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Grevesmühlen Riskant: Im Kreis fehlen Löschteiche
Mecklenburg Grevesmühlen Riskant: Im Kreis fehlen Löschteiche
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00:01 17.05.2017
Weil es in Gägelow zu wenig Löschwasser gab, konnte die Feuerwehr dieses Einfamilienhaus nicht mehr retten. Quelle: Foto: Peter Preuß

Völlig verschilft, verschlammt, zugewuchert, zu wenig Wasser oder keine Wasserentnahme möglich – so beschreibt ein Protokoll der Gemeinde Bobitz die katastrophalen Zustände der Löschteiche in ihren Dörfern. Brennt es, kann es schnell problematisch für die Freiwilligen Feuerwehren werden. Bei Bränden können sie nicht die geforderten 48 Kubikmeter Wasser pro Stunde abrufen. Auch in anderen Gemeinden sind die Löschteiche in schlechtem Zustand – ein Problem, das den gesamten Landkreis betrifft. Während einige Gemeinden bereits mit der längst überfälligen Sanierung begonnen haben, hinken andere hinterher.

Viele Dörfer sind nicht ausreichend gesichert / Vor allem Bobitz hat Nachholbedarf

17 marode Teiche um Bobitz

Allein auf der Liste der Gemeinde Bobitz, zwischen Wismar und Grevesmühlen liegend, stehen 17 Teiche, die nicht in einwandfreiem Zustand sind. Immerhin: Die Gemeinde hat nun einen Plan beschlossen, nach dem die Teiche saniert werden sollen.

Die Freiwilligen Feuerwehren drängen schon lange darauf, dass etwas getan wird. Zuständig sind die Gemeinden und Kommunen. Das Problem: Instandhaltung und Sanierung kosten viel Geld – Geld, dass viele Dörfer nicht haben.

Kosten belasten die Gemeinden

„Wir versuchen dennoch in diesem Jahr damit anzufangen“, sagt Bobitz’ Bürgermeisterin Stefanie Kirsch. Die Notwendigkeit sei erkannt worden. „Wir wissen, dass wir etwas tun müssen“, sagt sie.

Die Kosten dafür sind jedoch um ein Vielfaches höher als das, was die Gemeinden beitragen können. 40000 bis 120000 Euro kostet es, einen einzigen Teich zu sanieren. Im Haushalt der Gemeinde Bobitz sind für diese Arbeiten aktuell aber nur 20000 Euro bewilligt und eingestellt worden. „Daher machen wir viel in Eigenleistung“, sagt Stefanie Kirsch.

In Köchelsdorf haben die Feuerwehrleute schon in ihrer Freizeit angefangen, den Teich von Ästen zu befreien. „Dort müssen nur noch die Bagger anrollen“, sagt die Bürgermeisterin. Ein kleiner Schritt, „aber wir müssen ja irgendwo anfangen.“ Auf der Prioritätenliste stehen zudem die Dorfteiche in Klein Krankow, Dalliendorf und Petersdorf ganz oben.

Zu wenig Feuerwehrleute

Auch die Löschteiche in der Gemeinde Benz sind in keinem guten Zustand. Dort spielt vor allem das Kraut in den Teichen eine Rolle. Das Hauptproblem für die Feuerwehren sieht Bürgermeister Elmar Mehldau aber an anderer Stelle: „Wir haben zu wenig Leute.“ Wenn ein Pflegeheim mit rund 50 dementen oder bettlägerigen Patienten evakuiert werden muss, sei das für fünf Feuerwehrleute zu viel.

Die Dorfteiche in der Gemeinde seien soweit aber als Löschteiche nutzbar. Auch mit privaten Eigentümern wolle man sich einigen.

Klützer Winkel ist gesichert

Im Bereich des Amtes Klützer Winkel sieht es inzwischen wieder gut aus. Vor einigen Jahren schon wurde dort eine sogenannte Löschwasserbedarfsermittlung durchgeführt.

„Aktuell sind wieder mehr als 80 Prozent der Löschwasserversorgung in diesem Gebiet gesichert“, sagt Kreisbrandmeister Torsten Gromm, der im Bürgeramt Klützer Winkel auch für den Bereich Feuerwehr und ruhender Verkehr zuständig ist. Viele Teiche seien inzwischen saniert. Angefangen haben die angeschlossenen Gemeinden damit vor etwa zwei Jahren.

Mahnendes Beispiel

Dramatisch wurde es im vergangenen Jahr in Gägelow, als dort ein Haus am Wiesenweg brannte und die Feuerwehr nicht genügend Wasser gegen den Brand einsetzen konnte (die OZ berichtete). Danach gab es im gesamten Kreis vermehrte Überlegungen, für mehr Löschwasser zu sorgen.

Michaela Krohn

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