung treffen. Zuständig für die Planung und den Bau des Radwegs an der B 104 unweit der Stadt Schönberg zwischen der L 01 und der Anschlussstelle zur A 20 ist das Straßenbauamt Schwerin. Die Kreisverwaltung erklärt dazu: „In den vom Straßenbauamt hierzu vorgelegten Planungsunterlagen ist die Errichtung einer Lichtsignalanlage im Bereich der Kreuzung zwischen der Bundesstraße 104 und der Landesstraße 01 nicht vorgesehen.“ Nach den gesetzlichen Regelungen würde bei der Aufnahme einer solchen Anlage in die Planungen die Straßenverkehrsbehörde im Genehmigungsverfahren beteiligt und würde dann eine verkehrsrechtliche Anordnung zur Errichtung erteilen. Der Schönberger Bürgermeister Lutz Götze (SPD) war gestern und vorgestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Wie berichtet, fordern Schönberg und die Nachbargemeinde Roduchelstorf seit Jahren den Bau eines Radwegs, der die Stadt und das Dorf verbindet. Bis auf Höhe der Autobahnanschlussstelle wird er nun fertig, doch wann er weiter bis Roduchelstorf gebaut wird, ist ungewiss. Das Ministerium teilte dazu mit: „Der Weiterbau von der Anschlussstelle an der A 20 bis zum Ortseingang Roduchelstorf ist abhängig vom Grunderwerb, der noch nicht geklärt werden konnte.“ Daher sei noch kein Termin für den Baubeginn zu nennen. Zwischen Roduchelstorf und dem Nachbarort Löwitz können Radler bereits seit 2015 auf einem Weg neben der B 104 fahren.

Noch im Bau ist ein Radweg neben der B 105 zwischen Zarnewenz und Sülsdorf. „Nach dem gegenwärtigen Stand der Bauarbeiten ist mit der Fertigstellung bis Anfang Juni zu rechnen“, teilte das Ministerium dazu mit. Die Arbeiten für den 2,2 Kilometer langen und rund 500000 Euro teuren Weg begannen am 26. September 2016. Bereits 2015 stellten Arbeiter einen drei Kilometer langen Radweg an der B 105 zwischen dem Selmsdorfer Ortsteil Zarnewenz und dem Dassower Ortsteil Schwanbeck fertig. Auch er kostete rund eine halbe Million Euro. Die Politiker in beiden Kommunen begrüßen es, dass bald ein weiterer Abschnitt fertig ist. Die Sicht der amtierenden Dassower Bürgermeisterin Annett Pahl (SPD-Fraktion): „Der Radweg zwischen Zarnewenz und Sülsdorf ist ein Lückenschluss, der für unsere ganze Region von großer Bedeutung ist.“ In den letzten Jahren sei im Gebiet der Stadt Dassow ein stetiger Anstieg des Radtourismus zu beobachten. Der Ostseeküstenradweg erfreue sich über die Landesgrenzen hinaus großer Beliebtheit. „Dieser tangiert uns entlang der Ostseeküste, wobei auch viele Radfahrer die Verbindung zu Ratzeburg und Lübeck ins Landesinnere suchen“, erläutert Annett Pahl. Sie verweist zudem darauf, dass die Hansestadt Lübeck derzeit den Radweg an der Mecklenburger Straße ausbaut. Die amtierende Dassower Bürgermeisterin zieht den Schluss: „Mit der Fertigstellung des Radweges zwischen Zarnewenz und Sülsdorf ist dann eine reizvolle Rundtour Lübeck-Travemünde-Dassow-Selmsdorf-Schlutup-Lübeck möglich, so dass ein großer Anstieg von Tagesausflüglern zu erwarten ist.“ Der Start sei natürlich beliebig, also auch in Dassow möglich.

Die Stadt ist das Ziel einer Radtour, die die Gemeinde Selmsdorf für Sonntag, den 28. Mai, plant. Vorgesehen sind unterwegs zwei Pausen mit Informationen zur Geschichte, ein gemeinsames Essen in der Familienbegegnungsstätte in Dassow und ein Besuch der acht Jahrhunderte alten Nikolaikirche.

So wie seine Kollegin in Dassow begrüßt auch der Selmsdorfer Bürgermeister den bevorstehenden Lückenschluss im Radwegenetz. Marcus Kreft (SPD) sagte gestern: „Ich bin wirklich glücklich, dass er jetzt erfolgt. Wir haben lange dafür gekämpft.“

Jürgen Lenz

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