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Randgebiet der Hansestadt ist ein Dorado für Autodiebe

Ratzeburg Randgebiet der Hansestadt ist ein Dorado für Autodiebe

Viele luxuriöse Karossen sind im Herzogtum Lauenburg geparkt. 35 Diebstähle in 2012.

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Diesen Stapel Fahrgestellnummern, die in Norddeutschland gestohlenen Autos zugeordnet werden konnten, stellte die Polizei in Geesthacht sicher.

Quelle: Timo Jann

Ratzeburg — Nirgendwo sonst in Nordwestmecklenburgs Nachbarschaft werden so viele hochwertige Autos gestohlen wie im Bereich der Polizeidirektion Ratzeburg. Das geht aus der kürzlich veröffentlichten Kriminalstatistik hervor. Ein Phänomen mit Ansage: Im Hamburger Randgebiet leben viele Manager und Unternehmer aus der Hansestadt, die sich edle Luxuskarossen gönnen. Und die sind begehrtes Ziel der Diebe. In Geesthacht wurden 2012 insgesamt 16 Autodiebstähle registriert, in Schwarzenbek waren es 14 und in Lauenburg fünf.

„Es sind meistens große und teure Autos, die hier gestohlen und dann überwiegend ins Ausland geschafft werden“, sagt Hans-Jürgen Köhnke, der Kripochef der Polizeidirektion. An seiner Dienststelle in Bad Oldesloe hat die Polizei deshalb für den Kreis Herzogtum Lauenburg und den Kreis Stormarn eine zentrale Ermittlungsgruppe für diese Delikte eingerichtet. Köhnke: „Wir haben so den Überblick über die gesamte Lage.“ Schwerpunktaktionen können entsprechend koordiniert werden. Köhnke: „Wir haben in unserem Direktionsbereich nicht nur die entsprechend begehrten hochwertigen Fahrzeuge, sondern mit der A 24 auch eine der beliebtesten Routen der Autoschieber.“

Einer der wohl spektakulärsten Fälle im vergangenen Jahr war der Unfall eines 28 Jahre alten Polen auf der A 24 bei Hornbek. Mit einem kurz zuvor in Hamburg gestohlenen Audi A 4 Avant (333 PS) war der 28-Jährige im Oktober unterwegs gen Osten. Hinter ihm ein Komplize in einem gestohlenen Audi A 6. Die Wagen fielen der Polizei auf, die hier verstärkt Streife auf der Autobahn fährt. Die Männer versuchten bei einer Kontrolle ihr Glück in der Flucht. Der A 6 wurde später bei Möhnsen verlassen aufgefunden, der A 4 flog bei Hornbek von der Autobahn.

Obwohl der Luxuskombi dabei völlig zerfetzt wurde, stieg der Fahrer mit leichten Verletzungen aus und wurde festgenommen. „In diesem Fall laufen die Ermittlungen noch. Man muss sich das so vorstellen, dass wir durch den Fahrer einen Faden aufgenommen haben, den wir jetzt aufräppeln müssen, um die Hintergründe zu ergründen“, so Köhnke. „Das ist eine mühselige Kleinarbeit“, sagt der Kripochef.

Vor allem Limousinen und Sportwagen, aber auch die Transporter von VW werden gerne gestohlen. Während es im Durchschnitt bundesweit auf 1000 Autos pro Jahr 0,6 Diebstähle gibt, sind es im Großraum Hamburg zwei Diebstähle auf 1000 Autos.

Im Sommer 2011 hatte die Polizei in Geesthacht eine Bande von Autodieben geschnappt. „Wir können bisher 80 Autodiebstähle nachweisen, gehen aber von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus“, sagte Geesthachts Kripochef Jürgen Alfke damals. Schaden: mindestens 250 000 Euro.

Von Hamburg via Afrika
Ersatzteile von in Deutschland gestohlenen Autos sind vor allem in Afrika begehrt. Dorthin werden von Hamburg aus ganze Container voller Autoteile verschifft. Die Zuordnung zu gestohlenen Autos ist nahezu unmöglich.

Diebstahl auf Bestellung: Oftmals werden gezielt Fahrzeuge gestohlen, die Täter suchen nach speziellen Modellen, in der Regel handelt es sich um Neuwagen.

Timo Jann

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Von Redakteur Timo Jann

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