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Regionalentwicklung verkleinert Flächen für Windräder

Hornstorf Regionalentwicklung verkleinert Flächen für Windräder

Hornstorf verzichtet auf Öffnungsklausel und ändert Flächennutzung

Hornstorf. Vier Windräder und keines mehr: Die Haltung der Hornstorfer ist eindeutig. Daher hatten ihre Gemeindevertreter bereits im Dezember das Ansinnen der Windstrom Rohlstorf GmbH & Co. KG nach einem weiteren Windrad abgelehnt. Der Plan: Knapp 200 Meter hoch sollte die Strom erzeugende Anlage auf dem Flurstück 38 in der Flur 1 der Gemeinde Hornstorf werden.

 

OZ-Bild

Durch die Regionalentwicklung können im Ortsteils Rohlstorf der Gemeinde Hornstorf nur noch wenige Windräder aufgestellt werden.

Quelle: Foto: S. Kartheuser

Der Schönheitsfehler: Das Flurstück zählt gemäß des Regionalen Raumentwicklungsprogramms Westmecklenburg von 2016 nicht mehr zu den Eignungsflächen für Windräder. „Das gibt uns Handlungsspielraum“, sagt Bürgermeister Andreas Treumann (Wählergemeinschaft). Damit bezieht er sich indirekt aufs Bauen von privilegierten Anlagen, das Gemeinden sonst kaum verhindern können.

Im Juli 2016 hieß es, dass die Getproject GmbH aus Kiel ihre neun alten Windräder in dem 2001 in Rohlstorf ausgewiesenen Gebiet durch vier neue, höhere, leistungsstärkere ersetzen könne (die OZ berichtete). Inzwischen wurde aber das Raumentwicklungsprogramm fortgeschrieben, mit einer gravierenden Änderung: Das Eignungsgebiet ist deutlich kleiner geworden. Mit viel gutem Willen lässt sich sagen, dass vier der insgesamt 15 im Flächennutzungsplan eingezeichneten Windenergieanlagen (WEA) noch im aktuellen Eignungsgebiet liegen. Eine Erweiterung nach Süden kommt nicht in Frage, es schließen sich gesetzlich geschützte Biotope an. Eine Verschiebung oder Vergrößerung in eine andere Richtung ist ebenfalls nicht möglich: Der vorgeschriebene Mindestabstand von 1000 Metern zu Wohnhäusern würde unterschritten – wie es bereits im Altgebiet der Fall ist.

Sollte die Gemeinde Hornstorf dennoch Windräder außerhalb des neu ausgewiesenen Eignungsgebietes, also im Altgebiet, genehmigen wollen, müsste sie eine planerische Öffnungsklausel in Anspruch nehmen.

Dagegen haben sich die Gemeindevertreter jedoch einstimmig ausgesprochen. „Wir bleiben bei der vom Regionalen Planungsverband Westmecklenburg ausgewiesenen Konzentrationsfläche“, so Bürgermeister Andreas Treumann.

In einem zweiten Schritt beschlossen die Gemeindevertreter die Änderung des Flächennutzungsplans. Der 1999 aufgestellte und damals mit einem Vorhaben- und Erschließungsplan gekoppelten F-Plan weist noch ein Sondergebiet für Windkraftanlagen aus. „Durch die aktuelle Neuausweisung von WEA-Eignungsgebieten müssen auf kommunaler Ebene keine Sonderbauflächen mehr ausgewiesen werden“, erklärt der Hornstorfer Bürgermeister. Die fraglichen Flurstücke sollen als Nutzflächen für die Landwirtschaft ausgewiesen werden.

Sylvia Kartheuser

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