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Grevesmühlen Rezept für 103 Jahre: Gymnastik und Kopftraining
Mecklenburg Grevesmühlen Rezept für 103 Jahre: Gymnastik und Kopftraining
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00:00 18.01.2018
Feierten gestern zusammen: Marie Bockholdt (103) mit ihrem Sohn Horst und ihrer Schwiegertochter Marianne Bockholdt (beide 79). Quelle: Foto: Jana Franke

Es bringe doch nichts, sich in die Ecke zu setzen und zu sagen, dass man nicht mehr kann. „Wenn man nichts tut, dann wird das nix!“ Gymnastik, Kopftraining, sich eben einen Ruck geben. Ob es diese Einstellung alleine ist, die bei Marie Bockholdt für ein langes Leben sorgt, vermag wohl niemand zu sagen. Fakt ist: Sie feierte gestern ihren 103. Geburtstag – putzmunter. „Es geht mir unterschiedlich, aber heute besonders gut“, sagte sie mit einem Lächeln an der Geburtstagstafel. An dieser saßen unter anderem ihr Sohn Horst Bockholdt (79) und seine Frau Marianne (79) aus der Nähe von Würzburg, ihr Enkel Nick Bockholdt (47) mit seiner Frau Silke (53) aus Neu Degtow und Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler, der Grüße von Landrätin Kerstin Weiss und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (beide SPD) mitgebracht hatte.

Geboren und aufgewachsen in Sievershagen, heiratete Marie Bockholdt nach Welzin, wie sie sagte. Ihr Mann und sie hatten einen Landwirtschaftsbetrieb. „Ich habe viel und hart gearbeitet“, erzählte sie. Seit 2000 lebt sie in der Seniorenresidenz „Alte Schäferei“ der Wobag. Betreut wird sie von der Arbeiterwohlfahrt. „Es ist schön hier“, schwärmte sie. Die Pflegerinnen und die Bewohner im Haus seien nett, auch wenn man nicht mit jedem gut könne. „Auch ich habe meine Schrullen“, gab sie lachend zu, ohne näher darauf einzugehen.

Drei Kinder zog Marie Bockholdt groß, zwei sind mit 46 und 47 Jahren verstorben. Ihr Sohn Horst, damals Berufssoldat, lebt seit 1957 in den alten Bundesländern. „Wir haben uns viele Jahre nicht gesehen“, erinnerte sich Marie Bockholdt, deren Eltern mit 88 Jahren auch ein stattliches Alter erreichten. Als Rentnerin hatte sie eine Reiseerlaubnis. „Ich bin drei Wochen bei meinem Sohn geblieben, weil ich Angst hatte, dass die aufgehoben wird“, sagte sie. Schwiegertochter Marianne kam regelmäßig mit den Kindern in den „Osten“. „Die Behandlung an der Grenze war nicht immer schön“, meinte die 79-Jährige.

Wie gestaltet eine 103-Jährige ihren Tag? „Ich mache mir alleine Frühstück, oft koche ich auch mittags. Nur wenn es Fisch gibt, dann lasse ich mir Essen kommen. Ich mag Fisch.“ Mittagsschlaf muss genauso sein wie das Radio, das immer läuft. „Meine Augen werden schlechter, fernsehen kann ich nicht mehr.“ Auch CDs hört sie gern, am liebsten Schlager oder volkstümliche Musik. Und abends ist von 17 bis 18 Uhr Klönstunde mit einer Nachbarin. „Sie erzählt mir, was in der Zeitung stand. Wir unterhalten uns auch über Politisches. Da läuft ja im Moment so einiges schief“, ist sie der Meinung.

Gefeiert wurde gestern im engsten Familienkreis mit 15 Personen, gegessen auswärts. Am Rollator ist Marie Bockholdt noch gut zu Fuß. „Wer den erfunden hat, der muss eine Extra-Auszeichnung bekommen!“

Jana Franke

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