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Rentner: Ermäßigungen werden immer weniger

Wismar Rentner: Ermäßigungen werden immer weniger

Seniorenpreise in der Hansestadt sind selten. Preissenkungen gibt es meist nur gegen Vorlage eines Hansepasses - und damit für Bezieher der Grundsicherung im Alter.

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Quelle: Vanessa Kopp

Wismar. Reinhard Vogt ist mit seiner Rente eigentlich zufrieden. Der ehemalige Lehrer ist trotzdem sauer: „Mir fällt auf, dass die Vergünstigungen für uns Rentner in Wismar in der letzten Zeit immer mehr wegfallen“, sagt der 80-Jährige. „Mir kommt es so vor, als ob die Belange der älteren Generation zu wenig berücksichtigt werden.“ Immerhin wäre knapp ein Viertel der Wismarer Einwohner in dem betroffenen Alter. Karin Lechner, Vorsitzende des Seniorenbeirats Wismar, kennt die Problematik: „Wir haben dieses Thema schon oft in der Bürgerschaft zur Sprache gebracht, leider ohne Erfolg. Ich sehe leider keinen Weg für eine Lösung“, meint Lechner. „Erfreulich sind in jedem Fall die Angebote im Wonnemar.“ Rentner in Wismar profitieren meist nur noch, wenn sie im Besitz eines Hansepasses seien und Grundsicherung im Alter beziehen.

So beispielsweise in der Wismarer Stadtbibliothek. „Bei uns zahlen Senioren seit September 2010 den gleichen Preis wie die Erwachsenen“, berichtet Martina Glöde, stellvertretende Leiterin der Bibliothek. „Der Preis für die jährlich Benutzung liegt bei zwölf Euro.“ Vor der Satzungsänderung 2010 haben Rentner fünf Euro pro Jahr gezahlt. „Trotzdem haben wir damit eine Gerechtigkeit für alle geschaffen“, erklärt Glöde. „Rentner, welche eine Grundsicherung im Alter beziehen, bezahlen den ermäßigten Preis, wie die Studenten und Azubis von sieben Euro im Jahr.“ Nicht jeder Rentner sei automatisch arm, durch diese Regelung sei es jedoch auch diesen möglich die Bibliothek zu nutzen. „Die Akzeptanz bei den Senioren war da. Viele fanden die fünf Euro zu wenig“, erinnert sich Glöde.

„Zudem sind seit der Änderung Kinder komplett frei sind.“

Ähnlich läuft es im Tierpark Wismar: In diesem Jahr wurde der Eintritt erhöht, Seniorenpreise gibt es keine. „Unsere Tageskarte ist nun 50 Cent teuerer“, sagt Marina Welsch, Sprecherin des Parks. Die letzte Preiserhöhung fand 2006 statt. „Die Fördermittel werden jährlich weniger, so dass wir unsere Eintrittspreise anpassen müssen.“ Im Landesvergleich wäre der Eintritt in Wismar jedoch noch sehr günstig. „Ungefähr 80 Prozent der Tierparks im Umkreis haben ebenfalls keine Seniorenpreise“, erklärt Welsch. Inhaber eines Hansepasses zahlen im Tierpark den ermäßigten Preis — ganz gleich wie alt die Besucher sind. Gleiches Spiel bei der Volkshochschule. Senioren, deren monatliche Rente unter 800 Euro liegt, zahlen für die Kurse zehn Prozent weniger. Auch das Phantechnikum hat keine gesonderten Preise, jedoch einen vergünstigten Eintritt für Sozialhilfeempfänger.

Das Wonnemar hingegen bietet allen Rentner Ermäßigungen: „Neben den günstigeren Eintrittspreisen haben wir jeden Montag Seniorentag“, erzählt Madlen Roggentin, Sprecherin des Erlebnisbades. „Zudem haben wir spezielle Angebote für unsere Gäste ab 50, wie zum Beispiel die Vitaltage.“ Die Nachfrage bei den älteren Besuchern sei groß. „Besonders schön ist, dass das Wonnemar zum Kommunikationszentrum wurde“, sagt Roggentin. „So treffen sich die Senioren bei uns beispielsweise zu unseren Bingonachmittagen oder bei den Sportangeboten.“

Senioren in Wismar

10929 Senioren (65 Jahre und älter) wohnen in der Hansestadt Wismar, Stand Ende 2012. Davon sind 6514 Frauen und 4415 Männer. 25 Prozent der Wismarer Bevölkerung ist damit über 65 Jahre alt.

Der Hansepass kann von Personen mit Wohnsitz in Wismar beantragt werden, die Sozialhilfe beziehungsweise Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, Arbeitslosengeld II oder Leistungen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen. Ermäßigung gibt es für die Musikschule, die Volkshochschule, das Stadtarchiv, die Stadtbibliothek, den Tierpark und das Theater.

Vanessa Kopp

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